„Unterwegs mit großem Herz und offenem Ohr“

SCHALKSMÜHLE ▪ Für die Anschaffung der Fahrzeuge hat das Land Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr seinen Zuschuss erhöht, aber: „Das Ehrenamt ist der wichtigste Faktor beim Betrieb der Bürgerbusse“, betonte Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann. Das erste Bürgerbusforum gestern in Arnsberg sollte denn auch vor allem ein Zeichen der Wertschätzung für die von den Vereinen geleistete Arbeit sein.

Von den 99 Bürgerbusvereinen in Nordrhein-Westfalen fahren 33 im Regierungsbezirk Arnsberg. In Kürze geht in Meschede Nummer 34 an den Start. Zum Vergleich: In allen anderen 15 Bundesländern zusammen gibt es nur rund 60 weitere Bürgerbusvereine.

Die Bürgerbusse, so der Regierungspräsident, ermöglichten vielen Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, indem sie ihre Mobilität auch in Gegenden und zu Tageszeiten mit schwächerer Nachfrage sicherstellten. Darüber hinaus sorgten die Fahrer für eine Atmosphäre, in der die individuellen Bedürfnisse der Menschen berücksichtigt werden: „Durch Sie werden Bürgerbusse in vielen Fällen auch zu einem Ort der Kommunikation – denn ein paar nette Worte sind hier ganz selbstverständlich.“

Im Rahmen der Veranstaltung zeichnete der Regierungspräsident die fünf Bürgerbusvereine aus, die schon seit 15 oder mehr Jahren Lücken im öffentlichen Personennahverkehr schließen: Als erster im Regierungsbezirk und fünfter in Nordrhein-Westfalen war 1988, also vor 23 Jahren, der Bürgerbus Schalksmühle an den Start gegangen. Jährlich nutzen circa 9500 Fahrgäste seine fünf Linien. Der Verein zählt 52 Mitglieder und 20 Fahrer.

Seit 17 Jahren (Start 1994) ist der Bürgerbus Kierspe unterwegs. Der Verein zählt 120 Mitglieder und 20 Fahrer. Allein im vergangenen Jahr wurden 10 637 Fahrgäste auf den zwei Linien transportiert: Der Bus war insgesamt 660 Mal und 2310 Stunden über eine Strecke von 40 473 Kilometern im Einsatz.

Vor 16 Jahren (Start 1995) hatte der Bürgerbus Plettenberg den Betrieb aufgenommen. Etwa 7000 Fahrgäste pro Jahr nutzen seine sechs Linien. 2010 betrug die Fahrleistung 28 849 Kilometer.

Der Bürgerbus Neuenrade ist seit 15 Jahren (Start 1996) auf Tour. 42 Fahrer legten 2010 auf zwei Linien insgesamt 42 157 Kilometer mit 13 485 Fahrgästen zurück.

Ebenfalls seit 15 Jahren (Start 1996) rollt der Bürgerbus Nachrodt-Wiblingwerde auf den Straßen. Vier Linien, davon drei innerhalb der Gemeinde und eine zur Nachbarstadt Altena, werden von 22 Fahrern bedient. 2010 wurden 10 596 Fahrgäste gezählt.

Vor der Ehrung hatte Franz Heckens, Vorsitzender des Vereins „Pro Bürgerbus NRW“, die „Geschichte des Erfolgsmodells Bürgerbus“ beleuchtet. Zusammen mit seiner Vorstandskollegin Hannelore Maria Krieg-Werner wurde er anschließend ebenfalls für sein Engagement ausgezeichnet. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Informationsaustausch zwischen den Bürgerbusvereinen zu fördern, ihren Zusammenhalt untereinander zu stärken, für neue Projekte zu werben und bei ihrer Einrichtung zu helfen.

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