Verfahren wird eröffnet

Prozessauftakt im Juni: Pastor hat mehr als 500 kinderpornografische Dateien

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Der Prozess gegen den Pfarrer findet vor dem Strafrichter statt.

Schalksmühle/Halver/Altena/Nachrodt - Der Fall des 55-jährigen Pastors, gegen den wegen des Besitzes von kinderpornografischen Materials ermittelt wurde, landet nun vor dem Strafrichter. Der Termin für den Prozessauftakt am Amtsgericht Lüdenscheid steht.

Der Prozess gegen den katholischen Geistlichen, der in Schalksmühle und Halver, aber auch in Altena und Nachrodt-Wiblingwerde tätig war, findet am 26. Juni statt. Da Strafverfahren vor dem Amtsrichter in der Regel kurz ablaufen, wird mit einem Verhandlungstag gerechnet, erklärt Gerichtssprecher Bernhard Kuchler. 

Nach Prüfung wurde der hinreichende Tatverdacht der Staatsanwaltschaft durch das Gericht bestätigt. 402 kinderpornografische Bilder, die bei einer Durchsuchung der Diensträume des Pastors auf dem dienstlichen Computer gefunden wurden, sowie 91 kinderpornografische Bild- und Video-Dateien stehen dabei im Raum. Die 91 Dateien wurden bei einer Auswertung einer privaten externen Festplatte sichergestellt, welche bei einer Durchsuchung seiner Privaträume den Ermittlern in die Hände gefallen war. Dem katholischen Pastor wird das Beschaffen und der Besitz dieses Materials vorgeworfen. 

„Diese Menge ist für vergleichbare Fälle überschaubar. In der Regel werden Tausende Dateien gefunden. Nichtsdestotrotz erfüllt es den Tatbestand des Besitzes von kinderpornografischen Materials“, sagt Bernhard Kuchler. 

Geld- oder Freiheitsstrafe

Das geltende Recht steckt die Grenzen für die Verhandlung gegen den Geistlichen ab. Das Gesetz sieht in der Regel hierbei eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von maximal drei Jahren vor, erklärt der Gerichtssprecher. Außerdem werde ein Beschuldigter – so auch in diesem Fall – beim Amtsgericht vor dem Strafrichter angeklagt, wenn die Staatsanwaltschaft eine Strafe von zwei Jahren oder eine Geldstrafe erreichen wolle. Will sie eine Strafe von maximal vier Jahren erzielen, dann hätte sie den katholischen Pastor vor ein Schöffengericht stellen müssen. „Jedes Strafmaß darüber hinaus wird vor dem Landgericht verhandelt.“ 

Allerdings muss Bernhard Kuchler einräumen, dass die mögliche zweijährige Strafe je nach Ausgang des Prozesses für den Pastor auch zur Bewährung ausgesetzt werden könne. 

Kircheninterne Maßnahme möglich

Neben dem strafrechtlichen Verfahren erwarten den Pastor auch mögliche kircheninterne Maßnahmen. So sieht das weitere Vorgehen seitens der Kirche laut Informationen des Bistums Essen ein sogenanntes kanonisches Voruntersuchungsverfahren vor. 

In der Regel wird dieses erst nach Abschluss der Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft oder gegebenenfalls zum Ende des Strafverfahrens oder Prozesses eröffnet, erklärt Bistumssprecher Ulrich Lota. Man möchte die Ermittlungen der staatlichen Strafverfolgungsbehörden nicht beeinträchtigen, heißt es. Teilweise habe sich das Abwarten auch als nützlich erwiesen, da Staatsanwaltschaft und Gericht Beweise geliefert hatten, auf die im kirchlichen Verfahren Bezug genommen werden konnte.

Der Pfarrer ist außer Dienst gestellt, jegliche Art von Diensten ist ihm untersagt.

Der Prozesstag

Der Prozess gegen den katholischen Pastor wegen des Besitzes von kinderpornografischen Materials findet am Freitag, 26. Juni, ab 9 Uhr statt. Verhandelt wird der Fall vor dem Strafrichter des Amtsgerichts Lüdenscheid (Dukatenweg 6). Angesetzt ist ein Verhandlungstag.

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