Bundeskanzler-Sohn Walter Kohl zu Gast in Dahlerbrück

+
Rainer Biesinger und Bärbel Römer, beide Inhaber des Seminarhauses NRW in Dahlerbrück, konnten am Wochenende Walter Kohl in ihren Räumen begrüßen.

Dahlerbrück - Walter Kohl, Sohn des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl, war zu Gast in Schalksmühle. Im Seminarhaus Dahlerbrück sprach er Versöhnung, Sackgassen - und einen eigenen Suizidversuch.

Coach und Autor Rainer Biesinger, gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Bärbel Römer Inhaber des Seminarhauses NRW in Dahlerbrück, und der Unternehmer, Autor und Harvard-Absolvent Walter Kohl sind Menschen aus zwei vollkommen unterschiedlichen Lebenswelten.

Dennoch entdeckten die beiden bei ihrem ersten Treffen in einem Sitzungscenter des Frankfurter Hauptbahnhofes im Jahr 2012, dass sie sich gut verstehen und gewisser Maßen seelenverwandt sind. Seither verbindet sie eine Freundschaft, die Walter Kohl am Samstag auch ins Seminarhaus nach Dahlerbrück führte, wo er einen Vortrag zum Thema „Kraftquelle (einseitige) Versöhnung“ hielt.

„Wenn ihr einverstanden seid, sind wir heute alle per Du, ich bin der Walter“, fand Kohl, der mit seinen zahlreich erschienenen Zuhörern auf Augenhöhe kommunizierte und mit keiner Sekunde seinen berühmten Vater, den einstigen Bundeskanzler Helmut Kohl, an diesem Nachmittag zum Thema machte, den passenden Einstieg. „Ihr könnt immer und zu jeder Zeit Fragen stellen, und wenn ihr keine stellt, dann stelle ich welche“, versprach der Referent. 

Demut ist die Basis für Souveränität 

Mit Lob für seinen Freund Rainer Biesinger sparte Kohl nicht. „Der ist für mich ein Vorbild und ein Segen für die Menschen, für die er arbeitet“, versicherte Kohl, der Demut und den Abschied vom eigenen Ego als eine zentrale Lebensqualität bezeichnet. „Es ist gut zu erkennen, dass man selbst nicht wichtiger ist als andere“, betonte er. Demut heiße für ihn, mit dem Herzen zu hören und auch sich selbst immer wieder zu hinterfragen sowie sagen zu können: „Da hast du dich aber wieder wie ein Idiot benommen.“ 

Demut sei die Basis für Souveränität, und es sei zum Beispiel auch für eine Führungskraft allemal besser, demütig zu sein und die Menschen zu überzeugen, freiwillig zu folgen und sie im positiven Sinne zu motivieren, anstatt Druck auszuüben. „Dies ist freilich vor allem als Grundeinstellung zu verstehen, die auch Ausnahmen zulässt, denn bei manchen Menschen muss man freilich auch mal auf den Tisch hauen, ganz nach dem Motto von Franz-Josef Strauß ‘Everybody’s darling is everbody’s Depp’“, stellte Kohl klar. 

Ehrenamtlich in der Suizidprävention tätig

Walter Kohl ist ehrenamtlich auch auf dem Gebiet der Suizidprävention aktiv, was aus der Tatsache resultiert, dass seine Mutter Hannelore Kohl sich in seinem Jugendbett das Leben nahm. „Auch ich habe einen Suizidversuch hinter mir“, verriet Kohl. Menschen, denen etwas derartig Einschneidendes widerfahren ist, stecken oft in Sackgassen fest, fragen sich, warum es gerade ihnen passiert ist, empfinden das Geschehene als ungerecht und stellen sich die Frage, warum der geliebte Mensch sie allein gelassen hat. „Die schlimmste aller Sackgassen ist jedoch das Nach-Tragen“, erklärt Kohl. 

Die Versöhnung mit dem anderen sei dagegen der Weg zum inneren Frieden. „Diese Versöhnung muss einseitig erfolgen, denn eine beidseitige Versöhnung ist ja oft nicht mehr möglich, zum Beispiel, wenn der andere nicht mehr am Leben ist“, erklärt Kohl. Abschließend gab er seinen Zuhörern fünf Schritte an die Hand, die helfen können, in Ausnahmesituationen zum inneren Frieden zu finden.

Als nächstes lädt das Seminarhaus NRW am 27. Oktober zum „Open House“ ein. Von 14 bis 17 Uhr können sich Interessierte vor Ort kennenlernen und die Einrichtung erkunden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare