Corona-Betrieb im Kindergarten

Volle Kitas, ausgelastetes Personal: Einrichtungen sind am Limit

Kita Corona Halver
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Es erinnert an Vor-Coronazeiten: In den Kitas herrscht seit Montag ein fast normaler Betrieb.

Seit Montag darf jedes Kind wieder in die Kita kommen. Der Appell, sein Kind – wenn möglich – zuhause zu lassen, ist aufgehoben. Und das macht sich in den Schalksmühler Einrichtungen bemerkbar. Zwischen Freude übers Wiedersehen und Unsicherheit schwanken die Gefühle.

Schalksmühle – „Es sind auf jeden Fall mehr Kinder da“, sagt Charlotte Neuhaus, Leiterin der Awo-Kita Mittendrin in Stallhaus. Der Großteil der Kinder war am Montag wieder in der Einrichtung. 48 Mädchen und Jungen wurden von ihren Eltern gebracht. 60 Plätze hat die Kita insgesamt. Vor der neuen Corona-Regel waren es täglich 20 bis 25 Kinder, die von Charlotte Neuhaus und ihrem Team betreut wurden. Nun ist es fast das Doppelte. Doch nicht alle Eltern brachten ihre Kinder am Montag. Einige Eltern behielten ihre Kinder zuhause – „aufgrund der steigenden Corona-Zahlen“, weiß Neuhaus.

„Im Moment läuft es noch“, sagt die Leiterin. Sie ist dankbar, dass es bisher keine Krankheitsfälle in ihrer Einrichtung gab. Durch die gekürzten Betreuungszeiten ist die Betreuung nach den Corona-Vorgaben möglich. Die Gruppen werden zum Beispiel nicht gemischt. Wenn die Öffnungszeiten wieder normal sind, ist das personell nicht leistbar, sagt Neuhaus. Man müsse „abwarten, was die Zeit bringt“.

Träger haben es nach dem 7. März in der Hand

Wie sieht es in den beiden gemeindlichen Kitas in Schalksmühle aus? „Voll ist es“, sagt Anja Wolf, Leiterin des Fachbereichs Bildung, Kultur und Sport. Fast alle Kinder sind in der Villa Kunterbunt in Dahlerbrück und im Familienzentrum am Wansbeckplatz wieder da. Von den 69 Plätzen in der Einrichtung am Wansbeckplatz waren am Dienstag „nahezu alle belegt“. Und „das ist personell nur zu stemmen wegen der zehn Stunden Betreuungszeit weniger“, erklärt Wolf. „In den festen Gruppen mit dem vorhandenen Personal ist das nur zu schaffen, wenn keiner fehlt.“

Nach dem 7. März liegt es in der Hand der Träger, wie sie in ihren Kitas weiter vorgehen. Aufgrund der derzeit steigenden Corona-Zahlen herrscht Unsicherheit vor. Bei der Gemeinde Schalksmühle werde man die verkürzten Zeiten vermutlich nach dem 7. März beibehalten.

Als Verantwortliche für das Personal hat Anja Wolf bereits seit Monaten Bauchschmerzen, wie sie sagt. Deshalb fände sie es toll, wenn die Erzieher vorrangig geimpft werden können. „Die Erzieher-Gruppe im Kollegium ist die Gruppe, die ich am wenigsten schützen kann“, sagt sie. Daher sieht sie einem vorgezogenen Impfen positiv entgegen.

55 von 66 Kindern in Heedfeld

In der Kita Heedfeld ist es „fast voll“, wie Leiterin Maike Harnisch sagt. Am Dienstag waren zum Beispiel 55 von 66 Kindern in der Einrichtung im Höhengebiet. Zum Teil passen die Eltern das an den Präsenzunterricht ihrer älteren Kinder an und nutzen dann das Angebot der Kita. „Die Eltern sind glücklich darüber und wir auch“, betont Harnisch.

Geschwisterkinder werden in der Heedfelder Kita in einer Gruppe untergebracht. Die 45-Stunden-Kinder hat das Team bereits ebenfalls in eine Gruppe gepackt – mit Hinblick auf eine mögliche Aufhebung der verkürzten Betreuungszeit, erklärt Harnisch. „Es ist fast wie ohne“, sagt Maike Harnisch und meint die Zeit vor Corona.

Kinder, die zum Teil seit Dezember/Januar nicht in der Einrichtung waren, brauchen ihre Eingewöhnung. Daher möchte Harnisch die Gruppen nicht weiter verändern, die festen Settings müssen eingehalten werden. Und das geht nur, wenn keiner der Erzieher krank wird.

Kaum Veränderung in U3-Gruppe

„So gut wie alle da.“ In der Kita Junges Gemüse an der Viktoriastraße sind seit Montag bis auf einzelne Ausnahmen alle Mädchen und Jungen wieder da. Für die U3-Gruppe hat sich nicht viel verändert, wie Petra Strackbein erzählt. Sie leitet die U3-Gruppe in der Einrichtung. Bis auf drei Kinder waren alle durchgehend da. Seit Montag ist es eins mehr, fehlen also zwei Kinder.

Die Gruppen sind nach wie vor getrennt voneinander – „auch draußen“, betont Strackbein. Auch die 10 Stunden weniger Betreuungszeit gelten weiterhin.

Hilfe bekommt das Kita-Team durch eine Alltagshelferin. „Das ist eine Erleichterung“, sagt Strackbein. Die Helferin übernimmt zum Beispiel das regelmäßige Desinfizieren und das Händewaschen mit den Kindern.

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