Vortrag in der Primusschule über das Funktionieren des Gehirns

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Ergotherapeutin Astrid Frevel erläuterte den heutigen Wissenstand der Forschung zum Funktionieren des menschlichen Gehirns.

Schalksmühle - Kaum ein menschliches Organ ist so komplex wie das Gehirn, das auch nach neuestem Stand der Wissenschaft noch zahlreiche Geheimnisse in sich birgt. „Wie tickt unser Gehirn – Eine Reise in die Welt der Neuroanatomie“ lautete am Mittwoch ein Vortrag von Ergotherapeutin Astrid Frevel in der Primusschule. Initiiert worden war die Veranstaltung von der Bildungsinitiative Schalksmühle.

„Bei vielem, was man heute über das menschliche Gehirn weiß, handelt es sich um pure Annahmen, die in einigen Jahren bereits wieder durch neue Erkenntnisse verdrängt sein könnten“, erklärte Astrid Frevel.

Einleitend stellte sie die Architektur und den Aufbau des Gehirns vor. Jeder einzelnen Hirnregion werden demnach unterschiedliche Aufgaben und Funktionen beigemessen. Der „Hirnstamm“ stellt zum Beispiel die Verbindung des Gehirns zum Körper dar und steuert die Vitalfunktionen, die „Formatio Reticularis“ übermittelt Sinnesreize. Das „Hinterhirn“ stellt eine Verbindung aller Bereiche dar, während das Kleinhirn überwiegend die Motorik, Koordination und das Gleichgewicht des Menschen steuert. Weitere wichtige Bereiche sind das Mittelhirn, das Zwischenhirn, das Frontalhirn sowie das Endhirn oder Großhirn. „Letzteres wird nach neuen Forschungserkenntnissen nicht mehr in zwei Hälften geteilt, denen unterschiedliche Fähigkeiten zugeordnet werden“, betont die Referentin. „Beide Hirnhälften arbeiten absolut gleich.“ Auch zwischen den Geschlechtern gebe es in dieser Hinsicht keine Unterschiede.

Ferner ging Astrid Frevel der Frage nach, wie das Gehirn beim Lernen funktioniert. „Das pure ‘auswendig lernen’ funktioniert grundsätzlich nur durch Wiederholung, und die muss so oft erfolgen, bis die Information dauerhaft gespeichert wird“, erklärte die Referentin. Einfacher könne ein Mensch Informationen speichern, die für ihn mit einer Emotion verknüpft seien.

Ein Sonderfall sei das Gehirn eines Pubertierenden. Junge Leute, die sich in dieser Phase ihres Lebens befinden, hätten Schwierigkeiten damit, Probleme zu erkennen und zu lösen, Regeln einzuhalten, Eigeninitiative zu zeigen sowie Mehrfachanweisungen zu befolgen. Darüber hinaus könnten sie oft ihre motorischen Funktionen nur schlecht kontrollieren und ihre Impulse nicht beherrschen. „IQ-Werte können bei Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren von einen auf den anderen Tag um zehn Punkte schwanken“, so die Referentin. Für das viel beschworene merkwürdige Verhalten Jugendlicher während der Pubertät trügen sie selbst in der Regel keine Schuld.

Weitere Themenschwerpunkte waren an diesem Abend die Entwicklung der Gedächtnisleistung im Laufe des Lebens sowie das Lernen im Arbeits- und Schulalltag. Abschließend erläuterte Astrid Frevel noch einige von insgesamt acht Memo-Techniken, die helfen können, wichtige Dinge wie zum Beispiel Namen bei Bedarf wieder aus den Untiefen des Gedächtnisses hervorzuholen.

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