Umgestaltung schreitet voran

Baden im Glörsee: In diesem Jahr mit eingeschränktem Komfort

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Baden im Glörsee ist derzeit wegen der niedrigen Wassertemperatur wahrscheinlich für die meisten nur im Neoprenanzug angenehm. Auch später müssen die Besucher Einschränkungen beim Bade-Komfort hinnehmen.

Schalksmühle - Ausdauer müssen weiterhin alle Beteiligten der Aufwertung der Glörtalsperre haben. Nicht alle Sanierungs- oder Umgestaltungsvorhaben konnten bislang planmäßig umgesetzt werden. Dies klang bei der Mitgliederversammlung der Freizeitschwerpunkt Glörtalsperre GmbH (FSG) am vergangenen Freitag durch.

Für die Badegäste, die im Sommer wieder im Glörsee schwimmen wollen, soll es jedoch kaum Einschränkungen geben, heißt es vonseiten der FSG.

Wasserqualität 

Die Badesaison soll planmäßig, wenn die Wassertemperatur entsprechend gestiegen ist, Anfang Juni eröffnet werden. Derzeit sei die Qualität des Wassers, die momentan in kürzeren Intervallen als sonst üblich untersucht wird, nach der Wiederanstauung ausreichend. Zwar sei es mit 14 Grad Celsius noch relativ kalt und der Phosphorgehalt liege im Grenzbereich. Doch Sorgen machen sich die Verantwortlichen nicht. „Es ist genug Sauerstoff im Wasser“, resümiert die FSG die Ergebnisse der Untersuchungen. Das Baden bei besetzter DRLG-Station sei aufgrund des Wasserstandes unter weniger komfortablen Bedingungen möglich. Sollte es widererwarten zu einer sogenannten Eutrophierung des Glörsees kommen, also das „Kippen“ des Wassers, könnten giftige Blaualgen entstehen, welche zu einer Gesundheitsgefährdung beim Baden führen können. In diesem Fall müsste ein Badeverbot ausgesprochen werden. Die Öffentlichkeit werde dann rechtzeitig über ein Verbot, durch eine Beschilderung vor Ort, durch die Presse und über die Webseite, informiert. Man hoffe, dass dieser Fall nicht eintritt. Man könne es aber nicht aufhalten, deshalb sei man ausreichend vorbereitet. 

Staumauer 

Die Baumaßnahmen an der Staumauer seien weitgehend abgeschlossen, heißt es vonseiten der FSG. Die Überprüfung habe ergeben, dass sich die Mauersubstanz auch nach über 100 Jahren in einem einwandfreien Zustand befindet. Zurzeit würden noch letzte Arbeiten an den Maschinenanlagen und an der Messtechnik stattfinden, die aber dem Anstau nicht entgegenstehen. Ein Vollstau (bei rund 306 Meter über Normalhöhennull, NHN) werde aber nicht erreicht werden – der Wasserstand liegt zurzeit bei rund 302 m NHN. Der Grund: Man möchte eine Überstauung der vorhandenen Vegetation und damit eine Verschlechterung der Wasserqualität verhindern. 

„Glör 365“

Mit dem Projekt plant die Gesellschaft, die Glörtalsperre und den umliegenden Landschaftsraum umzugestalten und für Tages- und Kurzreiseziele über den gesamten Jahresablauf attraktiver zu machen. 

Das Projekt umfasst: 

- die Neugestaltung des zentralen Zugangs- und Aufenthaltsbereichs; 

- die Schaffung weitere Angebote rund um das „Haus Glörtal“ (Fahrrad-Stellplätze mit Ladestation für E-Bikes);

- die Verbesserung der Attraktivität und Qualität im Bereich des Naturbades; 

- die Aufwertung des See-Rundweges durch eine Zertifizierung als „Premium-Spazierwanderweg“.

Der Badestrand wird unter- und oberhalb der Wasserlinie insgesamt neu gestaltet. Um den Ein- und Ausstieg in den See zu verbessern, sind terrassierte Kiesschüttungen vorgesehen. Das Ufer wird gestalterisch mit Sandinseln und Grasflächen zum Verweilen aufgewertet. Im Bereich des Uferwegs werden Betonsitzblöcke installiert. Der Aufenthaltsbereich zwischen Strand und der DRLG-Station und dem „Badekiosk“ wird ebenfalls neu gestaltet und soll durch einen neuen Waldspielplatz und einen Outdoor-Fitness-Parcours ergänzt werden. Die entsprechenden Geräte seien schon ausgesucht, heißt es. Der Rundweg muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Eine davon ist die Einbindung des Weges in einen thematischen Kontext – an der Glör wären das die Themen „Natur“, „Frühindustrialisierung“ und „Wasserkraft“. Am steileren Südufer ist eine Aussichtskanzel geplant. 

Der ursprüngliche Plan, mit den Baumaßnahmen am Naturbadestrand zu beginnen, sei wegen der notwendigen Fristen für Ausschreibungen und Vorlauf für die Lieferzeit des Baumaterials verworfen worden. Die Bauarbeiten werden nun voraussichtlich im Herbst 2019, nach der diesjährigen Badesaison, zusammen mit den Maßnahmen stattfinden. Das Projekt wird mit hoher Wahrscheinlichkeit mit 150 000 Euro aus den Förderprogrammen Leader und Vital gefördert. Da bereits erste Maßnahmen genehmigt wurden, ist eine Förderung wahrscheinlich.

Austritt der Stadt Hagen aus FSG 

Auch dieses Thema bleibt den Verantwortlichen der FSG in 2019 erhalten. Man warte derzeit auf das Kündigungsschreiben der Stadt Hagen, die bekanntlich vor einigen Wochen bekannt gab, dass sie ihre Mitgliedschaft in der Freizeitschwerpunkt Glörtalsperre GmbH aus Kostengründen aufgeben möchte (wir berichteten). Bis dahin sei noch nichts weiter regelbar, auch die Neuverteilung der Anteile zwischen den verbleibenden Mitgliedern Breckerfeld, Schalksmühle und Halver bleibe bis dahin ungeklärt. 

Zufahrtsstraße K10 

Die Entwurfsplanung für den Ausbau ist fertig. Er wird voraussichtlich nach Beendigung der Baumaßnahmen zu „Glör 365“ in 2020 stattfinden. Man müsse aber auch die Ausschreibungsergebnisse und die Preisentwicklung abwarten.

Verhaltensregeln an der Glör

Die Freizeitschwerpunkt Glörtalsperre GmbH weist auf einige wichtige Verhaltensregeln an dem Gewässer hin, da der See zurzeit nicht in voller Höhe angestaut ist. Baden ist nur bei besetzter DRLG Station erlaubt. Das Betreten des zurzeit trocken liegenden Überschwemmungsbereichs bei der Jugendherberge ist untersagt. Es besteht Einsinkgefahr. Im Falle, dass der See umkippen sollte, sollte unbedingt das von den Verantwortlichen ausgesprochene Badeverbot beachtet werden. Es besteht eine Gesundheitsgefährdung. Hundehalter sollten auf dem Rundweg bleiben, Hunde dürfen den Überschwemmungsbereich nicht betreten. Unrat in Ufernähe sollte vermieden werden. Das Benutzen der Mülleimer und das Beseitigen von Hundekot sind vorgeschrieben.

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