Verwahrloste Rassekatzen leben in verlassenem Gebäude

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Marlene Möller zeigt bei diesem Kater, wie sich eine stark verfilzte Stelle als breiter Streifen von der Haut löst. Im Schwanzfell des Katers haben sich durch den verschmierten Kot dicke Ablagerungen gebildet. Das Tierheim lässt die Tiere nun komplett scheren.

Schalksmühle - Anfang Juni nahm das Tierheim Dornbusch fünf verwahrloste Rassekatzen, wahrscheinlich Perser-Mixe, auf. Das Fell der Tiere ist komplett verfilzt und verschmutzt. Die Kater lebten in einem verlassenen Gebäude in Rummenohl, in dem derzeit wahrscheinlich noch viele weitere Tiere leben.

Ängstlich ziehen sich die Kater in die Ecken ihrer Quarantänestation im Tierheim Dornbusch zurück, drücken ihre verfilzten, schmutzigen Schwänze eng an sich. Vorsichtig streichelt Pflegerin Marlene Möller die Tiere. „Ihr Fell ist total verknotet, das wird ihnen auch sicher weh tun.“

Die Mitarbeiter des Tierheims Dornbusch haben schon einiges zu sehen bekommen, aber der Anblick von fünf völlig verwahrlosten Katzen, vermutlich Perser-Mixe mit verfilztem und schmutzigem Fell schockte das Team dann doch. „So etwas kommt nicht oft vor, selbst Wildkatzen sind meist in einem besseren Zustand“, sagt Marlene Möller und Anna-Lena Pieper, die Leiterin des Tierheims, ergänzt: „Die Tiere sehen grausam aus.“

Seit dem 2. Juni leben die fünf Kater nun in der Einrichtung. „Ein Lüdenscheider meldete sich bei uns und erklärte, dass er bei einem Spaziergang die Katzen in einem verlassenen Gebäude in der Nähe von Rummenohl gefunden hat. Er nahm zwei Tiere bei sich auf, die anderen fünf brachte er zu uns. Er sagte aber, dass noch zig weitere Katzen dort wild leben und so ungepflegt aussehen“, erklärt Möller. Das Tierheim-Team vermutet, dass jemand die Rassekatzen auf dem Gelände ausgesetzt hat. „Die Tiere sind an Menschen gewohnt, sonst hätte man sie gar nicht einfangen können. Sie sind ängstlich, aber nicht böse und lassen sich auch streicheln.“ Die Pfleger schätzen das Alter der Kater auf ein bis zwei Jahre.

Der Zustand der Tiere ist vor allem wegen dem verfilzten Fell bedenklich. Möller: „Gerade das Fell von Perserkatzen sollte mindestens einmal in der Woche gekämmt werden, weil es sich so schnell verknotet.“ In dem Fell der Fundtiere haben sich bereits feste, breite Verfilzungen gebildet, die sich von der Haut ablösen.

Die Schwänze der Tiere weisen ebenfalls dicke Knoten auf, was zu weiteren Problemen führt. „Durch die Verfilzungen bleibt der Kot an den Tieren hängen“, sagt Möller und zeigt dicke Ablagerungen, die auch zu Verfärbungen des Fells führten. Darüber hinaus fanden die Pfleger zahlreiche Zecken und Flöhe an den Tieren.

Das Fell selbst zu schneiden, traut sich das Team des Tierheims nicht zu. „Wir haben Angst, sie dabei zu verletzen, weil die Knoten so dicht an der Haut liegen. Daher bringen wir sie am Donnerstag zum Tierarzt, wo sie geschoren und kastriert werden“, sagt Anna-Lena Pieper. In rund vier Wochen könnten die Tiere dann vermittelt werden.

Da sich noch viele weitere Tiere in dem verlassenen Gebäude befinden sollen, überlegt das Tierheim nun, sich vor Ort selbst ein Bild zu machen. „Wir würden uns auch über Hinweise aus der Bevölkerung freuen, wo die Tiere genau zu finden sind“, sagt Pieper. Hinweise nimmt das Tierheim unter Tel. 0 23 55/ 63 16 oder per E-Mail an info@tierheim-luedenscheid.de entgegen.

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