Hagen verlässt Glör-Gemeinschaft

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Die Glörtalsperre wird künftig nicht mehr von Hagen mitfinanziert.

Schalksmühle/Halver – Obwohl die kleineren Kommunen Hagen bei der Finanzierung entlasten wollten, wird die Stadt Ende 2019 aus der Glör GmbH aussteigen.

Die Stadt Hagen möchte zum Jahresende endgültig aus der Freizeitschwerpunkt Glör GmbH aussteigen. Mit diesem Beschluss ist auch ein Kompromissvorschlag der kleineren Gesellschafterkommunen, einen Teil des Hagener Anteils zu übernehmen, gescheitert.

„Es ist sehr bedauerlich, aber wir müssen diese Entscheidung akzeptieren“, sagt Schalksmühles Bürgermeister Jörg Schönenberg. „Es ist schade, dass so ein interkommunales Projekt aufgebrochen wird.“ Die Freizeitschwerpunkt Glör GmbH (FSG) sei ein gutes Beispiel für ein Projekt über kommunale und Kreisgrenzen hinweg.

Gerade vor dem Hintergrund des regionalen Tourismus und den Bemühungen, auch mit Fördermitteln die Glör als Naherholungsziel aufzuwerten, bedauert Schönenberg die Entscheidung des Hagener Stadtrats. Auch wenn die Glör nicht weit vom Hagener Stadtteil Rummenohl entfernt sei, spiele sie für die Stadt insgesamt keine so wichtige Rolle bei der Naherholung.

Bedauern über Hagener Votum

„Es scheint wohl eine Kampfabstimmung gewesen zu sein“, sagt der Schalksmühler Bürgermeister. Überraschend sei das Votum aber nicht, denn in Gesprächen der Gesellschaftergremien habe Hagen schon zuvor seine Probleme bezüglich der Finanzierung der Glör deutlich gemacht.

Da an der Glör verschiedene Investitionen anstanden, habe Hagen schon länger auf eine Deckelung oder Reduzierung der Kosten gedrängt, sagt auch Markus Tempelmann, Kämmerer der Stadt Halver auf Nachfrage unserer Zeitung. Er bedauert den Schritt der Hagener ebenfalls. „Das ist sehr schade.“

Es habe einen Kompromissvorschlag der Anrainerkommunen der Glörtalsperre – Breckerfeld, Schalksmühle und Halver – gegeben, jeweils 1,5 Prozent des Hagener Anteils an der FSG zu übernehmen, erklärt Tempelmann. Der Hagener Anteil beträgt bisher 8 Prozent, Breckerfeld ist mit 3, Schalksmühle mit 4 und Halver mit 1 Prozent an der GmbH beteiligt. „Für uns wäre es kein allzugroßes Drama gewesen, wir wären auch auf 2,5 Prozent gegangen“, sagt Tempelmann. Die drei kleinen Kommunen hätten somit zusammen 4,5 Prozent der Hagener Gesellschafteranteile übernommen, Hagens Anteil hätte sich auf 3,5 Prozent reduziert.

Anteile müssen neu verteilt werden

„Das Angebot, das die kleineren Kommunen unterbreitet haben, reichte offensichtlich nicht aus“, bedauert Schönenberg. Den souveränen Beschluss des Hagener Rates müsse man aber akzeptieren. Den größten Anteil an der FSG hält der Regionalverband Ruhr mit 51 Prozent, der Ennepe-Ruhr-Kreis ist mit 25 und der Märkische Kreis mit 8 Prozent beteiligt.

„Wir müssen uns nun verständigen, wie die 8 Prozent der Stadt Hagen aufgeteilt werden“, sagt Tempelmann. Schalksmühles Bürgermeister Schönenberg zeigte sich zuversichtlich, dass die anderen Glör-Gesellschafter eine Lösung finden: „Ich bin sehr optimistisch, dass es uns gelingt.“

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