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Vater will Tochter beschützen und landet vor Gericht

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Von: Thomas Krumm

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Statue Justitia - Weniger Verfahren vor Gerichten
Vater will Tochter beschützen und landet vor Gericht. © dpa

„Ich wollte nur meine Tochter schützen“, sagt ein 66-Jähriger, der sich wegen einer gefährlichen Körperverletzung vor Gericht verantworten muss.

Schalksmühle/Lüdenscheid – Kein gutes Haar ließ ein 66-jähriger Schalksmühler im Amtsgericht Lüdenscheid an seinem Schwiegersohn: „Dieser Mann ist krank im Kopf.“ Als Ursache benannte er den Drogenkonsum von Marihuana bis Kokain – so habe er seine Familie zugrunde gerichtet.

„Ich wollte nur meine Tochter schützen.“ Denn die war aus einer Situation häuslicher Gewalt zu ihrem Vater nach Schalksmühle geflohen. Das hielt ihren Mann nicht davon ab, ihr auch hier nachzustellen und sie immer wieder aufzusuchen. „Schlampe“ und „Hure“ soll er sie genannt haben. Er habe ihn und seine Tochter auch mit einem Messer angegriffen, erklärte der Angeklagte.

Der Streit eskaliert

Nach einem erneuten Hilferuf der Tochter eskalierte der Dauerstreit am 11. Juli 2020 erneut: Der Vater griff zu einem Holzknüppel und schlug seinem Schwiegersohn ins Gesicht und auf die Unterarme. Dieses ruppige Vorgehen brachte ihm eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung ein.

Richter Markus Pohl legte seinen differenzierten Blick auf die Ereignisse so dar: „Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass der Angeklagte seine Tochter schützen wollte. Es steht aber außer Frage, dass er dafür das falsche Mittel gewählt hat.“

Milde Strafe für den Vater

Für eine milde Strafe sprachen auch das Geständnis des 66-Jährigen, das eine aufwändige Beweisaufnahme ersparte, und sein Lebenswandel: „Ich lebe 36 Jahre in Deutschland und habe noch nie eine Strafe bekommen.“ Auch sein Schwiegersohn hatte offenbar kein Interesse an der Strafverfolgung mehr, denn der Hauptbelastungszeuge war gar nicht erst erschienen.

So blieb es bei der Mindeststrafe von sechs Monaten für die gefährliche Körperverletzung. Sie wurde zur Bewährung ausgesetzt. Angesichts des ansonsten tadellosen Lebenswandels des Schalksmühlers verzichtete der Richter darauf, ihm einen Bewährungshelfer zur Seite zu stellen.

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