Richter von Schuld überzeugt

Vater schlägt Sohn nach Vorfall im Supermarkt    

Zu einer Bewährungsstrafe konnte sich das Gericht nicht mehr durchringen.
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Nach dem Supermarktbesuch wurde es ungemütlich.

Gute Gründe, ungehalten zu sein, hatte ein 34-jähriger Vater, der mit seinem Sohn auf Einkaufstour in einem Schalksmühler Verbrauchermarkt war. Denn sein Filius hätte sich möglicherweise strafbar gemacht, wenn er schon strafmündig gewesen wäre.

Schalksmühle/Lüdenscheid – „Der Kurze wollte wohl was klauen“, erklärte Richter Thomas Kabus im Amtsgericht Lüdenscheid. Angeblich handelte es sich bei dem möglichen Diebesgut um ein Töpfchen Handcreme.

StadtSchalksmühle
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl10.287 (Stand: 31.12.2020)

Doch nicht der Sohnemann, sondern der Vater musste sich im Amtsgericht wegen Körperverletzung verantworten: Denn Zeugen hatten kurz nach dem Vorfall beobachtet, wie er seinem Sohn mehrfach mit der flachen Hand gegen den Hinterkopf geschlagen hatte. „Hören Sie auf, das Kind zu schlagen!“, rief ihm eine Zeugin zu. Der Angeklagte trug vor, dass er seinen Sohn lediglich etwas kräftiger angefasst habe.

 Vater schlägt Sohn nach Vorfall im Supermarkt    

Richter Thomas Kabus war nach der Beweisaufnahme jedoch überzeugt, dass der 34-Jährige seinen Sohn „nicht nur an der Schulter angefasst, sondern auch geschlagen“ hatte. Und das ist auch bei den eigenen Kindern verboten.

Mehrere Faktoren trugen dazu bei, dass der Angeklagte nicht förmlich verurteilt wurde: die nachvollziehbare Empörung über die sich entwickelnde kriminelle Energie seines Sprösslings und dass er selber in keiner Weise vorbestraft war.
Das Strafverfahren soll deshalb nach Zahlung einer Geldauflage von 400 Euro eingestellt werden. Sinnigerweise geht dieses Geld an den Kinderschutzbund Lüdenscheid.

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