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Vom Kuhstall zur Pferdepension - ein Familienhof in Schalksmühle

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Von: Monika Salzmann

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Auf dem Hof Fischer ist ausreichend Platz, um Pferde an der Longe zu führen.
Auf dem Hof Fischer ist ausreichend Platz, um Pferde an der Longe zu führen. © Salzmann, Jakob

Die Milchwirtschaft hat die Familie aufgegeben. Stattdessen verfolgt sie jetzt eine anderen Plan, der in der Zukunft sicherer ist.

Schalksmühle – Die Ursprünge des Hofs reichen bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zurück. „Damals wurden die Höfe geteilt“, wissen Erhard und Renate Fischer, die mit ihrer Familie auf dem idyllisch gelegenen Hof in Albringwerde zu Hause sind.

Die damalige Not, Hunger und Seuchen hätten die Bauern damals zur Teilung der Höfe gezwungen. Auch das Anwesen der Fischers war einst ein Doppelhaus. „Mein Urgroßvater aus Dahlhausen hat den Hof von seinem Onkel geerbt“, erzählt Erhard Fischer, der inzwischen seinen wohl verdienten Ruhestand genießt. Seitdem ist der Hof in Familienbesitz. Die zweite Haushälfte kaufte Erhard Fischers Vater 1964 dazu.

Ein auffälliger Stein in der Hausfassade erinnert an einen Brand im Jahr 1870, bei dem das Dach abbrannte. Auch das Nachbarhaus wurde in Mitleidenschaft gezogen. „Meine Urgroßeltern – Ernst-Peter und Friederike Fischer – haben das Dach damals höher gesetzt.“ Die steinerne Markierung zeigt an, dass das Haus einst deutlich niedriger war.

Erhard und Renate Fischer sind auf einem idyllisch gelegenen Hof in Albringwerde zu Hause.
Erhard und Renate Fischer sind auf einem idyllisch gelegenen Hof in Albringwerde zu Hause. © Salzmann, Jakob

Die frühere Milchwirtschaft hat die Familie Fischer mittlerweile aufgegeben. Obwohl die Milchkühe verschwunden sind, herrscht dank Renate Fischer auf dem Hof immer noch reges tierisches Leben. Dass es sich dabei hauptsächlich um Pferde handelt, lässt sich schon von Weitem an Pferde-Motiven an den Wänden erkennen. „Wir hatten früher zwischen 20 und 40 Milchkühe“, erzählt die Vorsitzende der Schalksmühler Landfrauen, die sich inzwischen um 16 Pferde, neun Schafe, drei Hühner und einen Esel kümmert.

Größenmäßig sei der Betrieb nicht zukunftsfähig gewesen, begründet sie die Einstellung der Milchwirtschaft. Durch ein eigenes Pferd, das Erhard und Renate Fischer für ihre eigenen Kinder anschafften, und erste Anfragen von Pferdehaltern, ihre Tiere auf dem Hof unterzubringen, begann der Aufbau einer Pferdepension. Durch Mundpropaganda kamen mehr und mehr Pferde hinzu. Hauptsächlich Islandpferde sind in Albringwerde zu Hause. „Islandpferde sind sehr ‚rassistisch‘“, erzählt Renate Fischer, die sich um die Tiere kümmert, schmunzelnd. Heißt, sie haben es nicht gern, wenn sich andere Rassen unter die Herde mischen. Gerade einmal zwei Pferde anderer Rassen genießen das freie Leben auf dem Hof.

Pferde stehen immer draußen

„Hnokki“ ist mit 33 Jahren der Senior der Herde. In der Regel halten sich die robusten Tiere im Freien auf. „Die Pferde kommen höchstens rein, wenn es 24 Stunden regnet“, sagt Renate Fischer. Im Herdenverband, mit großzügigem Bewegungsbereich, führen die Pferde in ihrem Aktivstall ein freies, artgerechtes Leben. Auf zweimal am Tag füttern, zweimal am Tag Gelände säubern konzentriert sich ihre Arbeit. Bewegung verschaffen sich die Pferde von allein. Die Halter, die überwiegend aus dem Raum Hagen oder Dortmund kommen, müssen dadurch nicht jeden Tag vor Ort sein, um ihr Tier zu bewegen. Je nach Zeit, kommen sie täglich oder ein über den anderen Tag, um nach ihren Pferden zu sehen, auszureiten und im Umgang mit den Tieren den Alltag zu vergessen. Möglichkeiten zum Ausreiten gibt es in der Umgebung zuhauf.

Neben den Pferden hält Renate Fischer Waldschafe, eine vom Aussterben bedrohte Rasse, bei der auch die weiblichen Tiere Hörner haben. Überdies übernehmen auch die kleinen Quessantschafe (Bretonische Zwergschafe) auf dem Hof die Funktion von tierischen „Rasenmähern“ und halten die Wiesen kurz. Wie die anderen Tiere freut sich Esel Tom, der inzwischen fast 27 Jahre alt ist, über Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten. Zweites Standbein ist für Renate Fischer die Versorgung der Tiere des Therapiestalls des SOS-Kinderdorfs. „Meerschweinchen und Hühner leben dort“, erzählt sie. „Die haben viele Anfragen. Das läuft gut.“ Dass Esel Tom in die tiergestützte Pädagogik eingebunden ist, versteht sich fast schon von selbst.

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