Tierschutz

Tierheim blickt nicht nur negativ auf 2020

Tierheim Dornbusch, Anna-Lena Pieper, Aik
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Viele Tiere haben in 2020 ein neues Zuhause gefunden, für manche Tiere geht die Suche 2021 weiter. Tierheimleiterin Anna-Lena Pieper mit Schäferhund Aik, der noch auf der Suche nach einem neuen Zuhause ist.

„Natürlich hat Corona auch unser Jahr geprägt.“ Das sagt Anna-Lena Pieper, Leiterin des Tierheims Dornbusch. So mussten etwa das Sommerfest und der Tag der offenen Tür ausfallen. Doch Pieper zieht kein durchweg negatives Fazit für 2020.

Schalksmühle - „Aufgrund von Corona hatten viele Menschen mehr Zeit und haben sich dazu entschieden, ein Haustier aus dem Tierheim zu adoptieren“, sagt Anna-Lena Pieper. So gab es im vergangenen Jahr zahlreiche Vermittlungen von Vierbeinern in neue Familien. Dabei haben die Tierschützer genau darauf geachtet, dass die Tiere auch in Zeiten nach Corona in ihrem neuen Zuhause willkommen sind und versorgt werden können. „Bei vielen Hunde-Vermittlungen war es beispielsweise so, dass die Menschen schon lange einen Hund wollten, aber nicht genug Urlaub oder Zeit für die erste Eingewöhnung hatten. Das war nun häufig anders.“

Jeder Vermittlung gehen zudem mehrere Besuche im Tierheim voraus – Tier und Mensch sollen sich besser kennenlernen. Wer sich dann für einen Vierbeiner entscheidet, bekommt Besuch: Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer des Tierheims schauen vor der Vermittlung zu einer Routinekontrolle vorbei, bevor das neue Haustier einziehen darf. So können sich die Tierschützer sicher sein, dass alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Vermittlung gegeben sind.

Das neue Vogelhaus auf dem Außengelände mit großer Voliere steht bereits, nur bestückt muss es noch werden.

„So wurden in diesem Jahr auch relativ schnell viele Tiere vermittelt, die sonst häufig länger bei uns leben“, verrät Anna-Lena Pieper. Etwa Katzen, die eher scheu und wild sind und nicht besonders gerne kuscheln. Oder Hunde, die ein wenig schwieriger sind. Hund Chips etwa fand nach Monaten ohne Interessenten im Tierheim endlich ein neues Zuhause – in Ostfriesland. Die neuen Besitzer hatten Chips im Fernsehen gesehen, als einige Dornbusch-Vierbeiner in der Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“ vorgestellt wurden – und sich gleich in den Rüden verliebt.

Anfragen auch aus Bochum oder Dortmund

Ohnehin sind es nicht mehr nur Menschen aus dem Märkischen Kreis, die Anfragen ans Tierheim stellen. „Auch aus Bochum oder Dortmund melden sich Interessenten“, sagt Pieper. Auch die dürfen zur Zeit nur nach Terminabsprache und unter Einhaltung der Hygieneregeln vorbeischauen.

Dennoch gibt es immer noch den ein oder anderen Notfall im Tierheim Dornbusch: Im Moment sind das beispielsweise Katze Tiana und Schäferhund Aik. Tiana ist etwa zehn Jahre alt, hat Diabetes und muss entsprechend versorgt werden. Die verschmuste Katze ist auf der Suche nach einem ruhigen Zuhause als Einzelkatze. Auch der siebenjährige Schäferhund Aik möchte gerne „Einzelprinz“ sein, wie Anna-Lena Pieper verrät. Der derzeit noch stark übergewichtige Aik ist in Dornbusch gelandet, nachdem sein Besitzer verstorben ist. Ein ebenerdiges Zuhause bei hundeerfahrenen Menschen ohne Kinder wäre ideal für den Rüden.

Doch nicht nur Hunde und Katzen, auch viele Kleintiere wie Kaninchen oder Wellensittiche wurden im vergangenen Jahr erfolgreich vermittelt – im August außerdem Huhn Henriette.

Sorgenkind Tiana: Sie ist einer von mehren Sorgenfällen im Tierheim. Sie leidet an Diabetes.

Für die Vögel und Kleintiere haben die Tierschützer in diesem Jahr zudem angebaut. Im neuen Vogelhaus mit großer Außenvoliere können die Tiere in Zukunft artgerechter gehalten werden. Das Kleintierhaus steht auch bereits, nur der Innenausbau fehlt in beiden Häusern noch – Projekte, die insbesondere über Spenden finanziert werden. Dafür braucht es auch Außenwirkung für das Tierheim. Doch das Sommerfest und der Tag der offenen Tür, bei dem sich das Tierheim präsentieren und auch Spenden einnehmen kann, fielen der Corona-Pandemie zum Opfer.

Um dennoch Geld in die Tierheim-Kassen zu spülen, gibt es seit dem Sommer den Online-Flohmarkt. Über die Facebook-Seite der Tierschützer können Nutzer eigene ausrangierte Sachen anbieten, deren Erlös zu 100 Prozent an das Tierheim fließt. Doch auch die Dornbusch-Pfoten-Kollektion wird auf der Seite angeboten. Leinen, Katzendecken oder Schnüffeltücher beispielsweise stellen Dornbusch-Mitarbeiter und Ehrenamtliche her und bieten sie auf der Plattform an. „Das läuft wirklich gut“, freut sich Anna-Lena Pieper.

Zu Silvester haben die Tierschützer überdies ein weiteres Spendenprojekt ins Leben gerufen. Während es in den vergangenen Jahren noch „Spenden statt böllern“ hieß, wird in diesem Jahr unter dem Motto „Tracken statt böllern“ gesammelt.

Spendenaktion an Silvester

Da in diesem Jahr ohnehin nicht geknallt werden darf, bitten die Tierschützer darum, das Geld, das sonst für Feuerwerk ausgegeben würde, zu spenden. Davon möchten sie dann GPS-Tracker kaufen. „Die sind insbesondere für unsere Angsthunde bestimmt“, erklärt Anna-Lena Pieper. Zwar sind die ängstlichen Hunde bei Spaziergängen ohnehin bereits mit einem Sicherheitsgeschirr und einem Halsband ausgestattet, doch der Tracker bietet noch ein wenig mehr Sicherheit, falls das Tier sich losreißen sollte. Über ein kleines Modul am Halsband und eine entsprechende App im Handy können die Vierbeiner so wiedergefunden werden. „Ich möchte auch für die Zukunft anregen, dass die neuen Besitzer der Angsthunde sich einen solchen Tracker zulegen“, sagt Pieper. Denn nach einem Umzug in ein neues Zuhause ist für die Vierbeiner wieder alles neu. Ein Tracker liefert da zusätzliche Sicherheit für die Besitzer.

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