Waldpflege an der Glörtalsperre

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Mit weißer Farbe markiert Frederik Vollmer einen der Zukunftsbäume, denen durch die Fällarbeiten mehr Platz zur Entwicklung gegeben werden soll.

Schalksmühle - „Mit den Bäumen ist das wie mit den Menschen: Je älter sie werden desto anfälliger werden sie für Krankheiten“, sagt Förster Frederik Vollmer. Deshalb lässt die RVR Ruhr Grün als Tochtergesellschaft des Regionalverbands Ruhr seit dem 13. Oktober und noch etwa bis Mitte November umfangreiche Holzerntearbeiten in den Waldgebieten an der Glörtalsperre durchführen.

In den vergangenen Tagen war deshalb abschnittweise auch immer wieder mal der Rundwanderweg um die Talsperre gesperrt. „Die Maßnahme dient dazu, den Wald zu verjüngen und zugleich fit zu machen für den bevorstehenden Klimawandel“, sagt Vollmer, der das Revier Süd des Regionalverbands derzeit in Vertretung für Klaus Peter betreut. 

Dies geschieht, in dem im Bereich der Talsperre vor allem der Bestand der alten Fichten reduziert wird. „Ab einem Alter von etwa 100 Jahren werden Fichten anfälliger für Pilzerkrankungen, aber auch für Schäden durch Stürme“, erklärt Vollmer. 

Lichtdurchflutung wird erhöht 

Durch die gezielte Fällung einiger Bäume soll die Lichtdurchflutung des Waldbodens erhöht werden. „Damit wollen wir die sogenannte Naturverjüngung ankurbeln“, erläutert Vollmer. 

So werde nach dem Abschluss der Holzerntemaßnahmen auf Nachpflanzungen verzichtet, sondern stattdessen der Natur freien Lauf gelassen. „Damit haben wir die Garantie, dass sich heimische Arten ansiedeln, die perfekt an die Standortfaktoren im Bereich der Glörtalsperre angepasst sind“, sagt Vollmer. Dadurch solle die teils vorherrschende Fichten-Monokultur durch nachwachsende Laubbaumarten wie Buche oder Ahorn durchbrochen werden.

Bei der Entscheidung, welche Bäume gefällt werden, geht der Förster nach klaren Kriterien vor. „Wir achten auf Qualität, Stabilität, Vitalität und Verteilung“, erklärt Vollmer. Dabei legt der RVR-Förster sogenannte „Z-Bäume“ (Zukunftsbäume) fest, die alle Kriterien erfüllen, um noch viele Jahrzehnte in diesem Waldgebiet wachsen zu können. „Diesen Z-Bäumen wollen wir etwas Gutes tun, indem wir ihnen mehr Platz geben und den Bestand in der näheren Umgebung, der beispielsweise in die Krone der Zukunftsbäume wachsen wird, ausdünnen“, beschreibt Vollmer das Vorgehen.

Gearbeitet wird mit schwerem Gerät 

Gearbeitet wurde in den Waldabschnitten an der Glörtalsperre zuletzt mit schwerem Gerät. Nachdem die Räumgassen angelegt waren, sorgte ein Harvester für die Holzernte. Dabei werden allerdings nicht alle gefällten Bäume aus den Waldgebieten entfernt. „Einen Teil lassen wir als Totholz auf dem Waldboden liegen. Diese Stämme werden von Insekten, aber auch verschiedenen Pilzarten genutzt“, sagt Vollmer. Die qualitativ hochwertigeren Stämme werden vermarktet. Aus den Fichten werde hauptsächlich Bauholz. „Die Bäume werden aber auch zu Spanplatten oder Europaletten verarbeitet“, erklärt Vollmer. 

Detaillierte Forstbetriebskarten 

Wann in welchen Waldbereichen diese Pflege- und Verjüngungsarbeiten durchgeführt werden müssen, erkennt der Förster auch mithilfe detaillierte Forstbetriebskarten, in denen die Baumarten verschieden farblich gekennzeichnet sind. „Hinzu kommen unterschiedliche Schattierungen, die Altersbereiche der Bäume angeben. So können wir schnell erkennen, wo vielleicht etwas passieren muss, führen aufgrund dieser Informationen eine Begehung vor Ort durch“, sagt Vollmer. Neben der Pflege und Verjüngung des Waldes kommt der RVR mit den Arbeiten unmittelbar im Bereich des Talsperrenwegs seiner Verkehrssicherungspflicht nach.

„Einige Bäume waren weit in den Weg hineingewachsen und nicht mehr im allerbesten Zustand. Deshalb haben wir uns entschieden, diese im Zuge der Maßnahme mit zu entfernen“, so Vollmer. Weil in den nächsten Tagen immer wieder mit schwerem Gerät im Bereich des Talsperrenwegs gearbeitet werden müsse, bittet der Förster Spaziergänger, Jogger und Radfahrer eindringlich darum, die Absperrungen zu beachten. „Das war zuletzt leider nicht immer der Fall und kann sehr gefährlich werden, wenn gerade Fällarbeiten stattfinden. Diese Situationen sollten unbedingt vermieden werden“, sagt Vollmer abschließend.

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