Tierheim Dornbusch: Ein erfolgreiches Jahr geht zu Ende

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Schalksmühle - Für das Tierheim Dornbusch geht ein erfolgreiches Jahr zu Ende. „Ich habe das Gefühl, dass wir jedes Jahr mehr Spender bekommen“, sagt Thomas Höllmann, 1. Vorsitzender des Tierschutzvereins Lüdenscheid und Umgebung. Für unsere Zeitung blickt er zurück auf das Jahr 2018 und verrät die Pläne für das kommende Jahr.

Erst am Heiligabend konnten sich die rund 40 Tiere im Tierheim Dornbusch über ihre ganz eigene Bescherung freuen. Mithilfe einer Wunschbaumaktion des Tierheims wurde jedem Tier ein Geschenk zu Weihnachten ermöglicht. „Über Futter, Spielzeug und Halsbänder bis hin zu Medikamenten“, sagt Tierheimleiterin Anna-Lena Pieper. Die Spendenbereitschaft werde gefühlt jedes Jahr größer. „Wir sind dankbar und glücklich, dass wir so viele Menschen erreichen“, sagt Höllmann.

Rund 80 Prozent aller Kosten werden alleine durch Spenden finanziert. Die übrigen 20 Prozent sind öffentliche Gelder. Und auch der Bedarf an Futter wird komplett durch Spenden gedeckt. „Wir müssen nur spezielle Nahrung gegebenenfalls kaufen, aber ansonsten befinden wir uns in der glücklichen Lage, dass wir alles gespendet bekommen.“ Bei Bedarf kann das Tierheim Dornbusch sogar Futter an andere Tierheime abgeben.

Große Renovierungen und Baumaßnahmen sind jedoch aufgrund der hohen Kosten nur schwer realisierbar. Doch dank vieler Spenden war das 2018 ein Jahr des Reparierens und Bauens. „Vieles ist in die Jahre gekommen, aber Renovierungen waren aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht möglich.“ Umso mehr freuen sich die Mitarbeiter des Tierheims darüber, dass in den vergangenen zwölf Monaten so viele Projekte realisiert werden konnten.

Viele Renovierungen

Die Böden im Hundehaus und in den Hundezwingern konnten alle komplett erneuert werden. Die alten Betonböden hatten viele tiefe Risse, die in den Zwingern dazu führten, dass Feuchtigkeit an die Oberfläche trat. „Das Wasser fror und es bildete sich eine Eisfläche, auf der die Hunde lebten.“ Die Umstände waren nicht mehr tragbar. Jetzt sind alle Böden neu und die Hunde haben es warm und gemütlich.

Warm vor allem durch die neue Heizungsanlage, die mit Holz betrieben wird. „Wir bekommen immer sehr viel Holz gespendet und jetzt können wir es zum Heizen verwenden.“ Jeder Zwinger verfügt über eine Heizung, die einen Rückzugsort für die Hunde auch im Herbst und Winter bietet. Das Hundehaus bekam dazu ein komplett neu gedecktes Dach. Im kommenden Jahr sollen dann Baumaßnahmen an den Katzen- und Kleintierhäusern folgen. „Es werden teilweise wieder größere Aktionen sein“, sagt Höllmann. Bei jeder Erneuerung werde bedacht, dass es sich um eine Investition in die Zukunft handelt. 

Zum einen sollen die Erneuerungen für lange Zeit reichen, zum anderen sollen die Anforderungen des Tierheims den Bedürfnissen der Tiere gerecht werden und Voraussetzungen für neue Arten und höhere Anzahlen an Tieren ermöglichen. Momentan leben saisonal bedingt rund 40 Tiere im Tierheim, aber Höllmann gibt zu bedenken: „Wir hatten auch schon 80 Katzen.“ Die kommen vor allem im Frühjahr vermehrt ins Tierheim, weil die Kitten dann geboren werden. 

Mit dem Ausbau der Kleintierhäuser soll auch die Trennung von Vögeln und Nagetieren erfolgen. Dann sollen Kaninchen, Hasen und Meerschweinchen in einem Häuschen, und Vögel in dem anderen Häuschen untergebracht werden. „Zusätzlich wollen wir Platz schaffen für Reptilien.“

Die Katzen sind derzeit auf drei Gehege aufgeteilt. „So haben wir die Möglichkeit, Katzen, die sich nicht vertragen, voneinander zu trennen.“ Doch noch haben nicht alle die Möglichkeit, nach draußen zu gelangen. „Dafür soll ein Durchgang geschaffen sowie ein eingezäuntes Gehege gebaut werden.“ Da fast alle Katzen im Tierheim Freigänger sind, komme es den Vierbeinern sehr entgegen. Aufgrund der Tatsache, dass das Tierheim vor einigen Jahren damit begann, Hunde auch aus dem Ausland aufzunehmen und zu vermitteln, sollen auch die Quarantäne-Stationen erweitert werden. 

„Hunde aus Ungarn oder Rumänien bleiben zunächst eine Woche in der Quarantäne, um ausschließen zu können, dass sie keine ansteckenden Krankheiten haben.“ Aus einem jetzigen Abstellraum soll mit der Anschaffung von vier bis fünf Boxen die Quarantäne erweitert werden. „Eine Box kostet um die 6000 Euro“, sagt Höllmann. „Das ist schon eines der größeren Vorhaben.“ Unter die kleineren Vorhaben mit weniger Priorität fällt das Verputzen der Rückwände des Hundezwingers.

Ohne Spenden wäre vieles nicht möglich

Ob durch die Wunschbaumaktion, das Sommerfest, den traditionellen Tag der offenen Tür oder regelmäßigen und treuen Spendern: Alle Vorhaben, die für das Tierheim für 2018 geplant wurden, konnten dank vielen Spenden und ehrenamtlichen Helfern realisiert werden. Aber es gibt auch Punkte, an denen sie einfach nicht weiterkommen. Dazu gehört die Forderung nach der Katzenschutzverordnung. „Sie würde festlegen, dass alle Freigänger-Katzen kastriert werden“, sagt Höllmann. 

Damit würde gewährleistet, dass sich die Tiere nicht unkontrolliert vermehren. Denn es sind vor allem die Kitten, die im Tierheim landen. Bisher bleibt das Tierheim auf den Kosten einer Kastration sitzen. Würde die Verordnung kommen, müsste die Stadt die Kosten im Zweifel tragen, wenn der Besitzer der Forderung nicht nachkommt. Doch davor sträuben sich Städte und Gemeinden. Kosten sowie Folgen bleiben damit in Tierheim-Verantwortung. Doch Thomas Höllmann nimmt sich auch für das kommende Jahr vor, das Thema wieder anzusprechen, denn die Tiere stehen für ihn an erster Stelle.

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