Umgestaltung der Bahnhofstraße nicht wie geplant möglich

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Die Verkehrsführung im Bereich der Anlieferungszone des Rewe-Marktes soll nicht mehr verändert werden. Damit Lastwagen dort auch zukünftig rangieren können, soll der Rückbau der westlichen Rampe in abgespeckter Form vorgenommen werden.

Schalksmühle - Im Prozess der Vitalisierung des Ortszentrums durch das Landesförderprogramm Regionale 2013 stets als „Königsmaßnahme“ bezeichnet, kann die Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes im Bereich der Bahnhofstraße nach derzeitigem Stand nicht wie geplant durchgeführt werden. Weil die Gemeinde mittlerweile seit mehr als einem Jahr vergeblich mit einem ausländischen Eigentümer über den Ankauf einer 115 Quadratmeter großen Teilfläche des Parkplatzes am Rewe-Markt verhandelt, soll nun eine Alternativlösung verwirklicht werden – auch weil allmählich die Zeit knapp wird.

Die verbleibende östliche Zufahrtsrampe zum Rewe-Markt soll baulich nicht verändert werden.

Die Fläche wird benötigt, um die geplante Aufweitung der östlichen Zufahrtsrampe zum Rewe-Gelände bauen zu können. Auf diese soll nun verzichtet, die westliche Rampe aber dennoch abgerissen werden, um dort einen großen Platz entlang der Bahnhofstraße mit einem direkten und behindertengerechten Zugang zum Bahnhof und Schnurrenplatz realisieren zu können (wir berichteten mehrfach). Fahrzeuge, die über die Bahnhofstraße zum Rewe-Markt kommen, müssten dann ausschließlich die eigentlich zu enge Spitzkehre an der östlichen Rampe nutzen.

- Wie sieht die Alternativlösung genau aus?

Etwas verkleinert. Durch die entfallende Aufweitung der östlichen Rampe verzichtet die Gemeinde auch auf Grunderwerb im Bereich der Anlieferungszone für den Rewe-Markt, wo eine leichte veränderung der Verkehrsführung geplant war. „Darauf verzichten wir. Der neu entstehende Platz wird dadurch etwas kleiner, die Rampe und die angrenzende Treppenanlage werden etwas nach innen verschwenkt“, sagt Oliver Emmerichs, Fachbereichsleiter Bauverwaltung der Gemeinde.

Der Platz entlang der Bahnhofsstraße wird gegenüber dieser Abbildung etwas kleiner, die Rampe und die Treppenanlage (unten im Bild) eher nach innen verschwenkt.

- Wieso konnte keine Einigung über den Kauf der 115-Quadratmeter-Fläche erzielt werden?

Die gewerblichen Flächen in der Immobilie an der Bahnhofstraße sowie die Parkplatzfläche gehören der GCI 7 Limited mit Sitz auf den britischen Kanalinseln in Guernsey. Die Vertretung in Deutschland übernimmt eine Anwaltskanzlei in Berlin. Zuständig für die Vermietung und Vermarktung des Gebäudes und damit beispielsweise auch den Mietvertrag mit Rewe, ist der Asset- und Property-Management-Spezialist Estama mit Niederlassungen unter anderem in Berlin und Frankfurt. Dort wechselten zuletzt mehrfach die Zuständigkeiten für das Objekt, so dass bisher alle Verhandlungen ergebnislos blieben. „Dabei haben wir als Gemeinde alle von der GCI 7 Limited gewünschten vertragrechtlichen Anpassungen vorgenommen, sämtliche Unterlagen liegen dort vor. Trotz entsprechender Absprachen im Vorfeld, hat die Gemeinde aber noch immer keinen unterschriftsreifen Kaufvertrag erhalten. Eigentlich nicht nachvollziehbar, denn egal was am anderen Ende im Ortskern passiert, die Aufweitung ist für die Anfahrt zum Parkplatz, insbesondere aus Richtung Ortsmitte kommend, in jedem Fall ein Gewinn und verbessert die Standortqualität des Rewe-Marktes. Die Chance zur Umsetzung einer solchen Maßnahme im Rahmen einer städtebaulichen Fördermaßnahme sollte man sich nicht entgehen lassen“, sagt Oliver Emmerichs.

- Warum bleibt keine Zeit mehr für weitere Verhandlungen?

Die Zeit drängt. Alle insgesamt noch umzusetzenden städtebaulichen Maßnahmen im Rahmen der Regionale 2013 müssen bis Jahresende 2018 fertiggestellt sein. Dazu zählen unter anderem der Umbau des Schnurrenplatzes und der Rückbau der westlichen Zufahrt mit anschließender Gestaltung des neu entstehenden Platzes. Beide Großprojekte haben eine Bauzeit von mehreren Monaten und sollen keinesfalls parallel abgewickelt werden. „Halten wir den Stichtag nicht ein, droht der Verlust der bewilligten Fördermittel. Dies will die Gemeinde auf gar keinen Fall riskieren“, erklärt Emmerichs. Deshalb plant die Verwaltung jetzt intensiv den Rückbau der westlichen Zufahrt in einer etwas verkleinerten Variante. Bis zur Sommerpause soll dem Bau- und Planungsausschuss die Entwurfsplanung vorgelegt werden, anschließend eine weitere Bürgerinformation stattfinden und die Bagger noch in diesem Jahr anrollen.

- Gibt es damit keine Möglichkeit mehr die ursprüngliche Planung zu realisieren?

„Ein kleines Zeitfenster ist noch offen. Dann müsste aber in den nächsten Tagen ein unterschriftsreifer Vertragsentwurf eingehen“, sagt Emmerichs. Am Mittwoch waren zumindest Estama-Verantwortliche in Schalksmühle, informierten sich einmal mehr über das Projekt – und verbreiten plötzlich Zuversicht. „Ich bin sehr optimistisch, dass es klappt. Eigentlich sind auch Rewe und wir mit der Maßnahme einverstanden. Schließlich macht sie den Standort attraktiver und alle Verfahrensbeteiligte profitieren“, sagte Ahmed Nasir, Property-Manager bei Estama, auf Anfrage unserer Zeitung. Die anwaltliche Vertretung in Berlin müsse den Vertrag einzig noch unterschreiben. „Ich mache dort Druck, damit endlich etwas passiert“, sagte Nasir.

- Wie steht Rewe als Ankermieter der Immobilie zu den veränderten Plänen?

Der für Bauprojekte bei der Michael-Brücken-Kaufpark-GmbH aus Hagen, ein Tochterunternehmen der Rewe-Gruppe, zu der der Markt in Schalksmühle gehört, Verantwortliche, war für unsere Zeitung bis Redaktionsschluss nicht zu sprechen.

Nur gemeinsam

Der Umbau des Schnurrenplatzes, geplant sind unter anderem eine Treppenanlage und Rampe, neues Pflaster und veränderte Beleuchtung, steht in direkter Abhängigkeit zur Neugestaltung der Bahnhofstraße. Denn die Fördermittel fließen für die geplante barrierefreie Verbindung zwischen Schnurrenplatz, Bahnhof und Bahnhofstraße. „Wir können beide Baumaßnahmen also nur gemeinsam durchführen“, sagt Oliver Emmerichs aus der Bauverwaltung der Gemeinde.

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