Edeka bekommt Genehmigung für Bau in Dahlerbrück

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In den vergangenen Monaten hat sich auf dem ehemaligen Gelände des Aldi-Markts nichts getan. Die Immobilie verfällt immer weiter. Mit der Baugenehmigung kann Edeka nun die Gebäude abreißen lassen.

Dahlerbrück - Es kann losgehen: Am Montag erteilte der Märkische Kreis dem Unternehmen Edeka die Baugenehmigung für den geplanten Vollsortimenter auf dem ehemaligen Aldi-Gelände an der Volmestraße in Dahlerbrück. Nach mehreren Wochen sind die fehlenden Statikunterlagen beim Kreis angekommen, sodass einer schnellen Genehmigung nichts mehr im Weg stand. Das bestätigt Hendrik Klein, Pressesprecher des Märkischen Kreises.

Nach langem Stillstand kommt also wieder etwas Bewegung in die Angelegenheit. Unsere Zeitung beantwortet die wichtigsten Fragen zu dem Großprojekt an der Bundesstraße 54 in Dahlerbrück:

Warum hat es so lange gedauert, bis die fehlenden Unterlagen nachgereicht wurden?

Einen Grund hat Edeka nicht genannt. Nach mehrmaligem Nachfragen bestätigte das Unternehmen in der vergangenen Woche, dass die Unterlagen zur Statik erstellt und nachgereicht wurden. Edeka betreibt Märkte in mehreren deutschen Bundesländern. „Die Bauordnungen sind aber landesspezifisch“, erklärt Ralf Bechtel, Fachbereichsleiter Technisches Bauamt der Gemeinde Schalksmühle. Vielleicht sei das ein Grund.

Wie geht es nach der Genehmigung des Bauantrags durch den Märkischen Kreis jetzt weiter?

Edeka möchte auf dem ehemaligen Aldi-Gelände einen Vollsortimenter mit integriertem Getränkemarkt und einer Verkaufsfläche von 1555 Quadratmetern durch einen Projektentwickler errichten lassen. Es soll ein „moderner, auf Frische und Qualität ausgerichteter Markt“ entstehen, teilte ein Unternehmenssprecher bereits im März mit. Für den Neubau müssen allerdings die alten Gebäude weichen – darunter der Dursty-Getränkemarkt.

Der Märkische Kreis genehmigte am Montag den Bau des neuen Edeka-Markts. Es soll ein Vollsortimenter auf 1555 Quadratmetern werden.

Wie reagiert Dursty?

Auf neue Nachfragen unserer Redaktion antwortete Dursty nicht. Im März teilte Annamaria Friedrich von der Dursty-Marketingabteilung mit, dass es „keinerlei vertragliche Neuigkeiten“ gebe. Trotzdem begab sich das Unternehmen schon damals auf die Suche nach einem Alternativstandort. Eine Antwort auf die Frage nach dem Grund für die Suche hat unsere Redaktion bisher nicht bekommen.

Wie sieht der Zeitplan in Sachen Edeka-Bau aus?

Ein genauer Plan liegt nicht vor. Im März rechnete Edeka noch mit einem Baubeginn im Sommer 2018 und einer Fertigstellung im nächsten Jahr. Dieser Zeitplan kann wegen der Verzögerung durch die fehlenden Statikunterlagen so nicht mehr umgesetzt werden. „Vom Gefühl her würde ich sagen, dass die Bauzeit auf das kommende Jahr fällt“, äußert sich Ralf Bechtel. Seiner Ansicht nach könne mit dem Abriss der alten Gebäude auf dem Gelände noch in diesem Jahr begonnen werden. Wie Edekas Pläne aussehen, ist allerdings nicht klar. Bis Redaktionsschluss gab es keine Antworten auf die Fragen zum zeitlichen Ablauf.

Was hat überhaupt die Gemeinde Schalksmühle mit dem Edeka-Neubau zu tun?

Nicht mehr viel. Den Weg für einen Vollsortimenter in Dahlerbrück hat die Gemeinde bereits im Jahr 2012 durch eine erste Änderung des Bebauungsplans geebnet, 2016 wurde die Größe der Verkaufsfläche noch einmal neu festgelegt. Auf die Baugenehmigung durch den Märkischen Kreis oder den Bau selbst hat die Gemeinde keinen Einfluss. „Wir können nicht die treibende Kraft sein“, betont Ralf Bechtel abschließend.

Zum Hintergrund

Im Januar 2012 wurde zum ersten Mal öffentlich, dass Edeka an einer Geschäftseröffnung in Dahlerbrück interessiert ist. Noch im selben Jahr unterschrieb das Unternehmen den Vertrag mit einem Projektentwickler für die neu geplante Immobilie. Schon damals sollten das alte Aldi-Gebäude abgerissen und ein Neubau errichtet werden. Edeka entschied sich zunächst für eine kleinere Variante des Marktes (1300 Quadratmetern). Dieser sollte Anfang 2014 fertiggestellt werden.

Edeka erhielt im September 2013 eine Teilbaugenehmigung für den Abriss des alten Gebäudes, damit verschob sich die Fertigstellung des neuen Markts auf Weihnachten 2014. Zwischenzeitlich verzögerte sich der Bau durch den Eigentümer der Fläche, die im Sommer 2014 verkauft werden sollte.

2016 war der Edeka-Konzern dann im Besitz des Geländes, die Pläne wurden weiter verfolgt, eine neue Bauvoranfrage gestellt. Immer wieder herrschte Ungewissheit über die Edeka-Pläne auf, der Zeitpunkt für die Fertigstellung des Neubaus verschob sich mehrfach nach hinten. So war der Bauantrag nicht vollständig oder weitere Punkte kamen dazwischen. Doch nun kann mit der Baugenehmigung des Kreises gebaut werden.

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