Vorlesetag im Rathaus

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Die drei Vorleserinnen (von links) Sabine Trienke, Brigitte Scholz und Maren Nelius mit den vorgestellten Büchern im Foyer des Schalksmühler Rathauses.

Schalksmühle - Mit eigenen Buchfavoriten traten drei Vorleserinnen am Sonntag im Rathaus bei der sechsten Auflage der Veranstaltung „Leser lesen für Leser“ vor die Zuhörer im Foyer.

Auf Einladung der Gemeinde und der Bücherei Schalksmühle versuchten Brigitte Scholz, Maren Nelius und Sabine Trienke – Letztere in Doppelfunktion als Vorleserin und Musikerin – für ausgesuchte Texte heiterer und trauriger Natur zu begeistern.

Krankheitsbedingt musste Ralf Gensmann, der eigentlich der Vierte im Bunde sein sollte, seine Teilnahme absagen. Seine drei Mitstreiterinnen lasen dafür etwas länger.

Umfangreiches Musikschul-Programm

Mit dabei war einmal mehr die Musikschule, die sich mit einem umfangreichen Programm – von Ensembles und Solisten gestaltet – in den gut besuchten musikalisch-literarischen Nachmittag einbrachte. Passend zur Stimmung der vorgelesenen Texte brachten Jennifer Werthmann (Klavier) und Hannah Schmidt (Querflöte), Sabine Trienke (Akkordeon) und Niklas Schmermbeck (Klavier), ferner das kleine und das große Violinenensemble von Cornelia Krebs besinnliche und schwungvolle Weisen zu Gehör. Vom Barock mit einer Aria von Johann Sebastian Bach bis zu einer Rock-Ballade von Wolfgang Fuchs („November“) spannten die jungen Musiker den Bogen. In die „Zwischenmusiken“ führte Bezirksleiterin Kathrina Frisch ein.

Mit einem Buch aus der Bücherei – Alice Munros jüngster Kurzgeschichtensammlung „Dear Life“ (Liebes Leben) – eröffnete Brigitte Scholz den Reigen der Lesebeiträge. Die Erzählung „Japan erreichen“ der kanadischen Literatur-Nobelpreisträgerin, die eine wahre Meisterin der knappen Form ist, stellte die Vorleserin aus dem Bücherei-Team vor. Protagonistin war darin die Dichterin Greta, die sich bei einem Empfang in einen Journalistin verliebte und in Tagträume floh.

Ein Dauerlächeln im Gesicht

Einen herrlich schrägen, skurrilen Helden lernten die Zuhörer in Ove, dem kauzigen Witwer aus Fredrik Backmans Bestseller „Ein Mann namens Ove“, kennen. Gleich zweimal machte Maren Nelius die Zuhörer mit den Höhen und Tiefen im Leben des ewig schlecht gelaunten End-Fünfzigers, der seinem Leben ein Ende setzen wollte und dann neue Nachbarn bekam, bekannt. Die erste Episode – Ove sah keinen Sinn in seinem Leben mehr und bereitete seinen Selbstmord vor – war eher trauriger Natur. Bei der zweiten, als Ove seiner schwangeren Nachbarin das Autofahren beibringen wollte und sich dabei mit einem muskelbepackten „Hals-Tattoo“ anlegte, hatte jeder ein Dauerlächeln im Gesicht.

Einem bissig-amüsanten Alltagschronisten erteilte zu guter Letzt Sabine Trienke, die den Kabarettisten Jochen Malmsheimer in Auszügen aus „Halt mal, Schatz“ als frisch gebackenen Vater mit verbesserungswürdiger Wickeltechnik und Aversion gegen Dinkelplätzchen vorstellte, das Wort. Humorvoll schilderte sie haarsträubende Vater-Erlebnisse.

Bücherei-Team sorgt für Verpflegung

Wie immer versorgte das Bücherei-Team mit Beate Thebrath und Marlen Pätsch an der Spitze die Besucher mit Kaffee und Kuchen. Die dafür erbetene Spende ist für neue Medien bestimmt. Auf der Wunschliste der Bücherei: „Ein Mann namens Ove“.

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