Übung mit Wärmebildkamera

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Die Einsatzkräfte kümmern sich während der Übung um einen „Verletzten“, der aus verrauchten Betriebsräumen gerettet wurde.

Schalksmühle - Wenn sich ein Brand oder ein schwerer Unfall in Schalksmühle ereignet, sind die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr als erste vor Ort. Um Menschenleben zu retten, müssen die Abläufe den Einsatzkräften jedoch in Fleisch und Blut übergegangen sein. Aus diesem Grund führt der Löschzug Schalksmühle einmal im Jahr eine 24-Stunden-Übung durch, bei der unterschiedliche Brand- und Unfallszenarien durchgespielt werden.

Vor der Übung, die am Freitag und Samstag durchgeführt wurde, hatte sich Löschzugführer Dirk Hauck die Szenarien für insgesamt fünf Einsätze mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden ausgedacht. Los ging es wie bei jeder 24-Stunden-Übung mit einer Standardbrandbekämpfung, die im Feuerwehrgerätehaus an der Volmestraße durchgeführt wurde.

Im Anschluss machten sich die Einsatzkräfte dann mit zwei Einsatzfahrzeugen auf den Weg zum Schulzentrum Löh, wo in den Betriebseinrichtungen und Versorgungsgängen unter dem Schwimmbad eine Verpuffung mit drei vermissten Personen simuliert wurde. Dirk Hauck hatte zuvor zwei Dummies in den Gängen positioniert und den Einsatzort komplett mit Trockeneisnebel gefüllt, so dass mit bloßen Augen nichts mehr zu erkennen war. Darüber hinaus hatte sich ein Feuerwehrmann als lebendes „Opfer“ in den Gängen versteckt.

Insbesondere zum Aufspüren der lebenden Person fand dann eine Wärmebildkamera Verwendung, die in völliger Dunkelheit, bei starken Verrauchungen oder sogar in unmittelbarer Nähe von Brandherden Wärmequellen wie zum Beispiel einen menschlichen Körper ausfindig machen kann. „Die Kamera konnte vor einiger Zeit mit Hilfe des Fördervereins, also mit Spendengeldern angeschafft werden“, erklärt Dirk Hauck. „Auf dieses ungemein nützliche und lebensrettende Hilfsmittel sind wir sehr stolz.“

Während die Einsatzkräfte, mit Helmen und Atemschutzmasken ausgerüstet, in den Versorgungsbereich des Schwimmbades vordrangen, übernahm Dennis Nölke deren Atemschutzüberwachung, hielt mit den Einsatzkräften über Funk Kontakt und dokumentierte jede Einzelheit des Einsatzes schriftlich. „Auf diese Weise ist die Sicherheit der Feuerwehrleute jederzeit gewährleistet. Sobald es einem der Einsatzkräfte schlecht wird, kann zu jedem Zeitpunkt die Rettung erfolgen, weil wir immer wissen, wo im Gebäude sich jeder einzelne gerade befindet“, erklärt der Löschzugführer.

Die Mitglieder des Löschzuges Schalksmühle machten schließlich ihre Sache gut und konnten alle Opfer aus dem Gebäude befreien. Im Rahmen der drei weiteren Übungen wurden Verkehrsunfälle mit eingeklemmten Personen simuliert, bei denen ein neuer Rüstwagen des Löschzuges zum Einsatz kam. Bei allen Verkehrsunfall-Simulationen war einmal mehr die Firma Lehmann in Lüdenscheid involviert, die die verwendeten Schrott-Fahrzeuge zur Verfügung stellte, sowie das Schalksmühler Unternehmen August Friemann, das sich mit der realistischen, unfallgerechten Deformation der Fahrzeuge auseinandersetzte.

Ausführliche Nachbesprechungen am Freitagabend sowie am Samstagmittag rundeten den Übungseffekt der Einsätze ab. - Von Björn Othlinghaus

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