Windräder am Worthberg

Verein Windvernunft: Mit allen Mitteln gegen Windkraft

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Schalksmühle - Drei neue Windkraftanlagen sollen auf dem Worthberg, oberhalb des Bauernhauses Wippekühl, entstehen. Der Verein Windvernunft Halver-Schalksmühle ist dagegen. 

Mit ihren 241 Metern wären die Anlagen höher als der Kölner Dom, hätten einen Rotordurchmesser von jeweils 150 Metern und eine Lautstärke von 105 Dezibel. Das stößt nicht nur auf Begeisterung bei den Schalksmühlern. „Wir werden mit allen Mitteln versuchen, den Bau der Anlagen zu verhindern“, versprach Renate Sikora, 1. Vorsitzende des erst kürzlich gegründeten Vereins Windvernunft Halver-Schalksmühle. 

Sie lud zu einer Bürgerversammlung ins Pädagogische Zentrum ein, zu der sich mehr als 100 Interessierte einfanden. Die Argumente der Gegner der Windkraftanlagen: 

  • Der geplante Abstand zum nächsten Wohngebiet beträgt nur 480 Meter. 
  • Die Anlagen können gesundheitliche Beeinträchtigungen verursachen. 
  • Sie verursachen hohe Kosten. 
  • Die Effektivität liegt bei unter 20 Prozent. 
  • Die Natur und das Landschaftsbild unserer Heimat wird zerstört. 
  • Tonnenweise Insekten und andere Tiere werden dadurch getötet. 
  • Nahe Immobilien verlieren an Wert. 
  • Windenergie ist nicht speicherfähig. 

Der letzte Punkt war auch das Hauptthema eines Vortrags von Reinhard Brüggemann, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion im Hochsauerlandkreis und der Gesellschafterversammlung der Südwestfalenagentur. „Im Frühjahr 2010 durfte ich als frisch gewähltes Mitglied des Kreistages einen Vortrag über erneuerbare Energien hören“, gab Brüggemann als Entscheidung an, die Windkraftanlagen infrage zu stellen. „Als ich fragte, was an den Tagen gemacht würde, wenn kein Wind weht, wurde ich darüber informiert, dass es dafür Speicher gäbe.“ 

Speicherung der Windenergie nicht möglich?

Mit vielen Rechenbeispielen belegte der Fraktionsvorsitzende anschließend, dass eine Speicherung der Windenergie gar nicht möglich ist. „Im Märkischen Kreis sind derzeit 27 Windkraftanlagen in Betrieb. Um den Strombedarf des Kreises komplett aus Windkraft zu decken, müssten zwischen 800 und 1200 weitere Anlagen gebaut werden. Also alle 1000 Meter eine neue Anlage“, rechnete er vor. Sollte der Wind nur zehn Tage zu schwach wehen, würde eine Speicherkapazität von 78 000 MWh (Megawattstunde) benötigt. Dafür bräuchte man rund 54 Versetalsperren. 

Die Windvernunft: Dr. Wolfram Steink, Renate Sikora, Heinz-Joachim Schindler, Reinhard Brüggemann und Klaus-Peter Wiebusch.

Das sei genauso wenig realisierbar, wie die Speicherung in großen Batterien, die eine Fläche von 3,5 Quadratkilometern hätten und 28,4 Millionen Euro kosten würden. Der Strompreis müsste zur Kostendeckung um 41 Cent je KWh erhöht werden. Auch Druckluft zur Energiespeicherung wäre keine gute Idee. Damit würde sich der Strompreis sogar um 9,99 Euro erhöhen. Wasserstoff als Zwischenspeicher macht den Strom um 78 Cent teurer.

Das Modell sei der falsche Ansatz

Das Resümee des Fachmanns: „Alle derzeit verfügbaren Formen der Zwischenspeicherung sind unwirtschaftlich.“ Konventionelle Kraftwerke müssten also weiterhin trotzdem vorhanden sein, um bei einer Flaute ausreichend Strom zur Verfügung zu stellen. Nicht nur das sei ein Grund, auf Windkraft generell zu verzichten. 

Das Modell sei einfach der falsche Ansatz für eine Energiewende. Brüggemann: „Nicht einmal sechs Prozent des Energieverbrauchs sind privater Strom. Eine gut trainierte Ehefrau kann auf dem Ergometer schon genug Strom für TV und Kühlschrank produzieren.“ Wahres Einsparpotenzial müsse woanders gesucht werden. Alleine ein Triebwagen der Bahn würde bis zu 150 Liter Diesel pro 100 Kilometer verbrauchen, gab er als Beispiel an und rechnete vor, dass selbst eine Kuh pro Tag 400 Liter Methan produzieren würde.

Mehr zu den geplanten Anlagen am Worthberg

Im Jahr sorge sie damit für eine Erderwärmung wie ein Auto, das 43 000 Kilometer gefahren ist. Im Grunde würde es bei jedem Einsatz von Energieerzeugern wie Windkraft oder Solar-Anlagen in erster Linie um die Vermeidung des Treibhauseffektes und der CO2-Produktion gehen. Eine Lösung, wie das effektiv umgesetzt werden könnte, hatte Reinhard Brüggemann auch parat: „Wenn alle Hausdächer weiß gestrichen werden und die unbewohnten Gegenden in der Wüste mit weißer Farbe bedeckt wären, würde mehr einfallendes Licht reflektiert. Dadurch wird die Erderwärmung reduziert.“

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