Dritte Orte

(Mit-)Macher chatten zur Umgestaltung der Kreuzkirche - Konkrete Projektarbeit beginnt


Umgestaltung der Kreuzkirche beginnt mit Projektarbeit im Videochat
+
In einer Videokonferenz beteiligten sich am Donnerstag zahlreiche Kulturschaffende und interessierte Bürger an der Projektarbeit zur Umgestaltung der Kreuzkirche.

Ohne Corona, so betonen es die Verantwortlichen, die hinter der Umgestaltung der Kreuzkirche zu einem Kultur-, Bildungs- und Begegnungszentrum stehen, hätte man jetzt zur Beteiligung der Bürger einen großen Workshop organisiert. Nun mussten andere Wege gefunden werden.

Schalksmühle – Im Rahmen der Workshops wären Arbeitsgruppen ins Leben gerufen und darin Themen wie die konkrete Programmgestaltung und der Umbau des Gebäudes am Mathagen, der durch Fördermittel aus dem Programm „Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung im Ländlichen Raum“ des Landes NRW finanziert wird, vorangetrieben worden. Dieser Normalfall ist aber wegen der Pandemie passé.

Deshalb fanden sich am Donnerstag per Zoom-Videokonferenz Kulturschaffende aus Schalksmühle und der Region sowie interessierte Bürger im virtuellen Raum zusammen. Auf der Tagesordnung stand der Einstieg in die konkrete Projektarbeit sowie die Bildung der Arbeitsgruppen. „Dieser Weg ist zwar ungewöhnlich, aber es ist jetzt wichtig, dass die ersten Gespräche stattfinden und sich die Personen auf die Gruppen verteilen“, meinte Bürgermeister Jörg Schönenberg zu Beginn des sogenannten Kreuzkirchen-Plenums.

26 Teilnehmer im Videochat

Pünktlich um 18 Uhr schalteten sich 26 Teilnehmer ein und wurden von Moderator Michael Führs, Regional- und Projektmanager des Büros Projaegt, begrüßt. Mit von der Partie waren neben dem Verwaltungschef und der Projektleiterin Anja Wolf (Fachbereich Bildung, Kultur und Sport) sowie dem Vorsitzenden des Kulturausschusses Bernd Müller (UWG) zahlreiche weitere bekannte Gesichter der Schalksmühler Kulturszene. Unter anderem beteiligt war die VHS (Marion Göring und Kathleen Berchter), die Musikschule (Cosima Breidenstein und Kathrina Frisch), der Förderverein der Musikschule (Uwe Lal), aber auch das Stadtmarketing, Unternehmer und Bürger sowie direkte Anlieger der Kreuzkirche.

Der Moderator machte, nach einer kurzen Einführung, was das Kreuzkirchen-Projekt eigentlich bedeutet, darauf aufmerksam, dass man nun, nachdem man seit Sommer 2019 noch bis Februar 2021 in der ersten Phase der Konzeptentwicklung stecke, nun ab nächster Woche mit der zweiten Phase, der Umsetzung des Konzeptes beginnen könne und bis Dezember 2023 damit fertig sein möchte. Er stellte heraus, dass beide Phasen im Landeswettbewerb erfolgreich waren und das auch die Umsetzung mit Fördermitteln angegangen werden könne.

Dieser Weg ist zwar ungewöhnlich, aber es ist jetzt wichtig, dass die ersten Gespräche stattfinden [...].

Bürgermeister Jörg Schönenberg

In einer Präsentation verdeutlichte Michael Führs den Stand der Dinge der zweiten Phase. Diese gliedert sich in zwei Stufen. In der ersten wird die Nutzung des Kirchenschiffs als Veranstaltungsort ermöglicht. Zudem soll das Gemeindezentrum als offener Ort für kleinere Aktivitäten, für VHS-Kurse, und als bunter Begegnungsort für Menschen mit Kunst und Kultur gestaltet werden. In der zweiten Stufe wird der Dritte Ort „fertig gebaut“. Es erfolgen Abriss und Neubau einzelner Gebäudeteile und das Raumprogramm wird um zusätzliche Räume, etwa dem Gastronomiebereich und das „Herzstück“, erweitert. In dieser Zeit wird auch die Musikschule dort ihr neues Zuhause finden. Ziel der Anstrengungen, so brachte es der Moderator auf den Punkt, sei es nun, „Mitmacher an Bord zu holen“, da die Gemeinde das Projekt nicht alleine stemmen könne.

