Schalksmühler auf dem Dach von Afrika

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Sie haben es geschafft: Erfolgreich bestiegen Alina Kirsten und ihr Vater Max-Ulrich den Kilimandscharo als höchsten Berg in Afrika. Vier Tage haben sie für den Aufstieg gebraucht.

Schalksmühle/Tansania - „Papa, wir haben es geschafft.“ Alina Kirsten und ihr Vater Max-Ulrich haben gemeinsam den Kilimandscharo in Tansania bestiegen – und das erfolgreich.

Die 26- und 63-jährigen Schalksmühler haben sich für den Aufstieg gut vorbereitet und sind nun erleichtert.

„Im September hatten wir das große Glück, nach Tansania zu fliegen – unsere erste Gipfelbesteigung auf 5895 Meter erwartete uns“, sagt Alina Kirsten. Nach vier Tagen auf Safari im Tarangire-Nationalpark in der Serengeti und im Ngorongoro-Krater standen sie vor dem großen Berg. 

Nach Geparden, Löwen, Zebras und Gnus wartete nun der höchste Berg in Afrika. Mit Gänsehaut standen sie vor dem großen Massiv, berichtet Alina Kirsten. Vier Tage brauchten die beiden für den Aufstieg. 

Erste Tour durch tropische Vegetation 

„Mit den Big Five und der puren Lebensfreude im Gepäck begann unser Abenteuer Kilimandscharo“, sagt die 26-Jährige. Am Rongai-Gate trafen sie die Begleitmannschaft, bestehend aus zwei Bergführers, einem Koch, einem Kellner und einigen Trägern. „Gemeinsam mit unseren Bergführern machten wir uns durch tropische Vegetation auf den Weg zum ersten Camp. Dort angekommen waren wir positiv von unserem Zelt überrascht.“ 

Die fleißigen Träger hatten die gesamte Campingausrüstung im Gepäck. „Das Essen auf dem Berg war immer frisch, abwechslungsreich und lecker“, erzählt Alina Kirsten. 

Das Landschaftsbild der nächsten Etappe war geprägt von Büschen und grünen Weiden. „Anstrengend war es da noch nicht, eher spannend und angenehm für den Körper“, sagt sie. „Mit zunehmender Höhe wurden unsere Gespräche persönlicher, intensiver und emotionaler, sowohl unsere Vater/Tochter-Gespräche als auch die Gespräche mit Jimmy und Jackson.

Vor dem Aufstieg machten die Schalksmühler eine viertägige Safari und sahen Geparden und Löwen.

Auf einmal waren wir eine Bergfamilie. Hautfarbe, Hintergrund, Politik, Geld — all das spielte keine Rolle“, erinnert sie sich. Es war ein gutes Miteinander, doch auf 3700 Metern bekam Alina Kirsten die Höhenkrankheit. „Papa schaute mich mit den Tränen in den Augen und großer Sorge an. Er bat mich, nicht zu übertreiben und auf meinen Körper zu hören — allerdings war ihm bewusst, dass ich unbedingt auf den Gipfel wollte“, sagt sie. Sie wanderten weiter bis zum Base Camp auf 4700 Metern. 

Schwierigste Etappe zum Schluss 

Mit rund 300 anderen internationalen Gästen bereiteten sie sich dort auf die letzte und schwierigste Etappe der Besteigung vor. Nach nur vier Stunden Schlaf ging es los. Zum Sonnenaufgang sollte der Gipfel erreicht werden – das war das Ziel. Langsam liefen sie eine sandige Schotterpiste im Slalom hoch. 

„Papa ging es gut und er marschierte gemeinsam mit Jackson los. Mich überkam wieder die Höhenkrankheit“, sagt Alina Kirsten. Deshalb wanderten sie dann getrennt voneinander – erfolgreich. Die Besteigung des Kilimandscharo gilt mit dem Erreichen des Gilman‘s Point (5685 Meter) als geschafft. Dort angekommen wollte die 26-Jährige umdrehen und hatte den Uhuru Peak als persönliches Ziel verloren.

„Als Bergführer Jimmy mir aber erneut vor Augen hielt, dass mein Papa ganz oben auf mich für unser Gipfelfoto wartete, packte mich erneut die Motivation.“ Auf dem Weg bekam sie viel Zuspruch der anderen. „Für alle war dieses Vater/Tochter-Erlebnis irgendwie etwas ganz Besonderes“, sagt sie. 

Erfolgsfoto mit Freudentränen

Ihre letzten Schritte beschreibt sie wie folgt: „Auf einmal hörte ich die Stimme meines Vaters. Er glaubte, ich sei umgekehrt. Durch den Nebel und den Schnee machte ich auf mich aufmerksam. Wir fielen uns weinend in die Arme, sind gemeinsam zurück zum Gipfel und machten das Foto, unser Erfolgsfoto, für das sich einfach alles gelohnt hat.“ Der Abstieg war dann „unspektakulär“. „All unser Adrenalin war mit Erreichen des Gipfels von uns abgefallen. Zurück im Hotel kam uns alles vor wie ein Traum. Wir haben es gemeinsam als Team geschafft und sind so stolz. Wir haben das Dach Afrikas bestiegen“, sagt Alina Kirsten.

So haben sich die beiden vorbereitet

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