Kommunalwahl 2020

Was muss passieren, damit genug Kita-Plätze zur Verfügung stehen? - Parteien in Schalksmühle antworten

Kita-Plätze Kitas Schalksmühle Symbolbild
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Kita-Plätze sind ein wichtiges Thema - auch in Schalksmühle

Drei Fragen stellte die Redaktion den für den Schalksmühler Gemeinderat kandidierenden Parteien. Die erste Frage lautet: Der Bedarf an Betreuungsplätzen im Kitabereich spielt eine große Rolle. Was muss passieren, damit genug Kita-Plätze zur Verfügung stehen.

Das sind die Antworten der vier Parteien CDU, SPD, UWG und FDP in Schalksmühle zur Frage: Was muss passieren, damit genug Kita-Plätze zur Verfügung stehen?

Die vier Parteien haben wie folgt auf die erste Frage geantwortet.

Die Antwort der UWG

Betreuung betrifft unter Dreijährige (U3), Drei- bis Sechsjährige und Schulkinder. Aufgrund der höheren Geburtenzahlen und dem wachsenden Bedarf bei Alleinerziehenden und Familien fehlen jetzt schon und in der Zukunft noch mehr Betreuungsplätze für die jüngeren Kinder. Der gesetzlich garantierte Anspruch kann wahrscheinlich nicht in vollem Umfang umgesetzt werden. Der Umbau in Dahlerbrück schafft keine neuen Plätze.

Der geplante Neubau einer Kita am Löh schafft zwar etwas Luft, wird aber den absehbaren Bedarf nicht decken. Wir werden untersuchen, ob wir bestehende Einrichtungen erweitern können und/oder weitere errichten müssen. In der Idee eines Waldkindergartens sieht die UWG ebenso eine Option wie in einem von uns angeregten weiteren Neubau auf dem Jahnsportplatz oder ein zu untersuchender Umbau der Klagebachschule, wenn sie frei werden sollte. Wichtig ist dabei, möglichst einen Träger und gutes, ausgebildetes Personal zu bekommen, denn die Qualität der Betreuung ist uns sehr wichtig.

Schüler der Primusschule haben gemäß des pädagogischen Konzepts jetzt schon einen gebundenen Ganztag, der um ein OGS-Angebot ergänzt ist. Dafür stehen ausreichend Räume zur Verfügung. An der GS Spormecke wird das Raumangebot auf Dauer nicht ausreichen. Hier hat die UWG einen großzügigen Anbau an die Sporthalle vorgeschlagen, in dem die Angebote „8 bis 13“ und die OGS gemeinsam und kooperativ untergebracht werden und agieren können.

Die Antwort der SPD

Betreuungsplätze sind von enormer Bedeutung besonders für berufstätige Eltern und Alleinerziehende. Dies betrifft sowohl Kita-Plätze als auch Angebote für Kinder der Jahrgänge 1 bis 4. An der Primusschule stehen ausreichend Plätze zur Verfügung. An der Spormecke wird in den nächsten Monaten mehr Platz entstehen, ab dem Schuljahr 2021/22 bis zu 75 OGS-Plätze.

Der steigende Bedarf an Kita-Plätzen wurde in 2018 erkannt. Durch einen Neubau am Löh und die Erweiterung in Dahlerbrück werden mittelfristig genug Kita-Plätze zur Verfügung stehen. Jedoch war schon früh absehbar, dass die Baumaßnahmen nicht rechtzeitig abgeschlossen sein werden, um den Bedarf in 2020 zu decken. Die SPD hat daher den Vorschlag einer Waldgruppe gemacht, der von den anderen Parteien belächelt und abgelehnt wurde, jedoch ohne im Gegenzug eigene Ideen zu entwickeln. Nun muss eine Warteliste geführt werden und Kindern kann kein Betreuungsplatz angeboten werden. Je nach Situation der Eltern kann das eine große Belastung sein, gerade bei Familien mit schmalem Einkommen. Um umgehend diesen Familien zu helfen, prüft die Verwaltung momentan die Einrichtung einer Großtagespflege. Wir werden diesen Prozess mit vorantreiben.

