Große Diskussion um pestizidfreie Gemeinde

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Schalksmühle - Mit einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen sprach sich der Ausschuss für öffentliche Einrichtungen und Umwelt am Mittwoch bei seiner Sitzung dafür aus, ab sofort schrittweise auf allen kommunalen Flächen keinerlei chemisch-synthetische Pestizide durch den Bauhof einzusetzen.

Ferner sollen private Dienstleistungsunternehmen, die den Auftrag zur Pflege öffentlicher Flächen erhalten, gleichfalls zu einem Pestizidverzicht verpflichtet werden. 

Kontrovers diskutierten die Ausschussmitglieder den Beschlussvorschlag an den Gemeinderat, der das Initiieren von bienen- und insektenfreundlichen Blühflächen, ein Verbot des Einsatzes von Pestiziden bei der Verpachtung kommunaler Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung und Bürgerinformationen zu giftfreien Maßnahmen beim Gärtnern einschließt. 

Einsatz von Pestiziden schon zuvor sehr gering

Wie Peer Heinzer vom Bauhof ausführte, wurden Pestizide bereits in der Vergangenheit nur in sehr geringem Umfang eingesetzt. Auf Straßen, Gehwegen und Plätzen sowie an Gewässern sei deren Einsatz ohnehin gesetzlich verboten. Auf Kinderspielplätzen verzichte die Gemeinde seit Jahren freiwillig auf Pestizide und wende ausschließlich mechanische Bekämpfungsmethoden an. 

An einzelnen, „zu unkonkreten“ Formulierungen im Beschlussvorschlag, dem selbst auferlegten Verbot und dem Mehraufwand für den Bauhof entzündete sich eine rege, kontrovers geführte Diskussion.

Insektensterben als "wesentlich komplexer" 

Sich selbst ein derartiges Verbot aufzudiktieren, halte er für falsch, bemängelte André Krause (CDU). „Grundsätzlich Ja zur pestizidfreien Gemeinde, aber mit Ausnahmemöglichkeiten“, meldete Jörg Weber, Vorsitzender des Ausschusses, Bedenken an. Die Ultima Ratio in der Vorlage störe. Als „wesentlich komplexer“ als beratschlagt bezeichnete Folker Schnepper (UWG) das Thema Insektensterben. 

Vorbildfunktion der Gemeinde

Auch die Witterung habe darauf Einfluss. Vorbehalten hielt Bürgermeister Jörg Schönenberg die Vorbildfunktion der Gemeinde entgegen. Dies bedeute auch Mehraufwand, aber in überschaubarem Rahmen. Da bislang ohnehin nur geringe Mengen an Pestiziden zum Einsatz gekommen seien, könne man auch darauf verzichten. „Was ist daran falsch, dass wir auf Gifte verzichten?“ 

Die Gemeinde müsse für das Thema sensibilisieren. Konkrete Projekte für Blühflächen gebe es momentan noch nicht, beantwortete Oliver Emmerichs (Fachbereichsleiter Bauverwaltung) eine Anfrage von Lutz Schäfer (SPD). Dazu solle noch ein Austausch stattfinden.

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