Hunderte Besucher im Erotikclub

Viel Verkehr beim Tag der offenen Tür im Bordell

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Die Besucher des Bordells hatten die Möglichkeit, mit der Chefin Mariana Simion (2. von links) ins Gespräch zu kommen. Bernd Arens, Gila und Peter Zirus sowie Dietmar Fernholz (von links) nutzten dieses Angebot.

SCHALKSMÜHLE - Sex als Arbeit: Bei einem zweiten Tag der offenen Tür hat das Team des Bordells Golden House in Kuhlenhagen hunderten Besuchern wieder einen Einblick in sein Gewerbe verschafft.

Unter den Gästen waren viele Frauen, die normalerweise keinen Zutritt haben. Das soll sich bald ändern – denn künftig bietet auch ein Mann seine Liebesdienste für Frauen an.

Anlass zu der publikumswirksamen Aktion sind Behauptungen, dass Kriminelle hinter dem Haus stecken und weitere als Kunden angezogen werden. Zu den Besuchern des Erotik-Clubs gehören nach eigenen Angaben Kunden aus der Mittel- und Oberschicht, darunter viele Ehemänner. Und das nicht nur am Tag der offenen Tür.

„Ich bin froh, dass wieder viele Menschen gekommen sind, um sich vor Ort ein Bild zu machen und die nicht den ganzen Gerüchten glauben“, sagte Bordellbetreiberin Mariana Simion. Obwohl der Termin in den Sommerferien lag und erst relativ kurzfristig bekannt gegeben worden ist, konnte Simion zahlreiche Schalksmühler, aber auch Bürger aus den umliegenden Städten begrüßen. Einige kamen sogar extra aus dem Ruhrgebiet.

„Wir kennen das Gebäude schon seit vielen Jahren – beim letzten Tag der offenen Tür hatten wir keine Zeit, um uns das hier jetzt mal anzusehen. Wir wollen uns selbst ein Urteil bilden“, sagte Peter Zirus. Zusammen mit Bernd Arens und Gila Zirus sah er sich um. Alle drei Bewohner des Höhengebietes betonten, dass sie das Etablissement nicht störe. Den Aufschrei nach Bekanntwerden, dass ein Bordell eröffne, hätten sie von Anfang an nicht verstanden. Gila Zirus: „Hier sieht es doch aus wie immer.“ Mit großem Interesse verfolge sie die Diskussion in der Zeitung. Nun habe sie als Frau auch die Möglichkeit, sich direkt zu informieren.

Die Mitarbeiterinnen des Golden House zeigten den Besuchern die Zimmer, klärten über die Gesundheitsvorsorge sowie das Zahlen von Steuern auf. Außerdem unterhielten sich die Gäste mit dem Bordell-Team bei kostenfreiem Kaffee und Kuchen über die Preise und den Service, den die Frauen anbieten.

Einer der Besucher war Dietmar Fernholz. Der Lüdenscheider sagte: „Ich finde, dass das Haus sehr gepflegt ist und einen guten Eindruck macht.“ Die „scheinheilige Diskussion“ könne er nicht verstehen. „Jeder kann doch selbst entscheiden, was er davon hält und ob er hingeht oder nicht.“

Wie lange das Bordell allerdings noch in Kuhlenhagen ansässig ist, wird das Hagener Landgericht klären. Der Immobilienbesitzer hat Klage auf Räumung des ehemaligen Restaurants eingereicht. Am Mittwoch findet der erste Termin statt. - mc

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