Ab dem Schuljahr 2025/26 soll es einen Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz geben. Die SPD wird nach der Wahl am Ball bleiben, um zusätzlich benötigten Raum zur Verfügung stellen zu können. Wir werden wieder „um die Ecke denken“, um kreative Lösungen zu finden.

Die Antwort der CDU

Die Gemeinde Schalksmühle ist hier bereits auf einem guten Weg – dies insbesondere vor dem Hintergrund der Tatsache, dass im Bereich der Primusschule am Löh eine neue Kindertageseinrichtung errichtet wird. Dieser gute Weg hindert uns aber nicht daran, die Geburtenzahlen weiterhin stetig und kritisch unter die Lupe zu nehmen.

Diese Zahlen stellen das Fundament für eine bedarfsgerechte Analyse dar, um diese Bedarfe künftiger Jahre ableiten zu können. Sollte sich hierbei herausstellen, dass Defizite zu erwarten sind, scheuen wir uns als CDU nicht davor, Investitionsmittel einzufordern und bereitzustellen, um Maßnahmen wie An-, Um- oder gegebenenfalls auch Neubauten realisieren zu können. Hierbei darf aber auch der Kostenaspekt für die zukünftigen Jahre niemals aus den Augen verloren werden. Hingegen landläufiger Meinungen stehen die konservativen Kräfte für sämtliche neuen Formen der Kinderbetreuung ein. Solche zum Teil alternativen Betreuungsformen müssen aber auch in unseren Augen von den Erzieherinnen und Erziehern mitgetragen werden können, ansonsten sind solche Überlegungen in gewissem Maße wirkungs- und erfolglos.

Darüber hinaus müssen uns auch die entsprechenden Fachkräfte an Erzieherinnen und Erziehern auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Hier sind sehr gute Lösungen gefunden worden, die durch die verantwortlichen Kräfte der CDU auf Bundes- und Landesebene nachhaltige und effiziente Förderprogramme aufgelegt haben.

Die Antwort der FDP

Die Kinderbetreuung ist die lohnenswerteste Investition in die Zukunft. Daher setzen wir alles daran, die Situation in der Betreuung der unter und über Dreijährigen zu verbessern. Der Neubau der Kita Löh, der Umbau der Kita Dahlerbrück sowie der Schule Spormecke und die Einrichtung der Primusschule sind die ersten Schritte auf dem Weg zum Ziel. Aber das wird nicht reichen. Der Bedarf an U3-Plätzen steigt weiter. Anders als bei Schule, ist die Planbarkeit nicht gegeben, da oft schon wenige Monate nach der Geburt Betreuungsplätze benötigt werden.

Das Land gibt eine Kitaplatz-Ausbaugarantie. Das heißt, jeder Platz, der von der Gemeinde zusätzlich geplant wird, wird gefördert. Damit investiert die schwarz-gelbe Landesregierung stark in die frühkindliche Bildung. Diese Gesetzesnovelle ist ein Meilenstein, den die FDP federführend umgesetzt hat. Die Umsetzung der Bauvorhaben liegt aber in der kommunalen Hand, daher werden wir darauf dringen, alle erforderlichen Maßnahmen und Aktivitäten schnellstmöglich anzugehen.

Wichtiger als die Räume sind aber die Angebote für die Kinder. Es geht nicht um Verwahrung von Kindern, sondern um einen pädagogischen Auftrag. Wir wollen, dass jedes Kind individuell aufwachsen kann und dabei gefördert wird. Zudem müssen Betreuungszeiten flexibler werden, um es Eltern besser zu ermöglichen, Arbeit und Familie zu vereinen. Hierzu gehört gerade jetzt eine umfassende und verlässliche Digitalisierung des schulischen Angebotes.

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