Verwaltung empfiehlt Fällung einer Hainbuche in Heedfeld-Süd

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Die Hainbuche steht auf einem Gelände, das der Aktenvernichter Pickard + Heffner erworben hat, um sein Unternehmensgelände zu vergrößern.

Heedfeld - Aufwendig und verbunden mit hohen Kosten verpflanzen oder stattdessen fällen? Wie es mit einer Hainbuche im Gewerbegebiet Heedfeld-Süd weitergehen soll, damit müssen sich die politischen Gremien der Gemeinde beschäftigen.

Denn der Baum steht auf einer Fläche, die der Aktenvernichter Pickard + Heffner erworben hat, um sein Unternehmensgelände im kommenden Jahr vergrößern zu können. Im Rahmen früherer politischer Beratungen zum Gewerbegebiet Heedfeld-Süd wurde intensiv über die seit langer Zeit auf der damaligen landwirtschaftlichen Fläche stehende Hainbuche diskutiert.

 „Der Baum strahlte damals einen besonderen Reiz aus. Verursacht durch den Einzelstand und die markante Wuchsform, welche durch die besonderen örtlichen Standortbedingungen wie Wind, Sonne und Landwirtschaft hervorgerufen wurde“, erinnert Ralf Bechtel, Fachbereichsleiter technisches Bauamt der Gemeindeverwaltung. 

Erhaltungsempfehlung der Politik 

Deshalb gab die Politik letztlich die Empfehlung, dass der Baum verpflanzt werden soll, wenn das Grundstück veräußert ist. Anschließend geriet die Hainbuche allerdings schnell in Vergessenheit und ist von der Heedfelder Straße aus durch Ersatzpflanzungen längst nicht mehr zu sehen. 

„Darüber hinaus ist festzustellen, dass der Baum an jedem anderen Ort seinen optischen Reiz, welchen er früher hatte, nicht entfalten kann. Der Baum an sich ist nur Teil des Landschaftsbilds, welches die Menschen rückblickend weiter vor Augen haben“, hält Bechtel diese Hainbuche deshalb nicht länger für erhaltenswert. Zumal sich die Form des Baums in den Jahren seit Einstellung der Landwirtschaft stark verändert habe. 

Sollte die Politik dennoch an der Verpflanzungsempfehlung festhalten, kalkuliert Bechtel mit Kosten im unteren fünfstelligen Bereich. „Für die Verpflanzung eines so alten Baumes ist eine spezielle Rundspatenmaschine erforderlich. Eine Anwachsgarantie am neuen Standort ist aber auch mit dem Einsatz dieser Spezialmaschine keinesfalls verbunden. Dafür ist der Baum einfach zu alt“, sagt Bechtel, der deshalb auf vergleichsweise hohe Kosten bei einer nur geringen Erfolgschance verweist. 

Ersatzpflanzung an anderem Standort? 

Auch würde der Baum an einem anderen Standort – erfolgreiches Anwachsen vorausgesetzt – aussehen „wie jede andere Hainbuche“. Dort würden schließlich die zuvor prägenden Standortfaktoren fehlen. Bechtel erachtet deshalb eine Baumverpflanzung für nicht sinnvoll und schlägt stattdessen eine Ersatzpflanzung an einem noch zu findenden, ebenfalls besonderen Standort vor.

„Es müsste in jedem Fall eine freie Wiesen- oder Ackerfläche sein, die zugleich aber von vielen Menschen wahrgenommen wird“, sagt Bechtel. Bürger, die Vorschläge für eine solche Fläche machen können, bittet der Fachbereichsleiter, sich bei der Verwaltung zu melden.

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