Glörtalsperre

Kein grundlegendes Problem? - Ärger über Müll an Glörtalsperre

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Auf dem Weg zwischen Felsen und Staumauer tat sich für Heike Müller an der Glörtalsperre dieses Bild auf.

Schalksmühle/Breckerfeld - Seit Ende Juni ist die Badesaison an dem beliebten Naherholungspunkt Glörtalsperre eröffnet. Kaum tummeln sich an den ersten warmen Tagen Besucher am Gewässer, kommen die Beschwerden über Verunreinigungen auf den Wegen und am Ufer.

So erreichte unsere Redaktion eine Schilderung der Schalksmühlerin Heike Müller, die regelmäßig mit ihrem Hund an dem Gewässer unterwegs ist. Sie berichtet, dass sie bei einem Besuch an einem Montagmorgen auf der Zielgeraden zur Staumauer eine katastrophale Situation vorgefunden habe. 

Während andere Tonnen auf dem Weg nicht überfüllt waren, türmte sich auf Höhe des Badefelsens in einem größeren Müllbehältnis der Unrat. Auch rechts und links daneben lagen reichlich Verpackungsmaterial, leere Schnapsflaschen und benutzte Einweggrills. Dies sei kein Einzelfall, so Heike Müller. Oftmals werde der Müll auch einfach neben die wenigen festinstallierten Eimer geworfen, wenn diese voll sind – jedoch würde es meist noch hineinpassen oder es befinden sich die großen Tonnen ein paar Meter entfernt daneben. 

Überfüllte Tonnen an Glörtalsperre kein Einzelfall

Die Frau ärgert sich, dass Besucher etwa ihr Grillgut ohne Mühe an die Glör schaffen, aber nicht fähig seien, die Reste wieder einzupacken. Auch Massen an Pfandflaschen habe sie bereits gefunden. Sie sammele sehr häufig herumliegenden Müll und versenke ihn dann in die anderen Tonnen. Viele Besucher jedoch, die sich ebenfalls aufregen und sie bereits angesprochen haben, würden mit den Worten „Ich mache das nicht mehr!“ weiter gehen. Man schaffe es kaum, alles aufzusammeln, sagt die Schalksmühlerin. 

Auch der Parkplatz sehe oft und gerade nach den Wochenenden katastrophal aus. Wildtiere, die sich an den Mülleimern zu schaffen machen, schließe sie als „Übeltäter“ aus. Sie habe auch gehört, dass die heiße Kohle vom Grillen wohl sehr gerne im Wasser entsorgt wird und am alten Hundestrand sehr viele Grillreste und Scherben achtlos liegen bleiben. 

Regelmäßige Gelage am beliebter Badestelle in Schalksmühle

Diese Schilderungen werden im sozialen Netzwerk Facebook von anderen Nutzern bestätigt. Gibt es an der Glörtalsperre ein Müllproblem? Die Verantwortlichen der Freizeitgesellschaft Glörtalsperre (FSG) sehen die Verunreinigung eher als „punktuelle Situationen“ und als „kein grundlegendes Problem“. Die Bilder seien bekannt. Sie entstanden nach einem heißen Wochenende. Das Areal rund um den Badefelsen sei zudem als „Brennpunkt“ bekannt. Dort fänden regelmäßig „Gelage“ statt. 

Das Grillgut schafft es zum Gewässer. Der Müll bliebt anschließend vor Ort. Das sorgt bei den anderen Besuchern für Verärgerung.

„Die Servicekräfte von RWE haben den Müll in kürzester Zeit eingesammelt und in die Tonnen gepackt“, erklärt Wolfgang Flender, Geschäftsführer der Freizeitgesellschaft Glörtalsperre, auf Anfrage unserer Zeitung. Normalerweise werden die 62 Tonnen rund um die Talsperre alle 14 Tage geleert. In dem geschilderten Fall fand eine Sonderleerung statt. Im Zuge der Aufwertung des Gewässerumfelds habe man zudem die Zahl der Hilfskräfte, die unter anderem auch am Parkplatz nach dem Rechten sehen und die Toiletten reinigen, aufgestockt. „Wir haben ein großes Interesse daran, der Bevölkerung ein gutes Bild des Naherholungsschwerpunktes zu vermittelt“, betont Wolfgang Flender. 

FSG-Geschäftsführer sieht gesellschaftliches Problem

Der Geschäftsführer sieht hier ein gesellschaftliches Grundproblem. „Manche sind nicht in der Lage, zehn Meter bis zum nächsten Mülleimer zu gehen. Sie lassen ihren Müll an Ort und Stelle einfach fallen.“ Dieses Verhalten koste die FSG mehrere Tausend Euro im Jahr. Deshalb lautet sein Appell, sich an der Glör wie im eigenen Garten zu verhalten. „Die Menschen haben es selbst in der Hand, dass die Glör in einem guten Licht steht.“ Der abgesenkte Pegel sei nicht förderlich. Die Fläche, auf der sich die Besucher aufhalten und Müll hinterlassen können, sei größer. Besonders an heißen Tagen seien deshalb die Servicekräfte ständig im Einsatz.

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