Tierschutzverein fehlt es an Geld für Investitionen

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Manfred Hardy, Anna-Lena Pieper und der Sorgenfall „River“. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Große Sprünge waren auch im vergangenen Jahr nicht drin. Das ist Manfred Hardys Bilanz des Jahres 2011 in Sachen Tierschutzverein und Tierheim. Der Vorsitzende des Tierschutzvereins Lüdenscheid und Umgebung und sein Team konnten den laufenden Betrieb im Tierheim Dornbsuch aufrecht erhalten – doch das ist auch schon alles.

„Wir sind natürlich allen Spendern dankbar – auch für die kleinsten Beträge“, so Hardy. Doch ganz werde das Spendenaufkommen auch in diesem Jahr wohl wieder nicht reichen. „Es fehlt hintehn und vorne – besonders das Geld für dringend nötige Investitionen.“ So ist bereits ein Teil des Daches vom Hundehaus eingebrochen – und müsste dringend saniert werden. Auch am Haupthaus nagt der Zahn der Zeit, doch das Geld, das durch Spenden hereinkommt, wird an anderer Stelle einfach dringender bentöigt.

„Wir brauchen jährlich etwa 120 000 Euro nur für den laufenden Betrieb“, so Hardy. Knapp ein Drittel dieses Geldes sei im vergangenen Jahr für Tierarztkosten benötigt worden. „Insbesondere die Fundtiere unter den Katzen sind häufig in einem erbärmlichen Zustand und müssen erst mal zum Tierarzt.“ Darüber hinaus stößt das Tierheim auch in Sachen Platz einfach an seine Grenzen: „Wir haben derzeit 80 Katzen, rund 30 Kleintiere und etwa 20 Hunde“, so auch Tierheim-Mitarbeiterin Anna-Lena Pieper. Mehrfach sei es in diesem Jahr zu Aufnahme-Stopps gekommen – das auch im Moment noch gilt. „Natürlich nehmen wir Fundtiere auf, doch Abgabetiere können wir nicht auch noch schultern.“

Da sind die Mitarbeiter des Tierheims auch dankbar um jeden Freiiwilligen, der sich ein wenig Zeit für die Tiere nimmt. „Im letzten Jahr sind vor allem viele Familien mit Kindern dazu gekommen“, weiß Pieper. Viele Besucher würden das Angebot nutzen und mit den Hunden spazieren gehen, „aber einige setzen sich auch zu den Katzen und schmusen ein wenig mit ihnen“, sagt Pieper.

Etwa 850 Tiere, so schätzt Manfred Hardy, haben in diesem Jahr vorübergehend im Tierheim Dornbusch gewohnt. Die Vermittlungsquote sei allerdings recht gut gewesen – insbesondere im Hinblick auf die Katzen. Schwieriger sei die Vermittlung der Hunde, die derzeit im Tierheim sind. „Es sind im Moment vor allem große Hunde sowie alte und kranke Tiere bei uns“, sagt auch Pieper. Die seien eben schwer vermittelbar – ebenso wie die so genannten Listenhunde.

Einen der derzeitigen Sorgenfälle haben die Mitarbeiterinnen auf den Namen „River“ getauft. Der etwa zwei Jahre alte Dobermann-Mischling wurde am 8. Dezember an der Klagebach aufgefunden. „Er ist nicht gechipt, aber kastriert und zudem furchtbar ängstlich allem Neuen gegenüber“, sagt Anna-Lena Pieper. Sie hofft darauf, dass jemand den Rüden erkennt und vielleicht um dessen Besitzer weiß. ▪ svh

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