Tschernobyl-Hilfsverein will neu durchstarten

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Helmut Quenzel, Heide Bachmann und Reinhard Voss (v.l.) bilden den geschäftsführenden Vorstand. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Sie möchten nicht, wie viele andere Hilfsvereine, das Handtuch werfen: Dieses klare Signal gaben am Donnerstagabend Vorstand und Mitglieder der Tschernobyl-Hilfe Schalksmühle.

Bei der ersten Jahreshauptversammlung seit 2007 beklagte die Vorsitzende Heide Bachmann die schwierigen politischen Bedingungen in Weißrussland, die dazu geführt haben, dass der Verein seit November 2006 keine Hilfstransporte mehr durchgeführt hat. Erst im Frühjahr 2008 waren alle Güter, die auf den Weg geschickt worden waren, sinnvoll verteilt – aber nicht unbedingt dort angekommen, wofür sie ursprünglich bestimmt waren.

Kindererholungsmaßnahmen gibt es schon lange nicht mehr, weil Weißrussland eine Garantie für die Rückkehr der Kinder fordert. Einen entsprechenden Vertrag habe nur die italienische Regierung unterzeichnet, erklärte Heide Bachmann. Aber die persönlichen Kontakte nach Weißrussland bestehen weiter – beispielsweise über Viktor Guytera, den Leiter der Philharmonie Gomel. Gleichzeitig hat der Verein auch weiterhin Mitgliedsbeiträge, Spenden und Einnahmen, beispielsweise beim Schalksmühler Weihnachtsmarkt, erwirtschaftet. Mehr als 60 000 Euro sind laut Kassierer Reinhard Voss verfügbar, um den Menschen zu helfen, die immer noch unter den Folgen der Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl leiden.

In vielen Gesprächen habe sie erfahren, erklärte Heide Bachmann, dass auf der einen Seite großer Hilfsbedarf nach wie vor bestehe und es auf der anderen Seite weiter den Wunsch gebe, zu helfen. Deshalb möchte der Verein sich weiter engagieren, auf neuen Wegen. Aktuell liegt eine Bitte um Unterstützung einer Lungenklinik vor. Dringend gebraucht werde ein hämatologischer Analysator im Wert von rund 7500 Euro, außerdem Schutzmittel wie Mundschutz und Handschuhe. Unter Einbeziehung des zuständigen weißrussischen Gesundheitsministeriums – das soll garantieren, dass die Mittel auch ankommen und verwendet werden dürfen – wurden nun bereits die Weichen gestellt, um Geld zu transferieren und entsprechende Geräte und Produkte in Weißrussland zu kaufen.

Heide Bachmann und Irmtraud Quenzel planen Ende Oktober/Anfang November eine Reise nach Minsk, um sich selbst vor Ort ein Bild zu machen. Die Vorsitzende erinnerte am Donnerstag auch daran, was der Verein in der Vergangenheit bereits erreicht hatte – daran soll angeknüpft werden.

Einstimmig wurde der Vorstand im Amt bestätigt: Neben Bachmann und Voss sind das der 2. Vorsitzende Helmut Quenzel sowie die Beisitzer Christa Berker, Dirk Rittinghaus, Rolf Kaufmann und Gerd Vormann. ▪ gör

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