"Finger weg von Polen-Böllern"

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Die Verwendung von Knallkörpern ohne BAN-Nummer ist gefährlich und kann schlimme Folgen haben.

Schalksmühle - Zum anstehenden Jahreswechsel wird es wieder laut und der Himmel färbt sich bunt. Für viele Menschen auch in Schalksmühle gehören das Silvesterfeuerwerk und Böller zum Start ins neue Jahr dazu.

Die Gemeinde warnt jedoch vor unsachgemäßer, gefährlicher Handhabung und der Verwendung von Knallkörpern aus Osteuropa. Zudem muss jeder Bürger die Reste des Silvesterfeuerwerks zeitnah selbst beseitigen.

Die Deutschen lieben das Silvesterfeuerwerk und deshalb schätzt der Verband der pyrotechnischen Industrie, dass auch in diesem Jahr rund 120 Millionen Euro für Raketen und Knallkörper ausgegeben werden.

So wird es sicherlich auch am Schalksmühler Nachthimmel hell leuchten. Doch die Pflichten beim „Böllern“ enden nicht mit dem letzten Knaller.

Reste müssen entfernt werden

„Wer Dreck verursacht, muss diesen auch wieder wegmachen. Dies sollte in der Regel noch am Neujahrstag geschehen“, sagt Winfried Schindler, Sachgebietsleiter für Öffentliche Ordnung und Personenstandswesen im Ordnungsamt der Gemeinde. Wer dies nicht tut, dem droht ein Verwarngeld. Das sei in Schalksmühle jedoch noch nicht vorgekommen: „Normalerweise reicht ein kurzer Hinweis oder Anruf, dann räumen die Menschen ihren Silvestermüll weg“, weiß Schindler.

Sonstige, kleinere Reste würden an den Tagen nach Neujahr vom Straßenreinigungsdienst des Schalksmühler Bauhofes ohnehin entfernt.

Zudem bittet der Sachgebietsleiter beim Zünden von Feuerwerkskörpern um eine zeitliche Beschränkung auf die Kernzeiten rund um den Jahreswechsel. Bis zu zwei Stunden nach Mitternacht seien absolut akzeptabel, allerdings sollte – auch aus Rücksicht auf ältere Menschen, wie in der Nähe von Seniorenheimen – „nicht bis vier Uhr morgens durchgehend Feuerwerk entfacht werden“.

Das vorzeitige Entzünden der Böller und Raketen ist übrigens nicht erlaubt: „In der Regel sind es einige, wenige Jugendliche, die bereits vor Silvester Böller oder Raketen zünden“, so die Erfahrungen Schindlers. Dies sei ein Verstoß gegen die Sprengstoffverordnung, die besagt, dass nur an Silvester und in den Neujahrstag hinein das Abbrennen von Feuerwerkskörpern erlaubt ist.

Bei Zuwiderhandlung drohen auch hier Ordnungsgelder. Diese würden in der Regel jedoch nicht verteilt: „Da reicht meist eine mündliche Verwarnung“, sagte Schindler.

Einfuhr von Ost-Böllern „kein Kavaliersdelikt“

Dies gelte jedoch nicht, wenn nicht genehmigte Feuerwerkskörper gezündet würden. Sogenannte Böller aus Polen und Tschechien haben meist nicht nur keine Zulassung, sondern sind – laut Schindler – auch „höllisch gefährlich und zurecht verboten“. Schon die Einfuhr aus den östlichen Nachbarländern ist strafbar: „Dann gibt es für die jeweiligen Personen empfindliche Strafen. Das ist kein Kavaliersdelikt“, erklärt Schindler.

Bei entsprechenden Funden an illegalem Feuerwerk oder Böllern würde direkt die Kreisordnungsbehörde eingeschaltet, die sich um diese Delikte kümmert. „Bei der Verwendung dieser Produkte drohen schlimme Verletzungen“, weist Schindler auf zahlreiche wissenschaftliche Tests hin, die die Gefährlichkeit der Böller aus Osteuropa unterstreichen würden. Deshalb gilt als wichtige Empfehlung von Schindler: „Finger weg von den Polenböllern!“

Auf geprüfte Artikel mit BAM-Nummer achten

Verwendet werden sollten nur die Feuerwerkskörper, die eine entsprechende Zulassung mit einer BAM-Nummer haben und geprüft sind.

„Es gab in den 30 Jahren meiner Tätigkeit in Schalksmühle zum Glück noch keinen Todesfall durch Silvesterfeuerwerk – und das soll auch weiterhin so bleiben“, sagte Schindler.

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