„Wasser wird Gewinn sein“

Schalksmühle - Die Umgestaltung des Rathausplatzes war unter anderem Thema in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am Mittwochabend. Norbert Kloeters vom Aachener Architekturbüro „3+ Freiraumplaner“ präsentierte den Ausschussmitgliedern die aktuellen Pläne. Die Baumaßnahmen sollen voraussichtlich Ende August beginnen.

In seiner Präsentation stellte Norbert Kloeters auch die Pläne für die künftige Wasserrinne vor, die ein besonderes Gestaltungselement auf dem Rathausplatz darstellen soll. Um ein Gefälle zu erhalten, wird von einem niedrigen Sockel aus Wasser durch eine Rinne aus Naturstein geführt, der an verschiedenen Stellen versetzt ist, um ein Wasserspiel zu erzeugen. Das Wasser wird durch eine Vorratspumpe gespeist, die sich in der Tiefgarage befinden wird.

Die Rinne sorgte im Anschluss an die Präsentation für Diskussionen. Ortwin Schmidt (UWG) gab zu bedenken, dass die erhöhte Rinne auf dem Platz eine Stolperfalle darstelle, mit der er sich nicht anfreunden könne. Zudem sei der Markt mit der Rinne schwerer umzusetzen.

Norbert Kloeters antwortete, dass so eine Wasserrinne an anderen Orten schon mehrfach umgesetzt wurde, es dort zu keinen Stolperproblemen kam und die Pläne auch den Vorschriften entsprächen.

Dietmar Dassler von der FDP äußerte auch Bedenken bezüglich der Rinne und ergänzte, dass in der Vergangenheit darüber gesprochen worden sei, dass die Rinne bei Veranstaltungen abgedeckt werden könne. „Das bringt nun nichts mehr, weil trotzdem eine Stufe da ist. Das stellt zum jetzigen Zeitpunkt ein Handicap dar“, sagte Dassler. Wenn man sich entschließe, die Rinne zu bauen, sollte man sich bewusst machen, inwieweit der Platz dadurch eingeschränkt wird. Er fragte auch, inwieweit es dann Sinn machen würde, verschiebbare Baumkübel aufzustellen, um – wenn nötig – Freiflächen zu gewinnen, wenn aber die meterlange Rinne immer ein Hindernis darstelle.

Kloeters gab zu, dass zwar Fläche durch die Rinne verbaut werde und man auch nicht drüber fahren könnte, es aber trotzdem weiter möglich sei, Marktstände aufzustellen und auch Bühnen für Veranstaltungen über der Rinne aufzubauen. „Mir wäre es wichtiger, dass der Platz für jeden Tag attraktiver wird, als dass er für Veranstaltungen besser genutzt werden kann, die alle paar Monate stattfinden“, machte Kloeters deutlich.

Platz soll dem Aufenthalt dienen

Jutta Gruß-Rinck vom für die Regionale-Projekte zuständige Büro ASS sagte, dass sie die Bedenken als nicht so gravierend ansieht. „Die tägliche Benutzbarkeit des Rathausplatzes ist um einiges wichtiger, weil er ja auch dem Aufenthalt dienen soll, als in Relation Veranstaltungen, die, wenns hoch kommt, einmal im Monat stattfinden würden.“

Ortwin Schmidt war damit nicht zufrieden und sagte, dass der Platz durch die Rinne in zwei Abschnitte geteilt würde. „Für mich ist das technisch nicht möglich, und ich muss mich fragen, ob ich das will, dass da für die nächsten 25 oder 30 Jahre etwas eingebaut wird, was hunderprozentig nicht passt.“ Architekt Kloeters antwortete, dass er viele Beispiele nennen könnte, an denen so eine Wasserrinne bewusst erhöht verbaut wurde und wo die Wasserfläche sehr gut von den Bürgern und insbesondere von Kindern angenommen werde. „Sie werden überrascht sein, wie intensiv das Wasser genutzt wird und es die Leute anzieht.“ Die Rinne stelle auch keine wirkliche Barriere dar, sondern könnte normal überschritten werden.

Lutz Schäfer (SPD) konnte „die formulierte Skepsis nicht nachvollziehen“. Ohne Wasser lohne sich für ihn die Umgestaltung des Rathausplatzes überhaupt nicht. Die Höhe der Rinne sei für ihn überschaubar. „Das Wasser wird ein absoluter Gewinn für die Besucher sein.“

Der Vorsitzende des Bau- und Planungsausschusses, Klaus Nelius (UWG), sagte, dass der Ausschuss sich dazu durchringen sollte, die vorgestellte Ausführungsplanung für den Rathausplatz zu beschließen und damit in die Umsetzung zu übergeben. Die Politiker beschlossen das einstimmig bei einer Einhaltung.

Von Alisa Kannapin

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