Übergang von der Kita zur Grundschule erleichtern

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Rund 30 Lehrer, Erzieher und Eltern informierten sich bei dem Vortrag.

SCHALKSMÜHLE - Wie wichtig die Zusammenarbeit von Kitas und Grundschulen ist, zeigt sich vor allem bei der Einschulung der Kinder. Denn je besser die Kindergartenkinder auf ihr erstes Schuljahr vorbereitet werden, desto höher sind auch ihre Bildungschancen. Diese Erkenntnis und den Weg zu einem erfolgreichen Brückenjahr zeigten Gabriele Spang und Karin Präger bei einem Vortrag in der Grundschule Löh auf, den die Bildungsinitiative Schalksmühle organisiert hatte.

Von Alisa Kannapin

Spang und Präger sind Mitarbeiterinnen der Fachberatung „Übergang Tageseinrichtung für Kinder (KiTa) und Grundschule“ der Niedersächsischen Landesschulbehörde. Der Schulanfang sei für die Kinder, aber auch für ihre Eltern ein bedeutsames Ereignis. „Wenn der Übergang in die Grundschule reibungslos gelingt und von den Kindern freudig und angstfrei erlebt wird, schafft das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit“, erklärte Karin Präger.

Ziel des Brückenjahres sei es daher, die Bildungsziele und -inhalte der Kitas und Grundschulen aufeinander abzustimmen und Strukturen zu schaffen, um eine Zusammenarbeit möglich zu machen. Dazu gehörten neben regelmäßigen Absprachen, der Erarbeitung von Fördermaßnahmen und Fortbildungen auch eine intensive Zusammenarbeit mit den Eltern.

Um das zu erreichen, wurden in Niedersachsen im Rahmen des Brückenjahr-Programms mehrere Modellprojekte gebildet, die jeweils über zwei Jahre beispielhaft für andere Einrichtungen und Schulen Konzepte erarbeitet und ein gemeinsames Bildungsverständnis entwickelt haben. „Wichtig ist zunächst, zu verstehen, wie Kinder lernen. Damit muss man sich wirklich befassen“, sagte Gabriele Spang, die neben der Fachberatung als Leiterin einer Grundschule tätig ist. Grundsätzlich würden Kitas und Schulen nach einem völlig anderen System arbeiten. „In Kitas ist die Erziehung ganzheitlich, in den Schulen aber fachbezogen.“

Letztlich sei der gemeinsame Nenner aber die umfassende Förderung der Kinder. Dabei sei man auch der Frage nachgegangen, wohin man heute die Kinder erziehen wolle. „Wir wollen sie zu Menschen erziehen, die in der Zukunft zurecht kommen und sie dazu befähigen, in der Lage zu sein, zukünftige Probleme unserer Gesellschaft zu lösen“, erklärte Spang.

Im Rahmen eines Kooperationskalenders wurde im Vorfeld überlegt, was mit den Kindern in dem Jahr vor ihrer Einschulung gemacht werden soll. „Anhand der geplanten Aktionen und Vorhaben wurde ein Jahresplan erstellt“, führte Karin Präger aus. Wichtig sei dabei immer die Zusammenarbeit mit den Eltern gewesen. Gemeinsame Informationsveranstaltungen dienten zur Orientierung und führten auch zu einer wertschätzenden und offenen Haltung der Lehrer und Erzieher gegenüber den Eltern und ihren Belangen.

Um den Kindergartenkindern im Brückenjahr den Unterricht und die Grundschule an sich näher zu bringen und sie auf den Wechsel vorzubereiten, wurden in den Modellprojekten zahlreiche Ideen entwickelt. Ob gemeinsame Feste, Schnupper-Unterricht, Lesepatenschaften von älteren Schulkindern oder eine Schulhausrallye -- der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. „Wenn es für die Kinder selbstverständlich geworden ist, haben sie auch keinen Bauchdruck mehr“, sagte Karin Präger. Ein Schwerpunkt der Arbeit sei auch die Sprachbildung und -förderung gewesen. Zur Umsetzung des Brückenjahr-Programms stellte das Bundesland Niedersachsen einen Millionenetat zur Verfügung, um Mittel für zusätzliche Personalkosten und Fortbildungen bereitzustellen.

Während des Vortrages und im Anschluss bestand die Möglichkeit, den Vortragenden Fragen zu stellen. Schulplaner Joachim Körbitz wies daraufhin, dass man sich in Schalksmühle bereits im zweiten Halbjahr des Brückenjahres befinde, da nach den Sommerferien die erste Schulklasse der Primusschule starte. „Also muss jetzt bald etwas passieren“, sagte Körbitz. Ulrike Hesse, Leiterin der Kita Wansbeckplatz, äußerte sich ebenfalls und sagte, dass man in Schalksmühle bereits auf einem guten Weg sei. „Wir sind dabei, einen Arbeitskreis zu gründen, der die Schulleiter und die Kita-Leiterinnen an einen Tisch bringt.“

Am Samstag, 15. März, organisiert die Bildungsinitiative Schalksmühle eine Fortbildung für Erzieher und Lehrer zur Gestaltung des Übergangs von der Kita zur Grundschule. Dabei werden Gabriele Spang und Karin Präger das Projekt Brückenjahr vertiefen. Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht.

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