Fortbestand des Tierheims hängt von Spendergeldern ab

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Thomas Höllmann zeigt auf die Gebäudewand: Schimmel und Feuchtigkeit sind ein großes Problem im Tierheim.

Schalksmühle - Sie heißen Blacky, Rex, Kira, Lisa oder Boy. Und so unterschiedlich wie ihre Namen, sind auch ihre Schicksale. Aber etwas haben sie alle gemeinsam. Niemand will sie haben. Sie wurden im Tierheim Dornbusch in Schalksmühle abgegeben oder einfach ausgesetzt, weil sie alt und krank sind.

Mittlerweile brauchen der Tierschutzverein Lüdenscheid und damit verbunden auch das Tierheim aber selbst dringend Hilfe – denn die Einrichtung gerät an ihre Grenzen. „Immer wenn ein Tier in Not ist, findet es im Tierheim einen Platz – an 365 Tagen im Jahr“, sagt Thomas Höllmann, Vorsitzender des Tierschutzvereins. „Immer öfter werden auch Tiere abgegeben, deren Besitzer verstorben ist und sich niemand um das meist ältere Tier kümmern kann oder will. Auch hier helfen wir.“

Der Tierschutzverein kümmert sich um Fundtiere, beschlagnahmte und abgegebene Tiere und frei lebende Katzen. Die Tiere werden ärztlich versorgt, bevor sich das Tierheim-Team auf die Suche nach einem neuen Zuhause macht. „Geld von der Stadt Lüdenscheid und der Gemeinde Schalksmühle gibt es kaum. Dabei werden die meisten Tiere im öffentlichen Auftrag versorgt. Die Behörden decken gerade einmal 20 Prozent der anfallenden Kosten ab“, klagt Höllmann. „Daher brauchen wir dringend Hilfe.“

„Es bleibt noch viel zu tun“

 Die neue Mannschaft des Tierschutzvereins habe schon einiges bewirkt. Die Quote an Tiervermittlungen sei deutlich gestiegen. Auch eine Zusammenarbeit mit anderen Tierschutzorganisationen sei eingeleitet worden. Aber: Die Tierunterkünfte sind in die Jahre gekommen. Geld für Rücklagen und notwendige Reparaturen war meist nicht vorhanden. So listet Höllmann nur einige der notwendigen Maßnahmen auf, die durchgeführt werden müssen:

„Dank Spendengeldern konnten wir schon einiges erreichen, aber es bleibt noch viel zu tun. Die Hundezwinger, Katzen- und Kleintierhäuser müssen dringend saniert werden. Feuchtigkeit und Schimmel machen den Tieren zu schaffen. Dicke Risse sind in den Betonfußböden der Hundezwinger, so dass Wasser durch die Ritzen aufsteigt und im Winter gefriert. Auch die Türen sind marode. Die alte Heizung für die Unterkünfte ist nach mehr als 20 Jahren defekt und muss erneuert werden. Der Ofen wird mit Holz und Briketts geheizt und hält die Wärme nicht über Nacht.“

Zudem müsse das Tierheim einen gesetzlich geforderten Quarantänebereich für die Hunde errichten und ein Behandlungszimmer soll entstehen, um die aufwendigen Fahrten zum Tierarzt zu minimieren. „Unser Geld reicht nicht, um alle erforderlichen Baumaßnahmen und Renovierungen durchzuführen. Wir tun, was wir können, setzen unsere ganze Kraft ein, damit die Tiere nicht unter der schwierigen Situation leiden“, sagt Höllmann.

„Wo sonst sollen die Tiere denn hin?“

Der Fortbestand des Tierheims hänge aufgrund der angespannten finanziellen Situation auch von Spendengeldern ab, sagt Höllmann, der die Bevölkerung bittet ein Herz für notleidende Tiere zu zeigen. „Wo sonst sollen die Tiere denn hin, wenn nicht in unsere Obhut und von dort in ein neues Zuhause?“, fragt der Vorsitzende, der Interessierte einlädt das Tierheim Dornbusch zu besuchen, um sich vor Ort selbst ein Bild von der Lage machen zu können.

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