Warnstreik der IG Metall bei Outokumpu

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Torsten Kasubke (links), Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Märkischer Kreis, sprach am Donnerstagvormittag auf dem Gelände von Outokumpu zu den streikenden Arbeitern der Frühschicht.

Dahlerbrück - Für rund eine Dreiviertelstunde ruhte am Donnerstagvormittag die Arbeit bei Outokumpu in Dahlerbrück. Die IG Metall hatte nach den vorerst abgebrochenen Tarifverhandlungen zum Warnstreik aufgerufen und fast alle Arbeiter der Frühschicht sowie einige Angestellte der Verwaltung beteiligten sich.

„Das war heute eine erste Warnung. Wenn die nicht reichen sollte, stehen wir in der nächsten oder übernächsten Woche wieder vor dem Werkstor. Dann aber sicherlich nicht nur mit einer Schicht!“ Für Torsten Kasubke, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Märkischer Kreis, ist das bisherige Angebot der Arbeitgeber in der Stahlbranche im Rahmen der Tarifverhandlungen „eine Provokation“.

Eine 1,3-prozentige Lohnerhöhung haben die Stahlarbeitgeber bislang angeboten. Die Industriegewerkschaft brach die Gespräche daraufhin am Montag ergebnislos ab und rief für Donnerstagmorgen die Frühschicht des Dahlerbrücker Stahlunternehmens Outokumpu zum Warnstreik auf.

„Beteiligung liegt bei fast 100 Prozent“

„Wir sind sehr zufrieden, die Beteiligung liegt bei fast 100 Prozent. Neben vielen Arbeitern haben sich auch Angestellte aus der Verwaltung angeschlossen, so dass wir den Betrieb für rund eine Dreiviertelstunde komplett zum Stillstand gebracht haben“, sagte Kasubke, nachdem die belegschaft ab 10.15 Uhr vor die Werkstore gekommen war.

Ausgestattet mit Fahnen, Trillerpfeifen und Westen brachten die Arbeiter ihren Unmut über das bisherige Angebot verbal lautstark zum Ausdruck. „1,3 Prozent für 15 Monate bedeutet ein Minus. Das Angebot liegt unter der derzeitigen Inflationsrate, ist eine schallende Ohrfeige für jeden Arbeitnehmer. Die Auftragslage in der Stahlindustrie hat sich verbessert, davon soll natürlich auch die Belegschaft profitieren“, sagte Kasubke, der 4,5 Prozent mehr Lohn und eine Fortführung der Altersteilzeitregelung fordert.

Bis zur nächsten Verhandlungsrunde Mitte März müssten die Arbeitgeber nachbessern. „Sonst werden wir mit weiteren Streikmaßnahmen nachlegen“, sagte Kasubke. Ein verbessertes Angebot forderte auch Outokumpu-Betriebsratsvorsitzender Uwe Tomaschewski-Wessendorf: „Schön, dass Ihr alle draußen seid um ein Zeichen zu setzen. Denn unsere Auftragsbücher sind voll. Dies sollte auch gegenüber den Arbeitern honoriert werden.“

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