Corona in Schalksmühle

 „U3-Ausbau bleibt Kraftakt“: Kita-Planung wegen Corona verzögert

In einer Kita hängt ein Schild mit der Aufschrift „Herzlich Willkommen“ während der Corona-Pandemie in Schalksmühle.
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Der U3-Ausbau in den Kitas in Schalksmühle sollte ein vorrangiges Ziel sein, sagt Fabian Kläs, Jugendhilfeplaner des Märkischen Kreises.

Mit Verspätung aufgrund der Corona-Pandemie wurden nun die Zahlen zur Kindergartenbedarfsplanung für das laufende Kita-Jahr in der Gemeinde besprochen. Der Jugendhilfeplaner des Märkischen Kreises attestierte Schalksmühle dabei eine „sehr gute Versorgungsquote“, betonte aber mit Blick nach vorne, dass der U3-Ausbau ein Kraftakt bleibe. 

Schalksmühle - Eigentlich hätte die Kindergartenbedarfsplanung für das Kindergartenjahr 20/21 bereits abgehandelt sein müssen. Wegen der Corona-Pandemie kamen die Zahlen zum laufenden Kita-Jahr jedoch erst am Donnerstag im Ausschuss für Kinder, Jugend, Schule und Soziale aus den Tisch. Fabian Kläs von Fachbereich Jugend und Bildung des Märkischen Kreises, zuständig für die Jugendhilfeplanung, stellte die Erhebungen vor.

Die Geburtenentwicklung im Kreis bezeichnete dieser als „erfreulich“. Der prognostizierte Trend der vergangenen Jahre habe sich konstant gehalten. Gab es zum Kita-Jahr 14/15 noch kreisweit 2693 Kinder, die versorgt werden mussten, stieg die Zahl zum laufenden Jahr auf 3116. In Schalksmühle sind es aktuell 316, 14/15 waren es 254.

Positive Entwicklung

Während in den nächsten Jahren die Tendenz abnehmen wird, so die Schätzung der Experten, wird sich die Gemeinde noch gut halten. 22/23 wird es in Schalksmühle 337 Kita-Kinder geben. In Balve etwa nur noch 293. „Der U3-Ausbau bleibt deshalb vor Ort ein Kraftakt“, schlussfolgert Fabian Kläs aus den Zahlen. Kreisweit liegt der Saldo im Ü3-Bereich bei 140, in Schalksmühle bei 33, in Neuenrade bei 43 und in Meinerzhagen bei 11. Der Fachmann sieht auch hier weiteren Handlungsbedarf.

Die Entwicklung der Kindpauschale zeigt in der Gemeinde eine positive Entwicklung auf. Im Kindergartenjahr 19/20 gab es 66 U3-Plätze, insgesamt 269 Plätze für Kinder von drei bis sechs Jahren. Gemeldet wurden dem Landesjugendamt (LJA) also 335. Im Bereich der Kindertagespflege gab es 37 Plätze. Die U3-Versorgungsquote lag somit beim 31,6 Prozent. Im laufenden Kita-Jahr liegt sie hingegen bei 37,1 Prozent. Einen großen Effekt hat dabei der Neubau der Kita Löh. Da diese im August dieses Jahres eröffnet wird und 16 U3- und 39 Ü3-Plätze anbieten wird sowie zudem nach dem Umbau der Kita Dahlerbrück drei neue U3-Plätze zur Verfügung stehen, stieg das Platzangebot. So gibt es in 20/21 80 U3-Plätze, insgesamt 319 Plätze für Drei- und Sechsjährige. Dem LJA gemeldet wurden 399 Plätze, dabei wurden 46 Kindertagespflegeplätze mitgerechnet.

Revision im Sommer

Im Kreisvergleich stehe Schalksmühle „sehr gut da“, meint Fabian Kläs. Nachrodt-Wiblingwerde kommt auf 36,1 Prozent, Balve auf 32,4 Prozent, Herscheid hingegen auf 39,2 Prozent. Kreisweit liegt die Quote bei 30,5 Prozent. „Der MK hat als Zielmarke bis 2025 35 Prozent ausgegeben. Schalksmühle liegt jetzt schon drüber. Doch man darf sich nicht auf der guten Versorgungsquote ausruhen“, so der Appell des Jugendhilfeplaners.

Aufgrund der guten Geburtenzahlen habe jede Kita im MK für jedes Kindergartenjahr eine Überbelegung eingeplant, erklärt Fabian Kläs. So gibt es in Schalksmühle in 20/21 drei U3- und 13 Ü3-Zusatzplätze. Ziel des Kreises sei es aber, von diesen herunter zu kommen.

Auch gab es in der Gemeinde für das laufende Kita-Jahr eine Warteliste. So hatten acht Eltern einen Aufnahmewunsch bis zum 31. Januar (nur U3) angemeldet. Sieben – auch nur U3 – wünschen sich bis zum 31. Juli einen Kita-Platz. Zudem gab es zwei Ü3-Aufnahmegesuche aus Hagen und Breckerfeld. „Diese werden aber nachrangig behandelt, da erst alle Schalksmühler versorgt sein müssen“, so Fabian Kläs.

Zum Abschluss gab der Kreismitarbeiter einen Ausblick auf die Betreuungssituation in der Gemeinde. Im kommenden Kita-Jahr (21/22) kommen 319 Ü3-Plätze auf 319 Ü3-Kinder. Zudem wird es 132 U3-Plätze in Kitas und Kindertagespflegen für 313 U-Kinder geben. Die endgültige Planung sei aber erst zum 15. März abgeschlossen. „Eine 100-prozentige Versorgungsquote im Ü3-Bereich sollte das Ziel sein“, betonte der Fachmann.

Der Jugendhilfeplaner gibt der Gemeinde und dem Kreis die Aufgabe, die U3-Platzbedürfnisse in Schalksmühle genau im Auge zu behalten. So gehe das Deutsche Jugendinstitut von einem U3-Bedarf von 47 Prozent aus, wobei diese Marke dynamisch sei. Im Sommer möchte er gemeinsam mit der Verwaltung eine Revision einlegen und schauen, wer in Schalksmühle noch unversorgt geblieben ist. Zu beachten sei, dass es beim Bedarf regionale Unterschiede gebe. Er gehe weiter mit Blick unter anderem auf den Arbeitsmarkt und die Schaffung von Neubaugebieten von einer hohen Nachfrage nach Plätzen in Schalksmühle aus. Ein oberes Ziel sollte der U3-Ausbau sein. Die Herausforderung bestehe darin, keinen Überhang an Ü3-Plätzen zu schaffen und die Aufnahme ab drei Jahren zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang werde er auch mit der Gemeinde weiter über ihre Pläne, eine Großtagespflege mit neun U3-Plätzen zu schaffen, sprechen.

Auf die Frage, wie es neben dem Platzausbau mit dem Thema Personalmangel in den Kitas aussieht, erklärte die zuständige Fachbereichsleiterin Anja Wolf, dass man bislang in den kommunalen Kitas Glück gehabt habe. Zudem bilde man nun auch eigene Nachwuchskräfte aus. So gebe es in der Kita Wansbeckplatz im Kindergarten 20/21 eine Auszubildende im Rahmen der Praxisintegrierten Ausbildung (PIA). Für die Kita Dahlerbrück werde demnächst eine weitere Stelle ausgeschrieben.

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