Verkehrsentwicklungsplan der Gemeinde Schalksmühle

Visionen für Schalksmühles Straßen - Bürger machen Vorschläge

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Deutlich im Verzug sind die Arbeiten an der Viktoriastraße. Der Zeitplan wurde durcheinander geworfen.

Schalksmühle -Der Rat der Gemeinde hat 2017 beschlossen, den bestehenden Verkehrsentwicklungsplan (VEP) aus dem Jahr 1993 fortzuschreiben. Er wird komplett neu aufgestellt. Bürger haben bereits Vorschläge geäußert.

Der VEP soll Ziele und Handlungsmöglichkeiten für die zukünftige Entwicklung, den aktuellen Stand und mögliche Entwicklung des Straßenverkehrs in der Gemeinde zusammenfassen. Er soll auch als Orientierungspunkt für Politiker, Planer und Bürger dienen. 

Ziel ist es, durch Steuerung, Verlagerung und Verminderung des Verkehrsaufkommens die Lebensqualität in Schalksmühle zu erhöhen und den Umweltschutz in den Fokus zu nehmen. 

15 Monate Bearbeitungszeit

Gemeinsam mit dem Dortmunder Gutachterbüro Planersocietät rechnet die Gemeindeverwaltung damit, dass man eine Bearbeitungszeit von rund 15 Monaten brauche, um den Plan neu zu erstellen. Unter anderem wurden bereits die ersten Kritiken, Anregungen und Visionen der Bürger, die die Aufstellung des Verkehrsentwicklungsplanes mitbeeinflussen werden, eingeholt. Das Planungsbüro war mit einem Infostand beim Autofreien Volmetal vertreten.

Wer hat teilgenommen? 

Die Auswertung der Ergebnisse hat ergeben, dass die Hälfte der teilnehmenden Personen aus Schalksmühle kamen und sich die andere Hälfte größtenteils aus den umliegenden Bereichen der Gemeinde zusammensetzte. Diese hatten einen Bezug zum Ort, etwa durch ihre Arbeit oder in ihrer Freizeit.

Was wurde festgestellt? 

Es wurde festgehalten, dass die meisten Teilnehmer das Kraftfahrzeug, gefolgt vom Fahrrad, den Fußgängern und dem ÖPNV, nutzen, um nach Schalksmühle zu gelangen. 

Was beinhalten die Anregungen? 

Die Befragten wurden in das Jahr 2040 versetzt und sollten beschreiben, wie Schalksmühle zu dieser Zeit aussieht. Die Ergebnisse unterteilten die Verantwortlichen in die Bereiche Fußverkehr und Straßenraumgestaltung, Radverkehr, fließender und ruhender Kfz-Verkehr, öffentlicher Nahverkehr und Multimodalität sowie Sonstiges. 

Wie sehen die Visionen aus?

Das Planungsbüro hat in einer Dokumentation die Beiträge der Teilnehmer aufgeführt. Im Folgenden sollen davon einige in Auszügen widergegeben werden. Unter dem Punkt Fußverkehr und Straßenraumgestaltung heißt es, dass unter anderem dem Fußgänger mehr Beachtung geschenkt und Gehwege ausgebaut sowie stetig instand gehalten werden. Auch soll der Kfz-Verkehr nicht mehr bevorzugt werden bei Winter- und Grünpflegediensten. Die Anzahl der Parkplätze soll reduziert und mehr Aufenthaltsqualität für Fußgänger geschaffen werden. 

Der Ortskern soll lebendiger werden und eine gute Mischung an Angeboten aufweisen. Hierfür werden etwa die Bahnhofstraße, die Mühlenstraße und die Kirchgasse aufgewertet. Der Ortskern wird verkehrsberuhigt und teilweise sogar autofrei. Grundsätzlich werden mehr Wege, vor allem Kurzstrecken, zu Fuß zurückgelegt – der Schalksmühler hat umgedacht. 

Verbesserung des Radverkehrs

Beim Radverkehr wird gewünscht, dass er verbessert und gestärkt wird. Der Volmeradweg ist fertig gestellt und wird sowohl für die Freizeit als auch für den Weg zur Arbeit genutzt. Zudem soll es weitere durchgehende Radwegverbindungen geben, etwa vom Lüdenscheider Norden über Heedfeld nach Schalksmühle. Radfahren soll im Allgemeinen sicherer und gleichwertig zum Autoverkehr werden. Es soll mehr E-Bikes und Pedelecs und die dazu passende Infrastruktur sowie andere Einrichtungen und Angebote geben. Die Straßen werden für den Radverkehr fit gemacht, beispielsweise die Heedfelder Straße (Bereich Aral-Tankstelle) oder die Waldesruh. 

Der fließende und ruhende Kfz-Verkehr wird durch Parken-Mitfahr-Plätze entzerrt. Es wird eine Fahrgemeinschaften-App für Schalksmühle und Umgebung entwickelt. Es sollen mehr Kreisverkehre entstehen, etwa in den Bereichen L 561/Klagebach, B 54/L 868 und L 561/Gewerbering. Zudem sollen die sogenannten Eltern-Taxis vor den Schulen verschwinden und Bring-Zonen für die Eltern, etwa an der Bergstraße, entstehen. Es wird keine Motorräder in sensiblen Bereichen mehr geben und es werden zusätzliche Tempolimits eingeführt. Der Schwerlastverkehr auf der B 54 und der Klagebach wird stark reduziert und es sollen mehr Ladestationen für E-Autos (Schnurrenplatz, Tiefgarage Rathaus, Bahnhof Dahlerbrück und Aldi Heedfeld) gebaut werden. 

Öffentlicher Personennahverkehr im Blick

Der Öffentliche Personennahverkehr wird günstiger, Züge fahren halbstündlich und ohne Störungen. Die Anschlussmöglichkeiten werden besser abgestimmt. Busse fahren häufiger und es gibt Direktverbindungen zu Freizeiteinrichtungen wie Freibäder. Bürgerbusse werden zu On-Demand-Einrichtungen, die über Apps, Telefon oder Internet abrufbar sind, weiterentwickelt. Die Verkehrsplanung wird zügiger und stringenter, es gibt keine „Papiertiger“ mehr. 

Die Unternehmen richten ein Mobilitätsmanagement für ihre Mitarbeiter ein. Es gibt eine Seilbahn vom Zentrum zu höheren Lagen und mehr Freizeitangebote wie Wasserski auf der Glör. Die Nahversorgung in den Bereichen Lebensmittel, sonstiger Bedarf, Medizin und Gesundheit wird verbessert. Für Ältere gibt es mobile Einkaufsmöglichkeiten.

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