CVJM-Mitglieder aus Hülscheid-Heedfeld und Brügge besuchen Ghana

Gruppenfoto von den deutschen CVJM-ern – davon sechs Mitglieder des CVJM Hülscheid-Heedfeld und ein CVJM-er aus Brügge – mit jungen Leuten vom CVJM Tema in Ghana.

SCHALKSMÜHLE ▪ Zwölf Ghana-Reisende aus Deutschland – darunter sechs Mitglieder des CVJM Hülscheid-Heedfeld und einer vom CVJM Brügge – beteiligten sich in Zusammenarbeit mit jungen Leuten vom CVJM Tema Hülscheid-Heedfeld an einem Workcamp in dem afrikanischen Land (wir berichteten).

Dabei führten sie Innen- und Außenputzarbeiten an einem Jugend- und Bildungszentrum durch, das mit Unterstützung durch den CVJM Hülscheid-Heedfeld errichtet worden ist.

Sie beseitigten auf dem Außengelände Unkraut und legten einen Volleyballplatz an. Anschließend brachen sie zu einer mehrtägigen Reise durch das afrikanische Land auf. Erste Station war der Kakum Nationalpark, ein Regenwald mit sehr hohen Bäumen. Dort liefen sie in einer Höhe von rund 30 Metern über Hängebrücken. Dieser „wackeligen Angelegenheit“ folgte ein Aufenthalt in Takkoradi, wo die Leute vom CVJM aus Hülscheid-Heedfeld ein Wiedersehen mit ihrem langjährigen Freund Goddie Mills feierten. In dem Gästehaus, das er für die Gruppe ausgesucht hatte, genossen sie seine Gastfreundschaft bei einem Abendessen und einem Frühstück.

In Takkoradi stand dann der Besuch einer CVJM-Mädchenschule auf dem Programm, in der die Schülerinnen kochen und nähen lernen. Außer in Haushaltsführung werden sie aber auch in Sozialkunde, Mathematik, Religion und einigen weiteren Fächern unterrichtet.

In Cape Coast, das sie dann ansteuerten, erinnerte sie die Festung beim ersten Anblick an alte Seeräuberfilme. An diesem Ort wurden sie mit dem Schlimmsten konfrontiert, was Europäer und Amerikaner Afrikanern angetan haben: mit dem Sklavenhandel. Von Forts wie Cape Coast wurden nämlich Sklaven verschifft. Bis es so weit war, wurden Menschen bis zu zwölf Wochen auf engstem Raum in kleinen Verliesen bei schwachem Tageslicht gefangen gehalten. Da die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit schon bei der Führung durch das Fort sehr hoch waren, konnten die Besucher aus Deutschland sich gut vorstellen, wie unerträglich die Haft für die Gefangenen gewesen sein muss. In Ermanglung sanitärer Anlagen harrten sie dort in ihren Fäkalien aus. Frauen wurden in dem Gefängnis von Offizieren vergewaltigt und brachten dort unter unvorstellbaren Umständen Kinder zur Welt. Zu diesen Einblicken in eine schlimme Vergangenheit, in der Menschen anderen Menschen Unfassbares zufügten, passte das Thema „Leid“, mit dem sich die Gruppe in ihren Morgenandachten anhand des Buches Hiob beschäftigte.

Von der Anlage auf dem Campus der Universität in Cape Coast, wo die Gruppe übernachtete, führte ein Ausflug in ein auf Stelzen errichtetes Dorf, das sie nur mit Kanus erreichen konnte. Diese beeindruckende Tour dürfte für alle Teilnehmer ein unvergessliches Erlebnis gewesen sein. Wann immer sie Menschen in dieser Region fotografieren wollten, mussten sie diese erst um Erlaubnis fragen, weil nach deren Glaubensvorstellungen sonst die Seelen der Fotografierten in der Kamera eingesperrt werden.

Da die deutschen CVJM-ler später als ursprünglich geplant zurückfliegen konnten, verlängerte sich ihr Aufenthalt in Ghana um einen Tag, den sie zum Schwimmen und Beisammensein mit afrikanischen Freunden nutzten. Dankbar für die die gute Zeit in dem wunderschönen Land, für die vielen Begegnungen mit seinen Menschen und für die positiven Eindrücke von dem Projekt in Tema, kehrten sie schließlich nach Deutschland zurück. ▪ ih

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