Keine Chance dem Vandalismus

Von der Nazi-Bushaltestelle zum künstlerischen Kleinod - Schmierereien sind entfernt

Bushaltestelle Schnarüm, Schalksmühle, Nazi, Schmierereien
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Neuer Glanz nach Nazi-Schmierereien: Thomas Pyka, Gina Koßmann, Denise Moulton und Brigitte Gentz (von links) gestalteten die Haltestelle Schnarüm neu.

Nazi-Schmierereien wurden an einer Bushaltestelle in Schalksmühle vor einigen Wochen entdeckt. Der Staatsschutz nahm die Ermittlungen auf. Inzwischen haben zwischen verschiedene Menschen um die Verschönerung der Haltestellte gekümmert.

Schalksmühle/Lüdenscheid – „Die Bushaltestellen sollen bunter werden!“ Unter diesem Motto steht seit einigen Jahren eine Aktion der Jugendfreizeitstätte Audrey’s in Lüdenscheid. Jetzt wurde mit der Haltestelle Schnarüm, die sich knapp auf Schalksmühler Boden befindet, die insgesamt 36. Haltestelle verschönert. Zuvor wurde die Haltstelle mit Nazi-Schmierereien verunstaltet und sorgte für Aufsehen. Der Staatsschutz leitete Ermittlungen ein.

Die Federführung beim Kunstprojekt hat Brigitte Gentz inne. Am Buswartehäuschen Schnarüm arbeiteten die Jugendlichen Thomas Pyka, Denise Moulton und Gina Koßmann mit. Finanziert werden und wurden die Aktionen – bis auf eine Ausnahme – vom Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb in Lüdenscheid (STL). Die Verschönerung der abgelegenen Bushaltestelle war ganz besonders deshalb notwendig geworden, da das Gebäude stark mit rechtsextremen Schmierereien verunstaltet war.

Gegensätzliche Aussage

„Unter anderem prangte ein überdimensionales Hakenkreuz an der Seitenwand und auch im Inneren gab es zahlreiche hässliche, rechtsextreme Beschriftungen und Verunstaltungen“, sagt Gentz. Zu dieser Problematik stellt der Entwurf zur Gestaltung des Buswartehäuschens eine genau gegensätzliche Aussage dar. Wer jetzt das Häuschen besucht, sieht eine große Zahl gen Himmel gereckter, bunter Arme und Hände, die von einem großen Friedenszeichen sowie einem bunten Bogen überragt werden, der sich aus dem Wort „Frieden“ in unterschiedlichen Sprachen zusammensetzt.

Bei der Bemalung des Gebäudes bewiesen die jungen Künstler viel Liebe zum Detail.

Wie bei vielen der anderen Buswartehäuschen handelt es sich auch hier um ein Motiv im Pop-Art-Stil. Ein farbenfroher, klarer Aufruf zur Versöhnung und gegen den Hass. „Leider fand ich vor einer Woche, genau einen Tag, nachdem ich den Entwurf angebracht hatte, eine neue Schmiererei vor“, ärgert sich Gentz. Diese wurde inzwischen entfernt und übermalt. Nun hoffen all jene, die das Bushäuschen in ein künstlerisches Kleinod verwandelt haben, dass sich diejenigen, die das Gebäude bisher verunstaltet und vollgeschmiert haben, doch noch einen kleinen Rest Anstand und Respekt vor der Arbeit bewahrt haben, die die Jugendlichen investiert haben, und auf weitere Schmierereien verzichten.

Allein in diesem Jahr wurden zwölf Buswartehäuschen verschönert. „Ein sehr gutes Pensum, da wir uns ansonsten im Schnitt nur acht Häuschen pro Jahr vorgenommen hatten“, freut sich Gentz. Was jedoch nicht heißt, dass sich die Künstlerin und Jugendlichen im kommenden Jahr auf die faule Haut legen werden. Denn sicher gibt es noch viel mehr Buswartehäuschen, deren Eindruck massiv durch eine schöne Gestaltung verbessert werden kann.

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