Kommunalwahlen 2020: Nur ein Kandidat fürs Rathaus?

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Kommunalwahl 2020: Wer schafft es auf den Chefsessel im Schalksmühler Rathaus? Bislang steht nur Jörg Schönenberg als Teilnehmer für das Rennen um das Bürgermeisteramt in den Startlöchern.

Schalksmühle - Wenn am 13. September die Schalksmühler im Rahmen der Kommunalwahl ihre Stimmen abgeben, wird die Liste der Kandidaten für das Bürgermeisteramt – so hat es zumindest derzeit den Anschein – sehr übersichtlich sein.

Bereits Ende September hatte sich der amtierende Bürgermeister Jörg Schönenberg im Interview mit unserer Zeitung zu einer erneuten Kandidatur bei den Kommunalwahlen 2020 geäußert. „Ich habe mich entschieden, nochmals anzutreten“, lautete sein klares Statement. Der parteilose Jörg Schönenberg ist seit Februar 2006 Bürgermeister Schalksmühles. Bei der vergangenen Wahl 2014 holte er 59,8 Prozent der Stimmen, die Gegenkandidaten Michael Siol (SPD) und Jörg Weber (CDU) 24,4 beziehungsweise 15,79 Prozent. 

Ob er mit viel Konkurrenz bei der Abstimmung rechnen müsse, konnte zum Zeitpunkt seiner Entscheidung noch nicht sagen. Lange blieb es danach aber nicht ruhig im politischen Umfeld. Als Reaktion auf das Gespräch teilte der Ortsverein der SPD nur wenige Tage später mit, dass die Sozialdemokraten Jörg Schönenbergs erneute Kandidatur nicht überrasche. Bereits vorher habe man sich intensiv mit der Frage beschäftigt, ob man einen eigenen Bewerber für das Bürgermeisteramt ins Rennen schicken soll, erklärte der Vorsitzende Ralf Engels. Man entschied sich letztlich dafür, den bewährten Weg weiter zu verfolgen. 

Rückendeckung der Sozialdemokraten

Wegen der für Schalksmühle wichtigen Themen in den nächsten Jahren – unter anderem Klima, Gemeindefinanzen, demografische Entwicklung, Schalksmühler Ortskern, Schulen, pestizidfreie Kommune und Breitbandausbau – und seiner langjährigen Erfahrung, Jörg Schönenberg ist seit über 40 Jahren in der Verwaltung tätig, sicherte die SPD dem Bürgermeister bei der Wahl Rückendeckung zu und hofft auf eine gute Zusammenarbeit. 

Seitdem gab es dieser Sache keine weiteren Äußerungen der Schalksmühler Parteien. Nun äußerte sich Jan Schriever gegenüber unserer Zeitung zur Marschrichtung der Schalksmühler FDP. Auch die Freien Demokraten werden Jörg Schönenberg demnach bei seiner Kandidatur unterstützen. Diese Haltung habe sich in der vergangenen Legislaturperiode bewährt. Man habe in der Vergangenheit gut und vertrauensvoll mit ihm zusammengearbeitet. So sehe man keinen Grund, dieses eingespielte Team auseinanderzureißen. „Wir stehen hinter den von Jörg Schönenberg genannten Punkten für die kommenden Jahre“, betont Jan Schriever. Schnittmengen sieht er vor allem bei den Regionale-Themen. Nachbesserungsbedarf erkenne man hingegen bei der Sport-Infrastruktur. „Da würden wir uns mehr wünschen.“ 

FDP Seite an Seite mit Schönenberg

Die Liberalen sind sich aber sicher, dass man gemeinsam mit Jörg Schönenberg die genannten Punkte bewältigen kann. Das habe man bei der Schulpolitik auch geschafft. Im Gespräch mit unserer Zeitung listete der Bürgermeister eine Reihe von Ansatzpunkten für seine mögliche erneute Amtszeit auf. So wolle er die Primusschule nachhaltig etablieren, den neuen Regionale-Prozess meistern und die Leader-Projekte weiter stemmen. 

Er sprach auch die kommenden Schulumbrüche mit dem Ganztagsbetrieb an und warf einen Blick auf die Kita-Einrichtungen, die qualifiziert werden müssten. Grundsätzlich stehe man vor großen Herausforderungen, etwa im Einzelhandel oder bei der Digitalisierung/Breitband, aber auch beim Klimawandel oder der Mobilität. Auch der Fachkräftemangel werde Schalksmühle in den kommenden Jahren beschäftigen, genauso wie die Umbrüche in der Wirtschaft, verursacht durch Digitalisierung, Globalisierung und Schnelllebigkeit. Unter dem Strich setze er sich das Ziel, dass Schalksmühle zukunftsfähig bleibe, sowohl die Bevölkerung als auch die Verwaltung, etwa im Kita- und Bildungsbereich, oder im Umgang mit Neuen Medien. 

Sorgen, dass der amtierende Bürgermeister bis zur Wahl noch thematisch für Unruhe in der Gemeinde sorgen wird, habe die FDP nicht. „Es wird keine Überraschungen geben, hinter denen wir nicht stehen. Es hat immer – auch auf vertraulicher Basis – Abstimmungen dazu gegeben“, so Jan Schriever. 

Konkurrenz von UWG oder CDU?

Mit der Stellungnahme der FDP grenzt sich der Kreis der Kandidaten weiter ein. Ob es aus den Reihen der UWG oder CDU Gegenkandidaten geben wird, ist noch nicht geklärt. Auf Nachfrage beim Vorsitzenden der Christdemokraten, Jörg Weber, hieß es kurz, man werde sich zu gegebener Zeit äußern. Etwas ausführlicher fiel da schon die Antwort der Unabhängigen Wählergemeinschaft aus. Man warte noch darauf, dass Jörg Schönenberg zu seinen konkreten politischen Zielen Stellung bezieht, bevor man sich zu der Kandidatenfrage äußere, so Bernd Müller, der im November 30 Jahren als Vorsitzender der UWG sein Amt an den André Trimpop abgab. Zudem verweist er auf interne Gespräche unter seinen Mitstreitern.

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