Wenn der Vater mit dem Sohn die Seiten zupft

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Nachdem Vater und Sohn zunächst auf geliehenen Gitarren das Spielen lernten, musste nach ein paar Monaten was eigenes her. „Die Gitarre hat so einen schönen Klang. Ich mag die einfach“, erklärt der zehnjährige Vincent van Assel.

Schalksmühle - Während andere Elternteile ihre Kinder zur Musikschule bringen und später wieder abholen, entschied sich Yves van Assel dazu, seinen Sohn Vincent doch einfach zu begleiten. Seit einem Jahr lernt das Vater-Sohn-Duo nun schon gemeinsam das Gitarrespielen.

„Meine Eltern meinten, dass ich doch ein Instrument spielen lernen sollte und da hab ich mich für die Gitarre entschieden“, erzählt der zehnjährige Vincent. Sein Vater Yves hingegen versuchte sich vor ein paar Jahren bereits an der Gitarre seiner Tochter Julia. „Ich wollte mir das autodidaktisch beibringen, kam aber irgendwann an meine Grenzen.“

Also warum nicht einfach, gemeinsam mit dem Sohnemann die Schulbank drücken? Die Musikschule Schalksmühle war vom besonderen Gespann auch gleich getan und organisierte eine Doppelstunde für die Familie. Der wöchentliche Unterricht dauert insgesamt 44 Minuten. Geübt wird natürlich auch, im heimischen Wohnzimmer oder in der Küche. Da hat dann auch gleich die ganze Familie was von.

„Meine Frau Jana findet das entspannend, wenn wir üben“, erzählt Yves van Assel. Gute Fortschritte hätten die beiden über das Jahr auch schon gemacht. „Aber Papa ist ein bisschen besser“, sagt Vincent, der seinem Vater den Erfolg gönnt. Dafür ist der Zehnjährige bei den öffentlichen Vorspielen der Musikschule deutlich gelassener. „Wir hatten bis jetzt zwei Auftritte. Da war ich sehr nervös und hab mich verhaspelt. Aber Vincent macht das nichts aus.“ Dass sei schließlich wie in der Schule, wenn man was aufführen müsse, ergänzt der Zehnjährige.

Nachdem Yves und Vincent van Assel anfangs auf geliehenen Gitarren das Spielen lernten, sollte nach ein paar Monaten aber was eigenes her. In Lüdenscheid durfte sich Vincent ein Instrument aussuchen, das ihm optisch und klanglich zusagte. „Da gibt es schon Unterschiede“, sagt Yves van Assel. Während Sohn Vincent künftig noch seine Armhaltung verbessern möchte, hat sich Yves van Assel als Aufgabe ein Stück von Bach ausgesucht, das er nun erlernen möchte.

Der 47-Jährige kann anderen Erwachsenen nur empfehlen, auch als älterer Mensch noch ein Instrument zu erlernen. „Kinder können sich vielleicht schneller die Noten merken, aber man sollte keine Angst davor haben. Uns macht das so viel Spaß, dass wir auf jeden Fall weiter machen.“

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