Mehr Überfälle in der dunklen Jahreszeit

Mehr als zehn Überfälle in 24 Jahren: Total-Tankstelle im MK bekommt einiges ab

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Die Angst kommt in der dunklen Jahreszeit: Ulrike Mertens von der Total-Tankstelle in Schalksmühle hat eine Überwachungskamera, doch die hält nicht alle Diebe ab.

Schalksmühle - „Wir betreiben die Tankstelle hier jetzt seit 24 Jahren und wurden in dieser Zeit 13- oder 14-mal überfallen“, berichtet Ulrike Mertens, Pächterin der Total-Tankstelle. Sie und ihr Team wissen, dass es keinen Sinn macht, sich bei einem Raubüberfall zur Wehr zu setzen. „Der Täter steht unter Druck und ist zu allem fähig“, weiß die Pächterin. „Wenn man wegen den paar Euros verletzt wird, steht das in keinem Verhältnis.“

In der Vergangenheit wurde bereits eine Mitarbeiterin mit einem Messer verletzt. Die Wunden sind längst verheilt, doch die Angst, dass der nächste Kunde wieder eine Waffe zücken könnte, ist geblieben. Weiterarbeiten konnte die Kassiererin nicht mehr in der Tankstelle. „Dieses Leid“, betont Ulrike Mertens, „ist wesentlich größer als der finanzielle Schaden.“

Diebe haben falsche Erwartungen

Die Diebe würden auch mit völlig falschen Erwartungen ihr Geschäft überfallen, ist sich Mertens sicher: „Im Polizeibericht steht meistens, dass die Täter mit den Tageseinnahmen entkommen sind, was dann auch in der Presse veröffentlicht wird. Das stimmt aber nicht. Das Geld wird aus Sicherheitsgründen regelmäßig aus der Kasse entnommen und weggebracht.“ Es sei auch ein Irrglaube, dass die Kasse gut gefüllt sei, wenn viele Kunden ihr Benzin bezahlt haben. „Die wenigsten bezahlen beim Tanken bar. Meistens wird mit Karte bezahlt. Mit Bargeld werden nur Kleinigkeiten wie Zigaretten oder Getränke gekauft.“ Die Beute würde dementsprechend gering ausfallen.

Wenn man wegen den paar Euros verletzt wird, steht das in keinem Verhältnis.

Ulrike Mertens, Pächterin der Total-Tankstelle

Dass sie ein hohes Risiko für einen bescheidenen Verdienst eingegangen seien, erkennen die Täter erst zu spät. Dann sei ihnen die Polizei bereits auf den Versen und die Überwachungskamera habe alles mitgefilmt. Trotzdem gingen die Diebe mit einer gewissen Dreistigkeit vor: „Die haben uns auch schon Sonntagnachmittags überfallen und während der Tankwagen noch hier stand“, erinnert sich Ulrike Mertens. In der Regel nutzen die Täter jedoch die Dunkelheit und hoffen auf eine volle Kasse, wenn sie kurz vor Feierabend den Verkaufsraum stürmen.

Die Angst kommt in der dunklen Jahreszeit

Der Tankstellenpächterin graut es schon vor dem Herbst. „Die kommen eher in der dunklen Jahreszeit, als im Sommer“, weiß sie aus Erfahrung. Dabei gibt es derzeit noch ein zusätzliches Problem: „Durch das Coronavirus haben ohnehin alle einen Mundschutz auf.“ Wer mit einer Maske den Verkaufsraum betritt, errege nicht einmal mehr große Aufmerksamkeit. „Wenn hier alle mit Maske herumlaufen, habe ich wirklich Angst vor der dunklen Jahreszeit“, sagt Mertens.

Ulrike Mertens bleibt jedoch nichts – außer der Hoffnung, dass sich langsam herumspricht, dass die Zeit der großen Beute in den Tankstellen längst der Vergangenheit angehört.

Zwei Überfälle in 2019 und 2018

Vor rund einem Jahr wurde die Total-Tankstelle an der Volmestraße (Bundesstraße 54) in Schalksmühle überfallen. Damals, am 12. August 2019, betrat ein Täter mit einer Plastiktüte über dem Kopf und einem Messer in der Hand die Tankstelle. Er bedrohte eine Mitarbeiterin und floh mit Bargeld. Einen weiteren Überfall gab es im Oktober 2018. Ein 22-jähriger Schalksmühler überfiel die Total-Tankstelle ebenfalls mit einem Messer und verletzt die Frau an der Kasse leicht. Noch am Abend des Raubüberfalls konnte der 22-Jährige nach einer Fahndung gefasst werden.

Neben den Überfällen gab es unter anderem im Jahr 2013 einen Einbruch in die Tankstelle an der Volmestraße. Die Täter hebelten die Tür auf und stahlen Wechselgeld und Zigarettenstangen.

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