Übungsszenario unter realen Bedingungen

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Übung unter realen Bedingungen: Den Rettungskräften boten sich im Bus grauenvolle Bilder. Die Insassen waren durch die Vollbremsung schwer verletzt worden. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Ein Massenunfall in Höhe der Autobahnauffahrt Lüdenscheid- Nord war am Sonntag das Übungsszenario des Deutschen Roten Kreuzes: Ein Busfahrer hatte auf der Landstraße eine Person angefahren. Durch die Notbremsung wurden die Insassen des voll besetzten Busses durch den Großraumwagen geschleudert und schwer verletzt – so die angenommene Lage.

Bei der Realübung wurden die DRK-Gemeinschaften Schalksmühle, Werdohl und Altena über Funkmeldeempfänger informiert. Nach gut einer halben Stunde waren die zehn Einsatzwagen – Mannschaftstransport-, Rettungs-, Kranken- und Arzttruppwagen – auf dem Wanderparkplatz zwischen der Autobahnauffahrt Lüdenscheid-Nord und Großendrescheid, der eigens für die Großübung am Sonntag gesperrt worden war, angekommen. Bei der Triage, bei der sich die Einsatzkräfte einen Überblick verschafft, die aufgefundenen Personen nach dem Schweregrad ihrer Verletzungen in Kategorien eingeteilt und die Behandlungsprioritäten bestimmt hatten, konnte die Erstversorgung und der anschließende Abtransport beginnen. Die Einsatzleitung hatte Martin Deppe, stellvertretender Rotkreuzleiter aus Lüdenscheid.

Die 42 Schwerverletzten wurden von den Mitgliedern der Lüdenscheider Jugendfeuerwehr sowie des DRK Duisburg und Essen gemimt. Für die realistische Unfalldarstellung war Danny Mörchen vom DRK Lüdenscheid verantwortlich. Dabei reichten die Verletzungsgrade von leichten Schürfwunden über Schock bis hin zum Polytrauma, einer lebensbedrohlichen Mehrfachverletzung. Dem einen Mimen ragten Scherben von den zersprungenen Busfensterscheiben aus verschiedenen Körperteilen, andere hatten Pfählungsverletzungen durch abgerissene Stangen. Die rund 30 gerufenen Rettungshelfer, -assistenten und -sanitäter sowie zwei Notärzte wurden von der Übung überrascht und wussten nicht, was sie vor Ort erwartete.

Ein Dank des DRK ging auch an die MVG, die einen Gelenkbus für die Übung zur Verfügung gestellt hatte. Die Verpflegung der Mimen und Einsatzkräfte hatte das DRK übernommen. „Zwei Monate Vorbereitungszeit hat die Übung in Anspruch genommen“, berichtete Steve Literski, der das Szenario ausgearbeitet und organisiert hatte. „Die Materialien für die realistische Unfalldarstellung kamen aus dem Lebensmittelbereich, die Schminkutensilien aus dem Drogeriemarkt, aber auch aus dem Fachhandel“, berichtete Danny Mörchen. So entstand beispielsweise das Kunstblut aus mit Speisestärke angedicktem Wasser und Lebensmittelfarbe, verdunkelt mit Kakao und löslichem Kaffee – von Danny Mörchen selbst gekocht. Schon morgens um 8 Uhr wurde mit dem Schminken begonnen, der Notruf wurde um 13.30 Uhr abgesetzt, so dass am Nachmittag auf dem Wanderparkplatz helle Aufregung herrschte.

Die Großübung klang am Abend mit einem geselligem Beisammensein und Grillen aus. ▪ Christina Gregoire

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