Unfallübung mit Zusammenstoß

Am Donnerstagabend erhielt die Wehr den vermeintlichen Notruf, dass zwei Autos zusammen prallten und vier Personen eingeklemmt und verletzt wurden. - Fotos: Jonuleit

Dahlerbrück - Eine sogenannte „stille Übung“ führte die Feuerwehreinheit Dahlerbrück am Donnerstagabend durch. Nach acht Minuten waren ausreichend Helfer in den erforderlichen Funktionen an der Einsatzstelle. Nach 35 Minuten waren die vier verletzten Personen aus den zwei verunfallten Personenwagen trotz erschwertem Umfeld geborgen und an die Helfer des Deutschen Roten Kreuzes übergeben.

Von Rita Jonuleit

„Stille Übung“ – das heißt: Selbst der Einheitsführer weiß nicht, dass es keinen wirklichen Unfallhergang gibt und was ihn und seine Kameraden erwartet. Alles wird wie im realen Einsatzfall durchgeführt.

Um 18.30 Uhr erhielt die Wehr den Notruf: Unfall auf dem Parkplatz an der Glörtalsperre, zwei Autos zusammengestoßen und ein Baum oben drauf gestürzt. Vier verletzte, teilweise eingeklemmte Personen galt es zu befreien.

Den kompletten Ablauf beobachteten Gemeindebrandinspektor Dirk Kersenbrock sowie die Organisatoren der stillen Übung, Thomas Rasche und Marc Schäfer. Mit zwei Kameras wurde der Ablauf dokumentiert. Rasche und Schäfer hatten sich auch im vergangenen Oktober die Alarm-Übung im ehemaligen Schlecker-Markt ausgedacht und organisiert. Die Filme helfen im Anschluss an die Übung, in der Wache den genauen Ablauf zu besprechen und eventuelle Schwächen aufzudecken.

Doch nach der Übung waren vor Ort alle erst einmal zufrieden. Die Eigensicherung, die Sicherung der Unfallstelle, die Betreuung und Versorgung der Opfer wie auch die Befreiung mittels hydraulischer Säge (damit wurde die Frontscheibe ausgesägt) unter Atemschutz und der hydraulischen Schere, um das Dach zu öffnen – alles lief in sehr guter Teamarbeit und zügig, aber ohne Hektik ab.

Nach kurzer Zeit traf auch der Wagen des DRK mit den fünf Helfern des Jugendrotkreuzes ein. Die Vereinigung wollte sich unbedingt auch in diesem Jahr an der Übung beteiligen, obwohl im direkten Anschluss ein Einsatz im Flüchtlingslager in Schloß Holte-Stukenbrock anstand.

Im Vorfeld der Übung hatte Christian Kroll (AG Notfalldarstellung DRK Westfalen-Lippe) die vermeintlichen Patienten geschminkt. Zwei Opfer wurden durch Dummies ersetzt. Erstmalig gehandhabt wurde auch das neue Spineboard (Wirbelsäulenbrett), das ein Schalksmühler Unternehmen gesponsert hat. Dieses Brett aus Hartplastik wird bei verunfallten Personen, bei denen eine Verletzung der Wirbelsäule nicht auszuschließen ist, eingesetzt. Nach dem Entfernen des Autodaches wird das Board zwischen Patient und Sitz geschoben, um dann mit mehreren Helfern achsengerecht den Verletzten auf das Brett zu ziehen. Sobald der Patient in ganzer Länge auf dem Board liegt, wird das Kopffixierset am Hals angepasst und der Patient kann aus dem Fahrzeug gehoben werden.

In der Wache klang der Abend nach der Übungsbesprechung mit dem Filmmaterial gemütlich aus.

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