Traditionelles Ensemble braucht frischen Wind

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Lydia Lipke und der Vorsitzende Raphael Busse würden sich über mehr jüngere Mitglieder im Spielmannszug freuen.

Schalksmühle - „Die Leute stehen alle am Rand und wir gehen als Gruppe dadurch und spielen – das ist schon toll. Und die Musik finde ich auch schön.“ Wenn Lydia Lipke von den Auftritten des Spielmannszuges der Hülscheider Schützen erzählt, glänzen ihre Augen.

Seit rund einem Jahr spielt die 13-jährige Schalksmühlerin die Piccolo-Querflöte im Ensemble.

Zu Weihnachten bekam sie ihre erste eigene Flöte geschenkt. „Lydia ist wirklich mit Herzblut dabei. Doch bei anderen Jugendlichen ist es schwieriger, ihnen den Spielmannszug schmackhaft zu machen“, erzählt der erste Vorsitzende Raphael Busse.

Wie viele Vereine hat auch der Spielmannszug ein Nachwuchsproblem und möchte gern mehr jüngere Menschen für die Musik und die Gemeinschaft begeistern.

Aktuell spielen rund 25 aktive Musiker im Alter von 11 bis etwa 70 Jahren im Spielmannszug. „Außer dem Becken sind zwar alle Instrumente besetzt, aber uns fehlen letztlich an allen Stellen Mitspieler, weil nicht jeder immer kann“, sagt Busse, der in der Gruppe auch mal als Springer fungiert.

Generell sei der Spielmannszug eine recht junge Truppe, die mit Veranstaltungen wie dem jährlichen Picknick, Weihnachtsfeiern und gemeinsamen Abenden eine starke Gemeinschaft lebe.

Unterrichtet werden die fortgeschrittenen Musiker von Lehrer Matthias Hirth, der sonst bei der Musikschule Lüdenscheid tätig ist. Die jüngeren Spieler unterrichtet Konny Krause. „Bei uns gibt es aber keinen Leistungsdruck und es herrscht eine andere Atmosphäre als in einer Musikschule. Hier lernt jeder, wie er kann“, betont Busse.

Lydia Lipke gefallen neben den Veranstaltungen auch die Traditionen des Vereins und die Uniform. „Darin fällt man direkt auf.“

Beim Ensemble können Interessierte ab neun Jahren mitmachen, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. „Man muss auch noch nicht genau wissen, welches Instrument man spielen möchte. Welches das Passende ist, finden wir bei den Proben gemeinsam raus“, sagt Raphael Busse.

Die Instrumente wie Flöte, Pauke, Lyra oder Trommel stellt der Verein den Musikern. „Die Instrumente und Uniformen bezahlen wir durch Erlöse von Auftritten und der Teilnahme bei Veranstaltungen wie dem Winterfest oder dem Weihnachtsmarkt“, sagt Busse. Eine schwarze Hose und Schuhe sowie ein weißes Hemd, die das Musiker-Outfit komplettieren, müssen Interessierte selbst anschaffen. Busse: „Einen Mitgliedsbeitrag zahlen unsere Musiker nicht, das übernimmt der Verein.“

Neben neuen Mitgliedern sucht der Spielmannszug auch nach mehr Auftrittsmöglichkeiten. Busse: „Zurzeit sind wir vor allem bei Schützenumzügen unterwegs, würden aber auch gern bei anderen Anlässen spielen.“ Zurzeit hat die Gruppe, die sich vor zwei Jahren neu gründete, rund 15 Marschmusiklieder im Programm und möchte künftig zum Teil auch moderne Stücke spielen.

Die Anfänger des Spielmannszuges proben montags im Schießheim in Heedfeld (hinter der Gaststätte „Zum Sandmann“) in der Zeit von 19 bis 20 Uhr. Die Fortgeschrittenen üben im Schießheim von 20 bis 21.45 Uhr. Weitere Auskünfte gibt es auf der Homepage der Hülscheider Schützen unter www.huelscheider-sv.de oder bei Raphael Busse unter Tel. 01 51 / 42 67 82 89. - aka

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