Virtuos auf höchstem Niveau

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Das „Trio 1790“ mit Sopranistin Elisa Rabanus geleitete die Zuhörer am Sonntag ins neue Jahr.

Schalksmühle - Virtuos, stilvoll und auf höchstem Niveau unterhaltend geleiteten die Sopranistin Elisa Rabanus und das Trio 1790 – bestehend aus Annette Wehnert (Violine), Imola Gombos (Violoncello) und Harald Hoeren (Fortepiano) – ihre Zuhörer beim „Konzert Alter Meister“ ins neue Jahr.

Selten zu hörende Preziosen brachten die vier Musiker zur 52. Auflage des Traditionskonzerts in der Kreuzkirche mit. „Schottland und Irland in der Wiener Klassik“, so der Titel des Programms, galt ihr Augenmerk. Seit vielen Jahren sei dieses Neujahrskonzert ein fester Bestandteil des Schalksmühler Kulturprogramms und zugleich ein erster kultureller Höhepunkt des Jahres, lobte Bürgermeister Jörg Schönenberg. In jedem Jahr biete das Ensemble ein neues Konzerterlebnis. „Die Einladung für das nächste Jahr ist bereits ausgesprochen – und die Zusage ist schon da.“

Gedanken zur Jahreslosung „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“ (Offenbarung 21,6) gab Pfarrer Torsten Beckmann den Zuhörern in der gut besuchten Kirche mit auf den Weg. „In den Menschen steckt der Durst nach einem sinnerfüllten Leben, nach Liebe und nach Gott. Wenn wir unseren Durst verdrängen, schaden wir unserer Seele“, erklärte er. Auf Instrumenten aus der Entstehungszeit der Werke interpretierten das Trio, das zu den führenden deutschen Klaviertrios gehört, und die junge, ausdrucksstarke Sängerin die im Programm vereinigten Raritäten aus der Feder von Joseph Haydn, Leopold Kozeluch, Franz Anton Hoffmeister und Ludwig van Beethoven. Die Besonderheiten der Instrumente – Darmsaiten bei den Streichinstrumenten und keine Pedale beim Fortepiano – brachte Prof. Hoeren den Konzertbesuchern nahe.

Volkstümlichen Charme und hohes Kunstlied brachten die vier Könner bei ihrem Streifzug durch ein selten beleuchtetes Kapitel Wiener Klassik glänzend in Einklang. Aus der immensen Fülle der schottischen Liedbearbeitungen Haydns wählten sie acht stimmungsvolle Lieder über die Liebe, Sehnsucht, Trauer und Glück aus. Voller Wärme und Gefühl erfasste Elisa Rabanus, die als Spezialistin für die Musik des 16. bis 18. Jahrhundert unter anderem den „Austria Baroque Academy Music Award“ gewann, die den Liedern innewohnenden Stimmungen und Regungen mit ihrer warmen, tragenden Stimme.

Berührend und mitreißend gelang die Textausdeutung tieftrauriger, melancholischer und überschäumend fröhlicher Lieder. Die schottischen und irischen Lieder Beethovens, die an Farben- und Nuancenreichtum kaum zu überbieten waren, gerieten zu einem Höhepunkt des Programms.

Vollendet zelebrierten Annette Wehnert, Imola Gombos und Harald Hoeren als kongeniale Liedbegleiter und in reinen Instrumentalstücken die hohe Kunst des Ensemblespiels. Dem Haydn-Lied vom „Young Jockey“ stellten sie spielfreudig die Instrumentalfassung des Liedes aus der Feder von Leopold Kozeluch an die Seite. Wiener Klassik pur (ohne Schottlandbezug) schmeichelte beim Duo für Violine und Violoncello in C-Dur, op. 6 Nr. 1 von Franz Anton Hoffmeister dem Ohr. Als bezaubernde Miniaturen lockerten „Sechs Eccossaisen für Fortepiano, WoO 83“ von Beethoven den erfrischenden, anregenden Liederabend auf. Mit einem Haydn-Lied als Zugabe bedankten sich die Ausnahmemusiker für den anhaltenden, begeisterten Applaus.

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