Schalksmühlerin unterstützt Jugendliche mit Drogenproblemen

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Noch kann sich Sophie Spelsberg den zentralen Platz der Stadt Sasaima in Kolumbien nur über das Internet anschauen, ab Mitte Februar hat die 18-Jährige dann die Möglichkeit dort selbst zu stehen.

Schalksmühle - Sasaima ist eine Kleinstadt in Kolumbien, mit rund 10 000 Einwohnern vergleichbar mit Schalksmühle. Von der Größe der Kommune wird sich die Heedfelderin Sophie Spelsberg also nicht umstellen müssen, wenn sie ab Mitte Februar im Rahmen eines sozialen Projektes ein Auslandsjahr in Kolumbien verbringt.

Ansonsten dürfte sich für die 18-Jährige allerdings so ziemlich alles verändern. „Der Flug ist gebucht, am 11. Februar geht es von Amsterdam nach Bogotá“, fiebert die ehemalige Schülerin des Lüdenscheider Bergstadt-Gymnasiums dem Abflug bereits entgegen.

In der kolumbianischen Hauptstadt wird Spelsberg zunächst in einem etwa einwöchigen Seminar auf die Besonderheiten ihres Austauschlandes und die soziale Arbeit vorbereitet, bevor es weiter geht ins nur 80 Kilometer entfernte Sasaima, gelegen auf rund 1200 Metern Höhe in der Andenregion.

In einem Jugendcamp wird Spelsberg in einer erzieherisch-therapeutischen Maßnahme mit 13- bis 18-Jährigen arbeiten, die Drogenprobleme haben oder zumindest in der Familie damit konfrontiert wurden. In dem Jugendcamp „Hogar Claret Semillas de Vida“ sollen die Jugendlichen nun Schritt für Schritt wieder in ein normales Leben zurückgeführt werden. „Ein Projekt mit Jugendlichen zu bekommen, war mein großes Ziel“, freut sich Spelsberg, dass die Organisation ihren Wunsch erfüllen konnte.

Schalksmühlerin arbeitet im Camp mit Gleichaltrigen

Im Camp wird Spelsberg eigene Workshops anbieten, Unterstützung bei den Hausaufgaben geben, verschiedene Aktivitäten unterstützen und allgemein im Wiedereingliederungsprozess helfen. Ein wenig Respekt hat die 18-Jährige vor der Aufgabe allerdings auch: „Teilweise werde ist es ja mit fast Gleichaltrigen zu tun haben. Da bin ich mal gespannt, wie das funktionieren wird. Zumal ich noch nicht so richtig gut Spanisch spreche. Ich werde sicherlich erst eine kurze Eingewöhnungszeit benötigen.“

Die Freude über die Projektarbeit überwiege allerdings. „Vielleicht werde ich Workshop-Angebote im sportlichen Bereich machen“, hat Spelsberg sich schon erste Gedanken gemacht. Anders als ein Großteil der Freiwilligen, die mit ICJA in der ganzen Welt unterwegs sind, wird Spelsberg nicht bei einer Gastfamilie, sondern direkt im Jugendcamp leben, bekommt dort Verpflegung und ein Taschengeld.

Noch viel zu tun vor dem Abflug nach Südamerika

Wenn es am 11. Februar los geht, dürfte das aktuell triste Winterwetter im Sauerland spätestens elf Flugstunden später vergessen sein. „In Sasaima liegt die Durchschnittstemperatur über das Jahr bei 22 Grad. Das kann man mit Schalksmühle überhaupt nicht vergleichen“, erzählt die Heedfelderin. Vor der Abreise hat Spelsberg allerdings noch eine längere To-do-Liste abzuarbeiten. Darauf stehen einige Besorgungen, letzte Arzttermine für Impfungen und natürlich die Abschiedsrunde bei Freunden, Bekannten und Familie.

Viele hätten sich mittlerweile mit dem Gedanken angefreundet, die 18-Jährige für ein Jahr nach Südamerika ziehen zu lassen. „Auch bei mir wird die Vorfreude jetzt immer größer, schließlich geht es schon in wenigen Tagen los. So richtig realisiert habe ich das Ganze aber irgendwie noch nicht. Das wird wahrscheinlich erst der Fall sein, wenn ich im Flugzeug sitze“, sagt Spelsberg.

Über ihr Auslandsjahr in Kolumbien, die Arbeit im Jugendcamp und über Eindrücke von Land und Leuten wird Sophie Spelsberg in einer Reihe in unserer Zeitung berichten.

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