Schlüsselübergabe am 1. April

Bis zur Übergabe des Gebäudes, die sich wegen der Pandemie verschoben hatte, durch das Evangelische Kreiskirchenamt und die Evangelische Kirchengemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück an die Gemeinde am 1. April, gebe es noch einiges zu tun, betont Jörg Schönenberg, der versprach, dass die Verwaltung trotz der Haushaltsberatungen bis dahin alle Beteiligten zu weiteren Gesprächen in Videokonferenzen einladen werde. Eine weitere große virtuelle Zusammenkunft soll es dann in der zweiten Märzhälfte geben.

Die Beteiligung an dem Plenum am Donnerstag war groß. Zwar hatte die Projektleitung im Vorfeld schon die einzelnen Arbeitsgruppen vorgegeben, aber auch signalisiert, dass diese, wie auch die einzelnen Aufgabenbereiche, nicht endgültig abgeschlossen seien. So konnten sich die Teilnehmer während des Videochats in die Arbeitsgruppen Steuerung, Bau und Ausstattung, Gastronomie/ „Herzstück“ und Inhaltliche Programmatik eintragen lassen. Welche Aufgaben die einzelnen AGs letztendlich haben sollen, wurde über fast zwei Stunden rege diskutiert. So kamen unter anderem eine Vermietung der Räume für etwa Hochzeiten zur Sprache, aber erste Übergangsangebote, zum Beispiel in Form von Live-Streamingangebote für Künstler. Wichtig war auch, dass die Zielgruppe des gesamten Projektes sich auch auf Kinder und Senioren ausweitet und das immer Platz für offene und spontane Angebote ist.

Jeder, der mitmachen möchte, ist gerne gesehen.

Moderator Michael Führs

Es wurde angeregt, Werbung in Form von großen Plakaten am Glockenturm und durch die Gestaltung der Außenfassade für den Dritten Ort Kreuzkirche zu machen. Aus den Augen verloren werden dürfe, so ein weiterer Vorschlag, der Klimaschutz und die Nachhaltigkeit des Gesamtprojektes nicht. Man war sich einig, dass es im späteren Gastrobereich zum Beispiel keine Einwegbecher für Coffee-to-Go geben wird.

Nachhaltigkeit und Lärmschutz

Immer wieder kamen die neuen Medien ins Spiel, so auch bei der Besichtigung von anderen Dritte-Orte-Projekten, etwa im Ruhrgebiet, in Form von Videokonferenz oder Live-Streams mit den Verantwortlichen vor Ort oder im Rahmen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (Social Media, YouTube, Imagevideos). Auch die Themen Lärmschutz, Nachbarschaftsfreundlichkeit und Verkehrmobilitätskonzept wurden angesprochen. Corona nahm ebenfalls Einfluss auf die Beteiligten, es wurde ein umfangreiches Hygienekonzept und etwa ein dauerhafter Spuckschutz im Gastrobereich gefordert. Eine große Frage war auch, wie der Ort der Begegnung am Mathagen schließlich heißen und unter welchen Logo er präsentiert werden soll.

Moderator Michael Führs äußerte abschließend den Wunsch, das sich noch mehr Menschen an dem Projekt beteiligen: „Jeder, der mitmachen möchte, ist gerne gesehen.“ Die Gemeinde geht dabei mit gutem Beispiel voran. In jeder AG wird ein Verwaltungsmitarbeiter – aus dem Kultur- oder dem Bauamt – mitarbeiten. Der Bürgermeister ist festes Mitglied in der Steuerungsgruppe, wird aber nach eigenen Angaben in jeder Gruppe „je nach Zeitkapazität mitmischen“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare