Besondere Fälle im Tierheim

Lügner im Tierheim - Listenhunde werden vermittelt

+
Loko und Kida haben im Tierheim Dornbusch ihr vorübergehendes Zuhause gefunden, werden dies jedoch schon bald wechseln.

Schalksmühle - Das Tierheim Dornbusch zählt zu den Hauptanlaufstellen für gefundene Tiere in der Region. Dadurch erleben Thomas Höllmann, 1. Vorsitzender des Tierschutzvereins, und seine Kollegen eine Menge außergewöhnlicher Fälle. Aktuell gibt es zwei dieser speziellen Fälle.

Am 1. September fand im Tierheim Dornbusch das Tierheimfest statt. „Plötzlich tauchte ein Mann auf. Er war stabil gebaut, trug eine Jogginghose, ein Muskelshirt und war braun gebrannt“, erinnert sich Thomas Höllmann an den Besucher. Sein Ziel war recht schnell ausgemacht. 

Er gab sich als Besitzer zweier kurz zuvor ins Tierheim gebrachter Stafford-Mix-Welpen, die zu diesem Zeitpunkt gerade einmal zehn Wochen alt waren, aus. Da diese Rasse zu den sogenannten Listenhunden zählt, darf nicht jeder einen solchen Hund halten. Dementsprechend erfragte Höllmann die Personalien des vermeintlichen Besitzers der beiden Hunde, die Loko und Kida heißen, um die Berechtigung zu prüfen. 

Mann macht falsche Angaben

„Bei der Überprüfung der angegebenen Daten stellte sich dann heraus, dass nicht eine einzige Angabe korrekt war“, erklärt Höllmann. Somit war zu vermuten, dass man nie wieder etwas von diesem Mann hören würde, da man ihm untersagt hat, die beiden Hunde aus dem Tierheim mitzunehmen. Doch in diesem Fall zahlte sich die gute Vernetzung des Tierheims aus. 

„Dadurch, dass wir auf Facebook sehr aktiv sind, und sich Leute aus ganz Deutschland auf unserer Seite aufhalten, bekamen wir nur ein paar Tage später einen Anruf von einer Frau, der diese beiden Hunde bei Facebook für 800 Euro angeboten wurden. Glücklicherweise hatte der Mann die Hunde über sein privates und nicht gefälschtes Facebookprofil angeboten.“ So konnte der Name und auch die Adresse des Herren ermittelt werden, der sich nun für sein Handeln verantworten muss. 

Karina und Rocky sind im Tierheim in Quarantäne.

Ein weiterer Fall stand nur kurze Zeit später an. Auf der Autobahn 45 fiel zwei Polizisten ein Auto auf. Es war offensichtlich überladen. Ebenfalls an Bord befanden sich zwei Hundewelpen. „Glücklicherweise kannte sich einer der beiden Polizisten gut mit Hunden aus und bemerkte schnell, dass der Transport der Tiere nicht rechtmäßig ist. Er informierte das Veterenäramt, welches die Hunde beschlagnahmte und zu uns brachte“, berichtet Thomas Höllmann. 

Zu jung für eine Einführung nach Deutschland

Zwar gehören die beiden Welpen nicht zu den Listenhunden, doch sie waren deutlich zu jung, um nach Deutschland eingeführt zu werden. Einhergehend mit dem Alter sind auch die erforderlichen Impfungen, die vorhanden sein müssen, um einen Hund aus dem Ausland einzuführen. „Einer der beiden Welpen hatte zumindest die erste Impfung, der zweite hatte noch keine Impfung erhalten“, verrät Höllmann. 

Somit sind die beiden Welpen, die Karina und Rocky heißen, im Tierheim Dornbusch in Quarantäne – auch, weil sie sich eine Bronchitis eingefangen haben. „Bevor der Besitzer, der aus Essen kommt, die Hunde bei uns abholen kann, müssen die Impfungen gemacht werden. Außerdem muss der Besitzer, insofern er die Hunde bei uns abholen sollte, für die Pflege und den Aufenthalt bei uns bezahlen.“ 

Mehr als 20 Euro kostet ein Hund am Tag

Der Tagessatz für einen Hund, der im Tierheim Dornbusch gepflegt wird, liegt bei 20,34 Euro pro Tag. Im Fall von Karina und Rocky kommen zudem noch die Tierarztkosten hinzu, sodass sich der Gesamtbetrag wohl auf ungefähr 3000 Euro belaufen könnte. Außerdem ist es so, dass die Hunde nicht gemeinsam abgeholt werden können, da Karina bereits Ende September, Rocky aber erst Ende November aus der Quarantäne entlassen werden kann. „Es kann sein, dass der eigentliche Besitzer aufgrund der hohen Kosten das Interesse an den Hunden verliert und wir sie anschließend zur Vermittlung freigeben“, spricht Thomas Höllmann aus Erfahrung. 

Für Loko und Kida hingegen gab es in den vergangenen Wochen zahlreiche Interessenten. „Die beiden sind quasi vermittelt. Die neuen Besitzer erfüllen alle nötigen Auflagen, sodass die beiden bald ein neues Zuhause haben werden, was uns alle hier sehr freut.“ Auf ein ähnlich glückliches Ende hofft das Tierheim Dornbusch auch für Karina und Rocky.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare