Tierschutzverein drängt auf mehr Geld fürs Tierheim

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Gordan Dudas (links) und Thomas Höllman reinigten unter anderem die Hundezwinger

schalksmühle -  Im Rahmen seiner Praktikumstage unter dem Motto „Freitag ist DienstTag“ hieß es für den SPD-Landtagsabgeordneten Gordan Dudas am Freitag nach der Besichtigung des Tierheims Dornbusch „Ärmel hochkrempeln“. Der Vorsitzende des Tierschutzvereins Lüdenscheid, Thomas Höllmann, hatte sich extra freigenommen, um gemeinsam mit Dudas Kleintierställe auszumisten, Hundezwinger auszuspritzen, Katzenklos zu säubern und die Tiere mit Futter zu versorgen.

Nicht zuletzt auf dem gemeinsamen Spaziergang mit den Hunden wurden dann politische Themen diskutiert. Dass es um das Tierheim nicht gut steht, ist bekannt. Doch dem stetigen Überlebenskampf will Thomas Höllmann ein Ende setzen. „Es ist wichtig, dass wir bei der Politik Verständnis wecken. Im Tierheim werden beispielsweise mit der Fundtierbetreuung öffentliche Aufgaben wahrgenommen. In Notfällen holen wir Tiere aus Problemfamilien oder nehmen Tiere bei ernster Erkrankung des Besitzers auf. Ebenso sind wir für zurückgelassene oder vernachlässigte Tiere da“, so Höllmann.

Dies alles sei eine Pflichtaufgabe der Kommunen, die das Tierheim mit jährlichen Finanzspritzen unterstützen. 25 000 Euro kommen von der Stadt Lüdenscheid, 3000 Euro von der Gemeinde Schalksmühle und 10 000 Euro vom Märkischen Kreis. „Bei einen benötigten Budget von jährlich 240 000 Euro sind diese 38 000 Euro jedoch ein Tropfen auf dem heißen Stein“, klagt Höllmann. „Wir bekommen 33 Cent pro Einwohner, die umliegenden Tierheime erhalten 50 Cent bis einen Euro pro Einwohner.“ Insofern ist der Tierschutzverein immer auf Spenden angewiesen. Weitere Einnahmequellen sind Vermittlungsgebühren der Tiere und die Mitgliedsbeiträge.

„Die Stadt Lüdenscheid und die Gemeinde Schalksmühle wissen die Arbeit zu schätzen“, ist sich Dudas sicher – „und es wäre sicherlich wünschenswert, dass mehr Mittel zur Verfügung gestellt würden.“ Das Problem liege im System. Da sich Lüdenscheid im Haushaltssicherungskonzept befinde, müssten freiwillige Zahlungen – sprich zusätzliches Geld für das Tierheim – durch die Aufsichtsbehörde genehmigt werden.

„Man kann ein Tierheim nur solange führen, wie es wirtschaftlich tragbar ist“, sagt Höllmann und will nun mit der Stadt Lüdenscheid und der Gemeinde Schalksmühle das Gespräch suchen. Denn die Gelder werden jedes Jahr knapper, die Spenden weniger. Wenn das Tierheim aus finanziellen Gründen schließen müsse, kämen auf die Kommunen deutlich höhere Kosten zu, als der bisher geleistete Zuschuss. Denn die Fund- und beschlagnahmten Tiere müssten fachmännisch betreut werden.

Höllmann versucht die Kassen aufzubessern, wo es nur geht. Zum einen will er bei freier Kapazität künftig Tiere zur Ferienbetreuung im Tierheim aufnehmen. Die Tagespauschale für einen Hund läge bei 12,50 Euro, für eine Katze bei sechs Euro, inklusive Futter und Betreuung. Auch könnten Tiere aus ausländischen Tötungsstationen aufgenommen werden. „Zum einen hätten wir diese vor dem sicheren Tod gerettet und könnten unseren Kunden eine größere Auswahl anbieten, zum anderen hätten wir durch die Vermittlungsgebühr eine weitere Einnahmequelle“. Ein weiteres Problem liegt Höllmann am Herzen: Er will dafür kämpfen, dass eine Verordnung in die Gemeindesatzung aufgenommen wird, die besagt, dass Besitzer von Freigängern ihre Tiere kastrieren lassen müssen, um das unkontrollierte Vermehren, insbesondere bei Katzen, einzudämmen. - CG

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