Vermittlungserfolge im Tierheim trotz Krise 

Mischlingshund Max hat trotz Corona ein neues Zuhause gefunden.
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Mischlingshund Max hat trotz Corona ein neues Zuhause gefunden.

Was passiert während des Lockdown im Tierheim? Können Tiere weiterhin vermittelt werden? Wir haben beim Tierheim Dornbusch nachgefragt.

Schalksmühle – Auch abseits des Ortskerns sind die Auswirkungen des erneuten Lockdowns und die Folgen der andauernden Corona-Pandemie spürbar. Im Tierheim Dornbusch sind derzeit nur noch Besuche unter strengen Regeln möglich. Trotzdem konnten die Verantwortlichen in den vergangenen Monaten zahlreiche Vermittlungserfolge verzeichnen.

Ein besonderes Happy-End im vergangenen Monat gab es unter anderem für den Mischlingshund Max, sagt Anna-Lena Pieper, die Leiterin der Tiereinrichtung am Dornbusch. Der Vierbeiner kam nach zwei Jahren in einer Auffangstation in Rumänien in einem schlechten Zustand nach Schalksmühle. „Seine Vermittlungschancen waren schlecht, da er schwarz und alt ist“, sagt die Verantwortliche. Die Interessenten, die ihn schließlich mitnahmen, kamen ursprünglich für ein anderes Tier ins Heim. Doch sie verliebten sich sofort in Max.

Großkaninchen Mary aus dem Tierheim Dornbusch hat neue Besitzer.

Auch Katzendame Malika hatte Glück. Sie wurde hochträchtig aufgefunden und zum Dornbusch gebracht. Nachdem ihre Jungen vermittelt wurden, fand auch sie nun im Oktober ein neues Zuhause. „Dort taut sie richtig auf“, erzählt Anna-Lena Pieper. Bereits im September konnte das Großkaninchen Mary vermittelt werden. Sie wurde mit fünf anderen ausgesetzt. „Es ist schwierig, da meistens kleine Tiere gesucht werden.“ Während Mary nun ein neues Zuhause hat, warten ihre Leidensgenossen weiter auf neue Frauchen und Herrchen. „Wir achten darauf, dass sie artgerecht unterkommen und nicht alleine gehalten werden.“ Auch wenn es mit Umständen verbunden ist, lohne sich immer ein Besuch im Tierheim Dornbusch, sagt die Leiterin. Wer vorbeikommen möchte, der brauche aber vorab einen Termin. „So können wir regeln, wer alles auf dem Hof ist.“ Auf dem gesamten Gelände herrsche zudem Maskenpflicht und jeder Besucher müsse sich die Hände waschen und desinfizieren sowie den Mindestabstand zu den Mitarbeitern einhalten, erklärt Anna-Lena Pieper.

Trotz des Lockdowns ist es den Verantwortlichen am Dornbusch wichtig, dass die Tiere Kontakt zu den Menschen haben. Deshalb ist es unter anderem auch weiterhin möglich, mit den Hunden Gassi zu gehen. „Wir sind so froh, dass das Virus nicht vom Tier auf den Menschen übertragen wird.“

Gemischte Gefühle

Den Blick auf eine baldige Entspannung der pandemischen Lage begleitet bei der Tierheimleiterin aber auch ein gemischtes Gefühl. „Bei den Vermittlungen achten wir darauf, ob ein Tier auch in den normalen Alltag der Menschen passt. Wir führen deshalb auch Gespräche zu den Arbeitszeiten. So können wir erfahren, wie lange das Tier am Tag eventuell alleine bleiben muss.“

Während sie sich bei ihren „Vermittlungsbewerbern“ relativ sicher sein kann, weiß Anna-Lena Pieper aber auch etwa von Online-Plattformen, bei denen Menschen blauäugig von Geldmachern Tiere kaufen können. Sie hofft zwar, dass bei entspannterer Corona-Krise eine „Rückgabe-Flut“ ausbleibt. Sicher kann sie sich aber nicht sein. „Die meisten Leute, die zu uns kommen, sind vernünftig und lassen sich, wenn es nicht passt, auch umstimmen. Aber es wird immer auch Unbelehrbare geben.“

Die meisten Leute, die zu uns kommen, sind vernünftig und lassen sich, wenn es nicht passt, auch umstimmen. Aber es wird immer auch Unbelehrbare geben.

Anna-Lena Pieper

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