Vorschläge für Leader sind sehr gefragt

Die „Oben an der Volme“-Kommunen bewerben sich für „Leader“.

Schalksmühle - Die Erarbeitung der Bewerbung der vier „Oben an der Volme“-Kommunen für das Leader-Förderprogramm schreitet voran. Beim nächsten Regionalforum, das am Mittwoch, 21. Januar, ab 19 Uhr im ehemaligen Kornspeicher an der Heesfelder Mühle stattfindet, werden die bisherigen Ergebnisse präsentiert. Bis Ende Januar haben die Bürger noch die Möglichkeit, eigene Projektideen vorzuschlagen.

Von Alisa Kannapin

Die bisherige Beteiligung der Bürger war laut Ralf Bechtel, Fachbereichsleiter Planen und Bauen und in der Gemeinde für Leader zuständig, bisher sehr erfolgreich: „Was die Rückmeldungen aus Schalksmühle angeht, sind wir überaus zufrieden. Speziell von der Arbeit in den Fachgruppen bin ich sehr begeistert. Wir haben bereits viele Ideen zusammengetragen, was uns auch vom zuständigen Büro ‘neuland+’ bestätigt wurde. Trotzdem rufen wir die Bürger weiter dazu auf, Ideen einzureichen.“

Ein Start-Projekt kommt aus Schalksmühle

Vorschläge und Finanzierung

Die Leader-Förderung liegt für die Region „Oben an der Volme“ bei 2,3 Millionen Euro – rund 1,8 Millionen davon stammen aus EU-Mitteln und rund 500 000 Euro aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Bezuschussung der einzelnen Projekte liegt jeweils maximal bei 65 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Der Rest ist durch die Projektträger zu finanzieren. Der maximale Leader-Zuschuss ist pro Einzelprojekt auf 250 000 Euro gedeckelt. Die Projekte sollen bis Ende 2020 umgesetzt werden.

Die jeweiligen Leader-Ideen können unterschiedliche Träger haben. Ralf Bechtel: „Das müssen nicht nur die Kommunen sein, sondern auch Vereine oder Bürgerinitiativen. Wichtig ist nur, dass die Träger die Co-Finanzierung stemmen können.“

Noch bis Ende Januar können Bürger zu den Themengebieten „Kinder und Jugend“, „Naherholung und Tourismus“, „Dorfentwicklung“, „Bürgerschaftliches Engagement“, „Wirtschaft“ sowie „Klimaschutz und Energie“ Ideen einbringen. Diese können über die Homepage www.oben-an-der-volme.de eingereicht werden. Außerdem nimmt der Schalksmühler Leader-Koordinator Ralf Bechtel Vorschläge unter der Rufnummer 0 23 55 / 8 42 80 oder per E-Mail an R.Bechtel@schalksmuehle.de entgegen.

Aktuell gebe es mehrere Projektvorschläge, darunter Start-Projekte und weitere Ideen. „Die Vorschläge werden in Start-Projekte und Ideen eingeteilt. Die Start-Projekte sind festgesetzt, es gibt dazu bereits konkrete Umsetzungsvorstellungen und deren Konzepte werden in der Bewerbung vorgestellt. Davon gibt es derzeit zwei, eins davon kommt aus Schalksmühle“, erklärt Bechtel.

Die Projektideen drehen sich zum Beispiel um die Vernetzung innerhalb der Region und wie man Informationen ansprechender für die Bevölkerung aufbereiten kann und Kooperationen unter den Vereinen fördert.

Beim Regionalforum an der Heesfelder Mühle in Halver werden der Öffentlichkeit die Ergebnisse aus dem Beteiligungsprozess präsentiert und der Konzeptentwurf für die Leader-Bewerbung vorgestellt.

Lokale Aktionsgruppe verteilt Fördergelder

Des Weiteren wird die vorläufige lokale Aktionsgruppe vorgestellt. Diese Gruppe entscheidet – sofern die „Oben an der Volme“-Bewerbung grünes Licht erhält – in der Region über die Aufteilung der Leader-Fördermittel. „In diesem Programm läuft das anders als im Regionale-Prozess. Hier entscheidet nicht die Regierung über die einzelnen Projekte, sondern die Mittel werden der Region automatisch zur Verfügung gestellt und die Verteilung läuft vor Ort ab“, erklärt Bechtel.

Die lokale Aktionsgruppe besteht aus Bürgern, Vertreter der vier Verwaltungen (deren Anteil liegt jedoch unter 50 Prozent) und den Leader-Koordinatoren der Kommunen. „Die vier Bürgermeister sind wahrscheinlich nicht Teil der Gruppe“, sagt Bechtel. Es gebe bereits Vorschläge, wer aus der Bürgerschaft Teil der lokalen Aktionsgruppe sein wird.

Insgesamt besteht die Gruppe aus rund zehn Leuten, die zwei bis drei Mal im Jahr nach Bedarf tagen und darüber entscheiden, welche Ideen förderfähig sind. „Die Personen haben den Förderrahmen im Auge und prüfen, welche Projekte von Vereinen und aus der Bürgerschaft so weit durchdacht sind, dass sie umsetzbar sind“, führt Bechtel aus.

Zudem wird für sieben Jahre eine 1,5 Stelle eines Regionalmanagements eingerichtet. „Der Manager bereitet Projektideen für die lokale Aktionsgruppe vor und begleitet die Umsetzung“, sagt Bechtel. Die Stelle wird über Leader-Förderung und zu 35 Prozent durch eine Co-Finanzierung der Kommunen bezahlt. Die Lenkungsgruppe der vier Kommunen wird das nächste Mal am 15. Januar mit Teilnehmern der lokalen Aktionsgruppe in Kierspe tagen.

Kooperation mit anderen Leader-Regionen

Des Weiteren ist die Lenkungsgruppe gerade dabei, Kooperationen mit anderen Leader-Regionen zu schließen. „Hierbei prüfen wir, wo man Schnittstellen zum Beispiel im Bereich Tourismus finden kann. Mit zwei benachbarten Regionen, bei denen es Berührungspunkte gibt, führen wir derzeit Gespräche. Diese möglichen Kooperationen werden wir auch im Regionalforum vorstellen“, sagt Ralf Bechtel. Ziel der Kooperationen sei es, die Förderung noch stärker in die Fläche zu tragen. „Nicht nur die vier ‘Oben an der Volme’-Kommunen sollen sich gut vernetzen, sondern es sollen auch in die benachbarten Regionen Verbindungen geschaffen werden.“

Mitte Februar reichen die Kommunen die Bewerbung ein. Die Ergebnisse des Auswahlverfahrens sollen im zweiten Quartal vorgestellt werden. Bechtel: „Und dann könnte es mit der konkreten Umsetzung der Projekte losgehen.“

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