Tote Gegenstände – von Künstlern beseelt

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Auch im Rathausfoyer sind zahlreiche Werke der AFG-Schüler zu sehen. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Natura morta – Stillleben. Still, das klingt zunächst nicht besonders spannend. Wie toten Gegenständen jedoch Leben eingehaucht werden kann, mit Farben ganze Geschichten erzählt und Persönlichkeiten dargestellt werden können, zeigt die aktuelle Ausstellung „pictura natura morta“ des Anne-Frank-Gymnasiums (AFG) Halver, die am Donnerstagabend im Rathaus feierlich eröffnet wurde.

Die Ausstellung umfasst 24 Werke der Schüler des Leistungskurses Kunst der 13. Jahrgangsstufe des Gymnasiums. Im vergangenen Vierteljahr arbeiteten die Schüler in Zusammenarbeit mit ihrer Kursleiterin, Dörte Täschner-Pollmann, an verschiedenen Stillleben. Die Schüler konnten selbst entscheiden, was und wie sie malen wollten. Mit Bleistift oder Malfarben, Obst-Arrangements oder eigener „Krimskrams“, wirkungsvoll präsentiert. Ziel war es, trotz der an sich toten Gegenstände ein spannungsreiches Bild zu schaffen. Manche Arbeiten sind penibel genau gezeichnet, andere eher flächig gemalt. „Ambivalenz. Tod und Leben. Tote Gegenstände von Künstlern beseelt“, beschreibt Dörte Täschner-Pollmann die Arbeiten ihrer Schüler. „Jeder Gegenstand erzählt eine eigene Geschichte.“ Bei der Erstellung der Werke sei ihr vor allem wichtig gewesen, dass ihre Schüler den Bildern ihre eigene Handschrift geben. „Es war nicht vorgegeben, wie detailgetreu ein Bild gemalt oder gezeichnet werden sollte“, sagt Täschner-Pollmann, „was die Technik angeht, hatten meine Schüler freie Hand.“

Stillleben sollen Persönlichkeit darstellen

Eileen Müller ist eine der Schüler, die ein kleines Kunstwerk zur Ausstellung beigetragen haben. Ihr Bild zeigt persönliche Gegenstände, mit denen sie etwas verbindet: „Ich habe für mein Stillleben unter anderem einen roten Füller, Farben aus meinem Malkasten und einen meiner Ringe arrangiert.“ Damit hat sie gleich mehrere Vorlieben von sich preisgegeben: die Lieblingsfarbe Rot, ihr Hobby das Malen und ihr Faible für schönen Schmuck. „Gleichzeitig konnte ich mehrere Materialien darstellen und zum Beispiel das Glänzen des silbernen Ringes neben den getrockneten Farben einfangen“, erklärt die 18-Jährige.

Jungen Künstlern eine Bühne bieten

Die Ausstellung wurde im Rahmen einer Feierstunde mit zahlreichen Gästen eröffnet. Bürgermeister Jörg Schönenberg lobte das künstlerische Talent der Oberstufenschüler und freute sich über so viel Leben im Rathaus: „Wir bieten jungen wie alten Künstlern aus der Region immer gerne eine Plattform.“ So eine Ausstellung sei zwar auch immer mit Arbeit verbunden, aber das Anne-Frank-Gymnasium genieße einen hohen Stellenwert in der Volmeregion, daher sei eine Kooperation selbstverständlich. Sein Halveraner Amtskollege Dr. Bernd Eicker lobte die interkommunale Zusammenarbeit. Auch Franz Zibirre, stellvertretender Schulleiter des Gymnasiums, freute sich über das gemeinsame Projekt. „Mein Dank gilt den Schülern, Frau Täschner-Pollmann und dem Team des Rathauses Schalksmühle, die alle viel Zeit und Engagement investiert haben.“ Unter der Leitung von Stefan Lehmkuhl untermalte AFG-Oberstufenchor die Veranstaltung musikalisch.

Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu besichtigen: montags bis mittwochs 7.30 bis 16 Uhr, donnerstags von 7.30 bis 18 Uhr und freitags von 7.30 bis 12 Uhr. ▪ aka

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